Delegation aus Kamerun besucht Rathaus und Rexroth

Wirtschaftliche Zusammenarbeit: Große Chancen in Westafrika wegen Bodenschätzen und junger Bevölkerung - »Von deutschen Tugenden lernen«

Lohr
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Über Lohr und seine Wirtschaft informierte sich eine Delegation von Unternehmern aus Kamerun bei Bürgermeister Ernst Prüße (links), der Verkehrsvereinsvorsitzenden Margitta Gottschalk (Zweite von rechts) und Carina Rüb von der Touristinformation.
Foto: Thomas Josef Möhler
Eine siebenköpfige Delegation von Unternehmern aus dem westafrikanischen Staat Kamerun hat sich am Montagvormittag im Rathaus über Lohr und seine Wirtschaft informiert. Sein Land wolle vom bloßen Handel wegkommen und eine industrielle Basis aufbauen, erklärte Joseph Sonkoué aus Höchberg, der seit 20 Jahren in Deutschland lebt und hier Betriebswirtschaft studiert hat.
Sonkoué ist Vorstandsvorsitzender des Vereins Afriboom, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Afrika als Wirtschaftsraum in Deutschland bekannter zu machen - und er ist ein Sportsfreund der Judo-Abteilung des TSV Lohr. Die Delegation aus Kamerun kam am Sonntag in Frankfurt an. Lohr ist die erste Station ihrer siebentägigen Reise, die unter anderem noch zur Hannovermesse und zu mittelständischen Maschinenbauunternehmen führt. In Lohr stand ferner ein Besuch bei Bosch Rexroth auf dem Programm, wo es um Windkraftanlagen ging.
Bürgermeister Prüße stellte Lohr als das »wirtschaftliche Zentrum von Main-Spessart« vor. Der Region gehe es sehr gut, die Arbeitslosigkeit sei niedrig, was auch Rexroth zu verdanken sei. Damit ist Lohr in einer Position, auf die Kamerun erst hinarbeiten möchte. »Bei uns geht es vor allem um Einkauf und Verkauf, um schnelle Geschäfte«, meinte Joseph Sonkoué. Das sei als Grundlage für Wirtschaft und Gesellschaft zu wenig. Kamerun habe mit seinen Bodenschätzen, der jungen Bevölkerung und dem relativ guten Bildungsstand viele Chancen und ein »riesiges Potenzial«.
Vom Handel zur Industrie
Er könne nicht verstehen, warum dennoch so viel Armut herrsche, und habe sich vorgenommen, daran etwas zu ändern. Dabei setzt Sonkoué vor allem auf die Unternehmer, die er dazu bringen möchte, sich weg vom bloßen Handel und »in Richtung Industrie zu bewegen«. Er wolle Unternehmer aus seinem Heimatland mit deutschen Firmen in Kontakt bringen, um eine Zusammenarbeit anzubahnen und »Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich etwas entwickeln kann«. Von den deutschen Tugenden könne man lernen: »Organisieren, planen, Disziplin und Ordnung, das braucht Afrika.«
Die Delegation aus Westafrika setzt sich aus mittelständischen Unternehmern zusammen, darunter ein Wäschereibesitzer, ein Installateur und mehrere Bauunternehmer. Ein Druckereibesitzer hat eine private Schule für rund 1000 Kinder gegründet und will nun eine Berufsschule einrichten. Bürgermeister Prüße sagte eine Kontaktaufnahme zu den »Lohrer Hausfrauen« wegen einer eventuellen Unterstützung zu. tjm
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