Danceperados bringen irische Weihnacht in Stadthalle

Stepptanz: "Spirit of Irish Christmas" erntet Beifallsstürme

Lohr a.Main
1 Min.

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Sie ernteten Beifallsstürme für ihre Show "Spirit of Ireland": Die Stepptanzgruppe "Danceperados of Ireland".
Foto: Rita Gress
Wenn das kein vor­weih­nacht­li­ches Fest für Au­gen, Oh­ren und Ge­müt war. In ih­rer Stepptanz­show "Spi­rit of Irish Christ­mas" ha­ben die Dan­ce­pe­ra­dos of Ire­land am Sonn­tag Weih­nachts­bräu­che ih­res Lan­des auf die Büh­ne der Stadt­hal­le ge­bracht.

Dort waren die Spielregeln augenblicklich klar: Hier eine vor Energie sprühende zehnköpfige Gruppe an Tanzwütigen und ein gleichermaßen temperamentvoll agierendes Sextett an Musikern und Sängern, da 450 Zuschauer, unter denen sich selbst Bewegungsverweigerer zum Klatschen, Mitwippen und stürmischen Beifallsbekundungen hinreißen ließen.

Begleitet von keltischen Liedern peitschten auf der Bühne Clicks mit Heels im Viervierteltakt von Reels oder rasanten Neunachteltakt-Jigs. Arme und Oberkörper der Tänzer bleiben unbewegt, ausschlaggebend ist die streng reglementierte Fußarbeit. Auf der rechten Schulter der männlichen Kostüme funkelt das National-Emblem, die Frauen tragen Glitzerkostüme oder traditionelle Trachten und schwarze Strumpfhosen.

Die Choreografie der zweistündigen Show gestaltete der zweifache Stepp-Weltmeister Michael Donnellan. Er war unter anderem Solist in den Bühnenshows "Riverdance" und "Lord of the Dance", der irischen Legende vom Kampf guter und böser Mächte. Dass Weihnachten auf der von der Landschaft geprägten grünen Insel anders ist oder zumindest vor der Kommerzialisierung des Festes war, belegten Bilder auf Großleinwand.

Im Ausland lebende Familienmitglieder kehrten nach Hause zurück ("Welcoming for Paddy") und feierten im Kreis von Familie, Nachbarn und Freunden mit Tanz, Whiskey, Bier und Plumpudding. Die Pubs waren brechend voll und sie sind es heute noch. Der sehr emotional vorgetragene Gesang "Saved by a Single Malt" galt Menschen am Rande der Gesellschaft, für die Weihnachten keine glückliche Zeit war.

Männer putzen

Heiligabend nimmt in Irland nicht dieselbe zentrale Rolle ein wie auf dem Kontinent. Die Geschäfte bleiben bis zum späten Abend geöffnet. Das Fest beginnt mit der Mitternachtsmesse, während der "Santy" die Geschenke bringt. In den Fenstern erinnert eine brennende Kerze an die Herbergssuche von Maria und Josef. Sie ist Symbol geblieben für Willkommensein von Reisenden.

Ein außergewöhnlicher Brauch ist nach wie vor das Weihnachtsschwimmen am 25. Dezember. Zugunsten wohltätiger Zwecke stürzen sich Mutige in das eiskalte Wasser des Meeres. Tags darauf ziehen maskierte Wren Boys (Zaunkönig-Jungen) durch die Straßen und sammeln am Stefanstag für einen guten Zweck. Der 6. Januar heißt "kleine Weihnacht" oder "Weihnacht der Frauen". Diese lassen die Arbeit ruhen und gehen ins Pub, während die Männer die Weihnachtsdekoration abnehmen, kochen und das Haus putzen. Tun sie es nicht, bringt das Unglück über die Familie.

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