Zimmertheater Frammersbach: Es geht wieder los

Nach längerer Corona-Pause

Frammersbach
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Der Puppenspieler Kolja Liebscher öffnet nach der Corona-Pause am Sonntag, 20. März, wieder sein Zimmertheater in Frammersbach - links eine Szene vom Schattentheater und rechts eine aus der Puppenbühne. Foto: Karl-Heinz Liebler
Foto: Karl-Heinz Liebler
»Ju­hu, es geht wie­der los, Ma­ma, das Thea­ter geht wie­der los«, ruft ein Mäd­chen. Die­se freu­di­ge Be­grüß­ung er­leb­te der Pup­pen­spie­ler Kol­ja Lieb­scher in die­sen Ta­gen, als er Wer­bung für sein Zim­mer­thea­ter in ei­nem Spiel­wa­ren­la­den in Fram­m­ers­bach ver­teil­te.

Der »Tag der Puppenspieler« wird am 21. März weltweit gefeiert. Einen Tag vorher, am Sonntag, 20. März, öffnet der Puppenspieler in Frammersbach wieder sein Zimmertheater. Wegen der Corona-Pandemie und den dazugehörenden Auflagen gab es eine längere Spielpause.

»Ich habe einen kunterbunten Lebenslauf«, erzählt er. »Bis ich zum Theater kam, habe ich viele Berufe ausgeübt. Meinen Wunschberuf als Bergmann musste ich gesundheitsbedingt aufgeben. In den folgenden Jahren habe ich dann noch andere Berufe ausgeübt. Bei einer Umschulung kam ich durch eine Lehrkraft mit Rollenspielen in Kontakt. Ab dem Zeitpunkt ließ mich das Theaterspielen nicht mehr los.«

Dann habe er auch die ersten Auftritte gehabt. Der Durchbruch als Puppenspieler sei ihm auf dem Puppenspielfestival 2001 in Bochum gelungen: Mit Dornröschen, einem selbst geschriebenen Schattenspielmärchen, habe er den 1. Platz belegt und sei dadurch in der Szene bekannt geworden.

Heitere Grundstimmung

»Für mich wurde es nun leichter, Engagements zu bekommen. Die Aufführungen kamen gut an und ich erhielt nach und nach Engagements in Kindergärten und Schulen, auf Volksfesten und in Museen«, berichtet er. Wenn Kolja Liebscher erzählt, spürt man seine Begeisterung für das Puppen- und Schattentheater. Seine Stücke sind oft abgewandelte Märchen, die zwar für die Kinder noch erkennbar bleiben, die er aber kindgerecht verändert hat. Wert legt er bei seinen Stücken auf eine heitere und lustige Grundstimmung, die oft auch musikalisch umrahmt wird.

Sein Wunsch sei immer gewesen, wieder ein eigenes kleines Theater aufzubauen. Erfahrungen damit hatte er aus seiner Zeit in Thüringen. Diese Möglichkeit ergab sich dann im Jahr 2016. In einer neuen Wohnung in Frammersbach hat er eine Werkstatt, die er für die Herstellung der Bühneneinrichtung und der Figuren und Puppen und braucht. Denn das eigene Herstellen aller im Theaterbetrieb benötigten Figuren und Bauteile sind ihm ein wichtiges Anliegen.

Im Tennisheim in Frammersbach wurde das Zimmertheater dann im Obergeschoss eingerichtet. Für die vielfältige Mithilfe von Bekannten und Freunden ist er heute noch sehr dankbar.

Dort ist in einem Raum die Bühne mit den Sitzgelegenheiten aufgebaut. Bunt ist es im Zimmer daneben: In der kleinen Ausstellung ist vieles aus der »Theaterwelt« dekoriert. Kinder finden hier vielfältige Malmöglichkeiten, an einigen Fingerpuppen können erste Versuche im Theaterspiel ausprobiert werden und alte Puppen und Poster von Aufführungen sind ausgestellt.

»Letztes Jahr wollte ich das fünfjährige Jubiläum hier im Zimmertheater feiern«, erzählt der Künstler. »Ich hatte einige attraktive Bühnen gebucht, die hätten hier ihre Vorstellungen gegeben. Das war dann wegen der Pandemie nicht möglich.«

Der dicke fette Pfannkuchen

Für die Wiedereröffnung habe er sich etwas Besonderes ausgesucht: Ein altes Märchen, das es in vielen Variationen in Europa gibt: Der dicke fette Pfannkuchen. »In dem Stück hüpft ein Pfannkuchen aus der Pfanne, springt in den Garten, rollt davon, viele wollen ihn fangen und essen, es gibt lustige Begegnungen und zuletzt kriegt ihn das Schwein. Mehr wird nicht verraten«, sagt der Künstler.

Weitere Aufführungen mit dem neuen Programm finden 14-tägig im Zimmertheater statt. Am Garten- und Blumenmarkt wird er mit seiner Puppenbühne im Ort dabei sein.

Erfreut und als Auszeichnung empfindet Liebscher die Einladung zum Internationalen Puppenspielfestival in Fürth und Erlangen 2023. Der rüstige Rentner hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2026 möchte er weitermachen, dann bestünde das »Zimmertheater« Frammersbach zehn Jahre.

IZimmertheater Frammersbach, Orber Straße 108 (Zufahrt möglich): Sonntag, 20. März: »Der dicke fette Pfannkuchen«, Schattenspielmärchen für Kinder ab drei Jahren Beginn: 15 Uhr, Einlass: 14.30 https://www.schattenkolja.de.

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