Das große Rad drehen

von Monika Büdel

Lohr
< 1 Min.

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Wer schon vor Co­ro­na viel mit dem Fahr­rad un­ter­wegs war, hat den Ver­g­leich und stellt fest: Es sind mehr Men­schen mit Fahr­rad un­ter­wegs. Al­lein, mit Kind und Ke­gel, mit Pack­ta­sche oder An­hän­ger. Was da zu se­hen ist, reicht von exo­tisch bis zur Be­stä­ti­gung von Kli­schees.

Drahtesel, die vermutlich Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in Scheunen und Kellern nur von Spinnen beachtet dahinvegetiert sind, werden plötzlich ans Licht geholt. Männer in grellen Trikots preschen als Pedalritter hervor. Das Verhältnis von Geschwindigkeit zu Bauchumfang macht verdächtig. Ein Blick und das Vorurteil ist bestätigt: Das elektrische Motörchen hilft den erschlafften Muskeln.

Nicht geschüttelt und gerührt

Die wiedereröffnete Außengastronomie lädt ein zum Boxenstopp. Der Vorteil gegenüber dem durch den vorherigen Lockdown wiederentdeckten Picknick: Im Biergarten bekommt der Radler ein Radler, das weder geschüttelt noch gerührt ist. Doch Vorsicht bei der Getränkewahl: Für eine Halbe Radler radelt der Radler kalorientechnisch bei mäßigem Tempo rund eine halbe Stunde - ohne Motor wohlgemerkt.

Die Vorzüge der E-Bikes sollen hier nicht in Abrede gestellt werden: Leistungsunterschiede bei Paaren lassen sich wettmachen, bei eingeschränkter Gesundheit, als Ersatz für das (Zweit-)Auto.

Bleibt noch das Umweltproblem mit den Akkus und die Sache, dass sie Strom brauchen. Um den Klimawandel zu stoppen, wollen einige Lohrer Kommunalpolitiker den Stadtbahnhof reaktivieren. Das klang vor ein paar Monaten noch revolutionär. Seit Corona-Infektionsschutz ist Radfahren das neue Zugfahren. Wer heute das große Rad drehen will, sperrt Straßen zugunsten von Radlern.

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