Der Trainer steht nur rum

Von Heinz Scheid

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Stehen nur rum: Heimtrainer und Weihnachtsbaum. Foto: Heinz Scheid
Foto: Heinz Scheid
Wer kennt das nicht? Sich ewig ab­stram­peln und trotz­dem kei­nen Mil­li­me­ter vor­wärts kom­men? Vie­le Men­schen ma­chen das so­gar frei­wil­lig, denn sie set­zen sich auf ei­nen Heim­trai­ner. Da­mit, so ver­spricht die Wer­bung, kön­ne man in den ei­ge­nen vier Wän­den das Rad­fah­ren si­mu­lie­ren und sei­ne sport­li­che Aus­dau­er ver­bes­sern. Oder:

»Tu dir etwas Gutes und entdecke deine Leidenschaft fürs Radfahren zu Hause.«

Aber, ehrlich gesagt, mit Leidenschaft hat der Heimtrainer wenig zu tun, eher mit Simulieren. Heißt: Es wird nur so getan, also ob. Das Gerät ist ein echter Quälgeist - entsprechend kostet es einiges an Überwindung, um drauf zu steigen und loszutreten.

Wir haben auch einen Heimtrainer daheim, seit Jahrzehnten schon. Mit einem Display, das anzeigt, wie viele Kilometer man angeblich gefahren sein und wie viele Kalorien man dabei verbraucht haben soll. Im Rückblick eine große (Ent-)Täuschung, denn gefühlt bewegten wir den Heimtrainer mehr als er uns.

Immer, wenn der Christbaum aufgestellt werden muss, beginnt das große Stühlerücken im Haus, um Platz zu schaffen. Was das Jahr über als unnütze Staffage im Wohnzimmer herumsteht, kommt vorübergehend in die Kammer mit dem Heimtrainer, der dadurch weiter ins Hintertreffen gerät. Dabei wäre er gerade in der Weihnachtszeit bitter nötig, um die Plätzchenpfunde einigermaßen in Schach zu halten.

»Heimtrainer« klingt nach Anstrengung. Das ist nicht gerade motivierend. Nun, eigentlich sind das ja Ergometer. Diese ähneln, so lautet eine Beschreibung, zwar im Aufbau einem Fahrrad, besitzen jedoch keine Räder, sondern Standfüße. Doch selbst wenn wir Ergometer sagen, wird die Leidenschaft nicht größer.

Bereits um 1900 soll der erste Heimtrainer konstruiert worden sein. Vor 30 Jahren wurde dann das »Indoor Cycling Bike« erfunden, auch »Spinning Bike« genannt. Bei diesen Geräten muss man sich freilich noch mehr abstrampeln, weil sie eine größere Schwungscheibe als ein Heimtrainer haben. Der Kraftaufwand ist also höher, aber ein echter Ersatz fürs richtige Radfahren sind die Dinger trotzdem nicht.

cWas sind Ihre Erfahrungen auf dem Rad? Schreiben Sie uns an lena.schwaiger@main-echo.de

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