Damit das Pflücken fremder Früchte legal bleibt

Mundraub: Mit Bändern können Baumbesitzer signalisieren, dass das Ernten ihrer Früchte erlaubt ist

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Pflücken erlaubt: Apfelbaum mit gelbem Band. Foto: Petra Simon
Foto: Petra Simon
Wer oft in der frei­en Na­tur un­ter­wegs ist, kommt sch­nell in Ver­su­chung: Obst­bäu­me voll mit rei­fen Früch­ten. Aber darf man die­ses Obst auch pflü­cken, oh­ne gleich ei­ne Straf­tat zu be­ge­hen? Nein! Selbst die Weg­nah­me am Bo­den lie­gen­der Früch­te ist Dieb­stahl.

Also lieber Hände weg oder den Eigentümer fragen. Aber wie kommt man an dessen Namen? Das Erbrecht macht es nicht einfach, denn alle paar Meter wechselt der Eigentümer. Dabei hängen die Bäume mitunter voll mit Obst, das bisweilen nicht abgeerntet wird. Die Main-Spesart-Kreisstadt Karlstadt hat deswegen heuer erstmals die Aktion »Ernten erlaubt« ins Leben gerufen. Sie möchte Besitzer von Obstbäumen und Liebhaber frischer Früchte zusammenbringen. Wer wegen eines Überangebots sein Obst nicht selbst verarbeiten will, kann seinen Baum mit einem gelben Band kenntlich machen. So weiß der Spaziergänger, dass hier Pflücken ausdrücklich erlaubt ist.

Denn weil es kaum noch herrenlose Bäume ohne Eigentümer gibt, wird es für Obstliebhaber immer schwerer, legal und kostenlos an Früchte zu kommen. Abhilfe schafft da beispielsweise die Internetseite www.mundraub.org. Sie listet bundesweit über 58 000 Fundorte auf, an denen legal geerntet werden darf. Das Interesse an frei zugänglichem Obst ist groß: Mehr als 82 000 »Mundräuber« in knapp 170 Gruppen sind aktiv. Auch für den Spessart gibt es Einträge, selbst ein einzelner Walnussbaum mit Anfahrtsbeschreibung ist gelistet.

Die Karlstadter Aktion ist kein Einzelfall. Es gibt andere Kommunen im Bundesgebiet, die den Fremdpflückern klarmachen wollen: Von wegen Betreten verboten - an diesen Bäumen ist das Ernten erlaubt. Womöglich findet das Karlstadter Beispiel ja schon bald weitere Nachahmer. Denn regionales Obst ist auch gut für die Umwelt.

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