Lohrer Spessartfestwoche: Ein Volksfest im Wandel

Vergnügen

Lohr a.Main
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Die Spessartfestwoche hat schon öfter widrigen Umständen getrotzt. Etwa 1978, als sie trotz der fatalen Gasexplosion in der Lohrer Altstadt stattfand; oder 1980 mit Hochwasser des Mains im Festzelt. Dieses Jahr hätte sie ihr 75. Jubiläum gefeiert. Doch ein unheimlicher und gefährlicher Gegner ist zum Stolperstein geworden.

Aber auch wenn die Spessartfestwoche 2020 coronabedingt abgesagt werden musste, können wir über sie berichten. Hat sie doch schon immer für interessanten Gesprächsstoff gesorgt, wie die Schlagzeilen von einst beweisen.

Die Lohrer Spessartfestwoche hat Geschichte geschrieben und ist ein Spiegel regionaler wie gesellschaftlicher Entwicklungen. Für den anhaltenden Erfolg über all die Jahre sorgte und sorgt ein farbiges Rahmenprogramm.

Meilensteine der Stadtgeschichte

Auch Meilensteine der Lohrer Stadtgeschichte sind mit der Festwoche verbunden, wie der Bau des Freibads oder der zweiten Mainbrücke. Anfangs bestand eine enge Verknüpfung mit der damaligen Stadthalle, es gab eine Messe, Gewerbeschauen und ein Kulturprogramm. Aber dann wandelte sich die Spessartfestwoche rasch zu einem typischen Volksfest mit Bierzelt und Vergnügungspark.

1955 ging die Trägerschaft der Festwoche vom Stadthallenverein auf die Stadt Lohr über, 1960 gab es anlässlich des Baubeginns beim Schwimmbad einen eigenen Festzug dafür, 1962 wurden 50000 Besucher gemeldet, die 200000 Maß Bier tranken, und 1963 wurde der Glaskrug eingeführt, was viele Besucher übrigens als Stilbruch empfanden.

Immer neue Attraktionen wurden geboten: Boxen, Fallschirmspringer, Modenschauen der heimischen Geschäftswelt, Stars und Misswahlen. Nicht zu vergessen die Musik von der Stadtkapelle bis zu berühmten Orchestern.

Die Maß wird immer teurer

Die Spessartfestwoche wandelte sich mit dem Zeitgeschmack und den Wünschen des Publikums. So gab es 1978 die erste Main-Spessart-Ausstellung und ab 1979 wurde der bunte Abend durch den Tag der guten Nachbarschaft ersetzt. Die 1980er brachten mehrere richtungsweisende Neuerungen, die bis heute anhalten. Das Festzelt wurde immer größer, der Preis für die Maß Bier stieg unaufhörlich (und erreichte 1985 die Grenze von fünf Mark). 1984 gab es erstmals Freifahrten nach dem Kinderfest, 1986 ging der Seniorennachmittag an den Start, 1989 erhielt der Biergarten erstmals einen Bretterboden und es wurde Steingutgeschirr eingeführt.

Der Blick ins Lohrer-Echo-Archiv ist natürlich kein Ersatz für das echte und einzigartige Festwochenerlebnis. Doch vielleicht sorgen unsere Texte und besonders die Fotos für schöne Erinnerungen und bereiten damit Vergnügen sowie Vorfreude auf die nächste Spessartfestwoche.

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