Das Messer nicht aus der Hand gelegt

Kunst: Der ehemalige Chirurg Bruno Hock schafft mit scharfen Klingen Intarsienarbeiten für einen guten Zweck

Triefenstein
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Die Homburger Papiermühle gehört zu den Lieblingsmotiven von Bruno Hock.
Foto: Günter Reinwarth
Bruno Hock und seine Intarsien, die jetzt neue Liebhaber finden sollen. Fotos: Günter Reinwarth
Foto: Günter Reinwarth
Der Grund, den Bru­no Hock für sein neu­es Ste­ckenp­ferd nennt, könn­te man im ers­ten Mo­ment mit ein we­nig Sch­mun­zeln kom­men­tie­ren.

Der gelernte Chirurg und Gründer der Ambulanten Chirurgie Triefenstein »wollte vor zwei Jahren mit Erreichen des Rentenalters das Messer nicht aus der Hand legen und sich nach Einsatzmöglichkeiten für scharfe Klingen umschauen«.

Individualkurs belegt

Das Messer hatte für den pensionierten Mediziner in seinem Berufslebens nämlich zum »Handwerkszeug« gehört, wenn er am Operationstisch stand. Heute gehört es für ihn zum wichtigsten Utensil, wenn er sich mit Intarsien befasst. Dass Einlegearbeiten mit viel künstlerischem Know-How sowie mit Geduld und Ausdauer verbunden sind, hat Bruno Hock erfahren, als er in den vergangenen zwei Jahren nochmals die Schulbank drückte und bei Heinz Echtermann in Mermuth, ein kleines Dorf im Rhein-Hunsück-Kreis, dreimal je eine Woche einen Individualkurs belegte.

Echtermann gehört für Insider in der Bundesrepublik zur »grauen Eminenz« auf dem Gebiet der Intarsien-Bildkunst. Der heute 87-jährige Künstler ist Chef eines Intarsien-Museums und kann auf eine über 70-jährige Erfahrung im Umgang mit Furnierhölzern aus aller Welt verweisen. Er habe viel restauriert und neue Techniken entwickelt, »mit denen er geometrische Muster nach leichten mathematischen Grundregeln generiert«, sagt Hock über seinen Lehrmeister aus dem Hunsrück.

Verleimen, Schleifen, Lackieren

Für die Intarsien-Arbeit brauche man zwei scharfe Messer und eine Dreiecksklinge aus Sägeblatt-Stahl, sagt Hock. Besonders reizvoll sei für ihn die Suche nach passenden Holzmustern und Farben. Mittels einer Presse, die ihm Johannes Follmer, der Chef der Homburger Papiermühle, zur Verfügung gestellt habe, erfolge eine Festigung der Furnierbilder, damit ein »Verziehen« ausgeschlossen sei.

In der Regel könne er in zwei bis drei Tagen mit »Verleimen, Schleifen und Lackieren« problemlos eine Intarsie fertigstellen. Motiv-Bilder nach Vorlage, wie zum Beispiel die Papiermühle oder das Schloss Homburg, dauerten etwa eine Woche. Die Furniere erhalte er entweder vom Intarsien-Museum oder von Manfred Reger aus Marktheidenfeld, der Hölzer aus aller Welt anbieten könne. Sein Lieblingsmotiv sei unter den bisherigen Arbeiten tatsächlich die Papiermühle in Homburg gewesen, betont der Intarsien-Künstler aus Lengfurt.

Schon rund 50 Werke

Mittlerweile hat Hock im stillen Kämmerlein, dann, wenn er mal keinen »Enkel-Dienst« hat, rund 50 Bilder mit viel Herzblut und Liebe zum Steckenpferd in unterschiedlichen Größen geschaffen. Einige Früchte seiner Arbeit gibt er nun gegen eine Spende für die Stiftung »Offene Hände« in Erlenbach (offene-haende-erlenbach.de), für die Stiftung der Musikkapelle Lengfurt (https://www.musicumlengfurt.de) oder für die Ukraine-Hilfe ab. Jüngst waren 25 Intarsien, die gegen Spenden zu haben sind, im Vorraum der Festhalle Erlenbach bei einem Benefizkonzert der Musikkapelle Lengfurt ausgestellt.

Nur Einzelstücke

Bruno Hock betont, dass nur Einzelstücke versteigert würden, die alle »liebevoll mit scharfen Messerklingen geschnitten und auf Holzplatten fest verleimt sind«. Eine Mindestspende von 50 Euro für ein Bild sei notwendig, ein freiwilliges Aufstocken erwünscht.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!