Das Positive am Pflegeberuf darstellen

Gesundheit:Informationswoche des Netzwerks »Klinik-Kompetenz Bayern« - Auftakt in Lohrer Klinik

Lohr a.Main
2 Min.

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Nach dem Motto »Lachen ist die beste Medizin« hat das Duo »Die Steptokokken« das Publikum »behandelt«. Foto: Thomas Josef Möhler
Foto: Thomas Josef Möhler
Ge­gen ei­ne ne­ga­ti­ve Sicht des Pf­le­ge­be­rufs wen­det sich die In­for­ma­ti­ons­wo­che des Netz­werks »Kli­nik-Kom­pe­tenz Bay­ern« (KKB), dem auch das Kli­ni­kum Main-Spess­art an­ge­hört. Bei der Auf­takt­ver­an­stal­tung am Di­ens­tag im Loh­rer Kran­ken­haus wur­den da­her die po­si­ti­ven Sei­ten des Be­rufs her­aus­ge­s­tellt.

Dem Netzwerk KKB gehören nach Angaben seines Vorstandes Alexander Schraml 32 Mitglieder an, die für 65 Kliniken in ganz Bayern mit 1,5 Millionen Patienten im Jahr, 30 000 Mitarbeiter und 2500 Auszubildende stehen. Seit Jahren gebe es die Informationswoche des KKB zu wechselnden Themen. Dieses Jahr laute es »Pflege (be-)trifft jeden«.

Kein anderer Beruf im Gesundheitsbereich habe einen stärkeren Wandel mitgemacht als der Pflegeberuf, unterstrich Christine Hausotter, die Pflegekoordinatorin des Klinikums. Sein Image sei nicht gut, obwohl er abwechslungsreich und spannend sei. Pflegekräfte dürften Entscheidungen treffen, arbeiteten im Team mit Kollegen und hätten Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Sichtbare Erfolge

Eine Umfrage unter den Pflegekräften des Klinikums, warum sie gerne in ihrem Beruf arbeiteten, habe sie begeistert, weil in den Antworten so viel Herzblut stecke, berichtete Hausotter. Sie zitierte Antworten wie »weil der Beruf fachliche und soziale Kompetenzen erfordert« und »weil ich gerne mit Menschen arbeite«. Ein weiterer Pluspunkt sei, dass die Pflegekräfte die Erfolge sehen könnten, die sie durch ihre Arbeit bewirkten.

Von der Digitalisierung erwartet sich die Pflegekoordinatorin eine Entlastung der Pflegekräfte vom administrativen Aufwand. Die sogenannte Patientenzeit, in der sich die Pflegekräfte tatsächlich den Patienten zuwenden könnten, liege bei rund 20 Prozent. Anfänge mit der elektronischen Patientenakte seien gemacht.

»Pflegebrille« mit Daten

Hoffnungen setzt Hausotter auf die neueste Entwicklung, die »Pflegebrille«. Sie werden von Pflegekräften getragen, auf die Brillengläser würden Patientendaten gespiegelt. Die Pflegekräfte würden also über die Patienten informiert, ohne das Zimmer verlassen zu müssen, um Akten zu holen, und hätten beide Hände für ihre Arbeit frei.

Nach den Worten von Cornelia Köstler, der Geschäftsleiterin des Lohrer Krankenhauses, ist durch den gesellschaftlichen Wandel die Pflege in den Focus der Politik gerückt. Was Vergütung und Strukturen angehe, habe sich in den letzten Monaten einiges getan, »aber vieles ist nicht zu Ende gedacht«. Der Pflegeberuf sei ein schöner Beruf, er genieße ein hohes gesellschaftliches Ansehen und sei zukunftssicher, denn die Pflege selbst lasse sich nicht digitalisieren.

Die öffentliche Diskussion vermittelt nach Ansicht der stellvertretenden Landrätin Sabine Sitter ein verzerrtes Bild vom Pflegeberuf. Pflegekräfte würden mehr denn je gebraucht. In Deutschland seien knapp drei Millionen Menschen pflegebedürftig, im Main-Spessart-Kreis seien es über 4300 (Zahlen von Ende 2015).

So wichtig wie Ärzte

Die Strategie im Klinikum habe sich geändert, berichtete Klinikreferent Gregor Bett. Ziel sei jetzt eine exzellente Medizin und Pflege: »Dabei sind die Pflegenden genauso wichtig wie die Ärzte.« Dadurch solle die Wertschätzung des Pflegeberufs zum Ausdruck gebracht werden.

Nach dem Motto »Lachen ist die beste Medizin« behandelte das Duo Die Steptokokken das Publikum und bot Gesang und Stepptänze. Die zwei Frauen versprechen »hochdosierte Medizin-Comedy«.

THOMAS JOSEF MÖHLER
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