Eine Prozession - viele Emotionen

Umfrage:Die Lohrer Karfreitagsprozession zieht ihre Zuschauer auf unterschiedliche Weise in ihren Bann

Lohr a.Main
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Bettina und Eberhard Kern interessiert an der Prozession besonders der traditionelle Zunftbezug.
Foto: Simon Hörnig
Für die Sendelbacher Fraktion um Claudia und Thomas Fey (links) gehört die Prozession fest zu Karfreitag.
Foto: Simon Hörnig
Die Lohrer Karfreitagsprozession verfolgten auch in diesem Jahr tausende Menschen. Foto: Simon Hörnig
Foto: Simon Hörnig
Die Frammersbacherin Susanne Englert hatte ihre Nichte Yara aus Plochingen zur Prozession eingeladen.
Foto: Simon Hörnig
Bei früh­som­mer­li­chen Ver­hält­nis­sen ver­folg­ten ein­mal mehr Tau­sen­de Men­schen die Loh­rer Kar­f­rei­tag­s­pro­zes­si­on bei ih­rem Weg durch die Alt­stadt. Die re­li­giö­se Ver­an­stal­tung mit ih­rer 360-jäh­ri­gen Ge­schich­te ist ei­ne der we­ni­gen die­ser Art in Deut­sch­land. All­jähr­lich zieht sie Be­su­cher auch von weit her an.

So auch das Münchner Ehepaar Sigrid und Günther Augustin, das in diesem Jahr das erste Mal den Weg nach Lohr gefunden hatte: »Wir hatten das seit Jahren vor und heute hat es endlich mal geklappt«, sagt Günther Augustin, der speziell auf die schöne Lohrer Altstadt und die lebensgroßen Christusfiguren gespannt war.

Das schöne Wetter hat auch Rita und Werner Schulz aus Würzburg zu ihrem ersten Besuch animiert: »Da muss man mal live dabei gewesen sein«, findet das Ehepaar, das die Prozession zuvor lediglich im Fernsehen mitverfolgt hat. Für das Ehepaar steht das »religiöse Erleben« im Vordergrund.

Faszinierende Stille

Das kann auch eine Frau aus Mainhausen nachvollziehen. Sie kommt seit zehn Jahren regelmäßig zur Prozession nach Lohr und fühlt sich immer wieder aufs Neue emotional berührt.

Gleiches gilt für Jutta Stegerwald aus Wiesen. Sie fasziniert besonders die Stille, die ab dem ersten Paukenschlag um Punkt halb elf einsetzt: »Das läutet für mich Ostern ein«, sagt sie.

»Man hört geradezu die Stecknadel fallen«, findet auch Reinhilde Lebert aus Eibelstadt. Beeindruckt von der Atmosphäre zeigt sich auch Christoph Anderl, der mit seiner Frau Claudia im letzten Jahr spontan der Prozession beiwohnte und sich in diesem Jahr bewusst dafür entschieden hatte, wiederzukommen. Der Dammbacher lobt die Brauchtumspflege, die durch die Einbindung der Jugend und das Weitertragen der Tradition innerhalb der Familien erfolgt.

Tradition wertschätzen

Das hebt auch Susanne Englert hervor. Ihr Vater habe als Schreiner lange Jahre den »Jesus am Ölberg« mitgetragen. Seine Beteiligung und die Weitergabe dieser Tradition innerhalb der Familien empfindet die Frammersbacherin als Ehre. Die Prozession gehöre als Ritual zum Karfreitag dazu. Sie müsse erhalten und vor allem wertgeschätzt werden.

Zu Fuß aus Rothenbuch

Bereits seit 25 Jahren hat es sich der Rothenbucher Udo Edelmann zur Tradition gemacht, am Karfreitag die Strecke nach Lohr zu Fuß anzutreten. Gute drei Stunden seien dafür eingeplant, daher mache er sich immer um halb acht auf den Weg - teilweise in Begleitung seiner Frau oder von Freunden.

Die Sonne habe die Unternehmung in diesem Jahr reichlich angenehm gestaltet, sagt Edelmann. Er wandere jedoch auch bei Wind und Wetter.

Auch das Ehepaar Claudia und Thomas Fey verbindet mit der Karfreitagsprozession bestimmte Rituale. Sie haben zwei bestimmte Wegabschnitte, an die sie sich jedes Jahr stellen und wo sie regelmäßig Bekannte von früher wiedersehen. Als Christin gehört der Gang zur Prozession für die Sendelbacherin einfach zum Karfreitag dazu. Bei dem Aschaffenburger Ehepaar Bettina und Eberhard Kern, die selbst im Handwerk tätig sind, spielt wiederum der traditionelle Bezug der Zünfte eine wichtige Rolle. Sie waren daher am Freitag bereits zum sechsten Mal zur Prozession in Lohr.

»Es war eine tolle Prozession«, freut sich im Anschluss Joachim Salzmann, Vorsitzender des Fördervereins Lohrer Karfreitagsprozession. Ein besonderer Spannungspunkt sei in diesem Jahr der neue Weg gewesen, den man baustellenbedingt eingeschlagen habe. Es habe aber alles ganz wunderbar geklappt.

Besonders lobte Salzmann die reibungslose Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, die den Verkehr geregelt und die Besucher auf den geänderten Verlauf des Zuges hingewiesen habe.

Die Polizei habe kurzfristig zu einem anderen Einsatz ausrücken müssen, aber man sei auch »alleine« bestens zurechtgekommen, so Salzmann.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!