Gemünden: Sanierung der Sinnbrücke nur bei Vollsperrung

Verkehr

Gemünden a.Main
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Um die Sinnbrücke im Verlauf der Klinikstraße zu sanieren, muss sie für rund neun Monate voll gesperrt werden. Die Stadt sucht nach Möglichkeiten, in dieser Zeit den Verkehr umzuleiten. Foto: Thomas Josef Möhler
Foto: Thomas Josef Möhler
Weil sich her­aus­ge­s­tellt hat, dass die Sinn­brü­cke der Kli­nik­stra­ße für ei­ne Sa­nie­rung min­des­tens neun Mo­na­te voll ge­sperrt wer­den muss, sucht die Stadt nach Mög­lich­kei­ten, den Ver­kehr um­zu­lei­ten. Ei­ne könn­te die Sinn­brü­cke der Häf­n­er­gas­se sein, die aber erst er­tüch­tigt wer­den müss­te. Der Stadt­rat hat am Mon­tag ein­stim­mig Pla­nungs­kos­ten von der ei­nen zur an­de­ren Brü­cke um­ge­schich­tet.

Die Brücke zum Gesundheitszentrum Main-Spessart wurde nach Angaben von Bauamtsleiter Jörg Breitenbach 1995 gebaut. Die Übergangskonstruktionen an beiden Enden, die Kappen mit den Gehsteigen und der Beton müssten saniert beziehungsweise ausgetauscht werden. Für Planungskosten stünden im Haushalt 60.000 Euro bereit.

Allerdings hätten zu Rat gezogene Baufirmen durchblicken lassen, dass die anvisierte Sanierung mit einer halbseitigen Sperrung der 5,5 Meter breiten Fahrbahn unrealistisch sei. Es müsse mit einer Vollsperrung von mindestens neun Monaten gerechnet werden. Damit wären das Gesundheitszentrum, das Josefshaus, der Tennisclub und andere Gebäude abgeschnitten.

Behelfsbrücke sehr teuer

Eine Behelfsbrücke über die Sinn käme nach Breitenbachs Worten sehr teuer, und es wären für die Genehmigung aufwendige Rechtsverfahren nötig. Im Bauamt seien daher Überlegungen aufgekommen, die seit Jahren für den Autoverkehr gesperrte, noch ältere Sinnbrücke der Häfnergasse während der Zeit der Vollsperrung als alternative Zufahrt zu nutzen.

Dafür müsste das Bauwerk aber erst einmal ertüchtigt werden, damit es den Verkehr tragen könne. Der Überbau müsste erneuert und die Lager gewechselt werden. Mit dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg und den Anliegern wurden laut Breitenbach bereits positive Gespräche geführt.

Nach Angaben des Bauamtsleiters bekäme die ertüchtigte Brücke Häfnergasse wie früher, als sie noch mit Autos befahren werden durfte, eine Beschränkung auf zwölf Tonnen Maximalgewicht von Fahrzeugen. Schwerlastverkehr sei wegen der nur 3,6 Meter hohen Bahnunterführung auf der Anfahrt zur Brücke ohnehin unmöglich. Die Verwaltung schlage vor, die Planungskosten von der Klinikstraßen- zur Häfnergassenbrücke zu verschieben.

Vergeblich fragte Erhard Wiltschko (Freie Wählergemeinschaft) nach den Kosten für die Sanierung der Klinikstraßen-Brücke. Um diese zu ermitteln, stünden die Planungskosten im Haushalt, meinte Bürgermeister Jürgen Lippert. Laut Jörg Breitenbach werden die Kosten "auf jeden Fall sechsstellig" sein.

Verschleiß normal

Matthias Risser (CSU) wunderte sich, dass das Bauwerk nach noch nicht einmal 30 Jahren saniert werden muss. Laut Lippert ist das ein "ganz normaler Vorgang", weil die von Breitenbach genannten Bauwerksteile verschlissen seien. Der Weg zur Häfergassenbrücke sei nicht im besten Zustand, gab Richard Rauscher (FW) zu bedenken. Das werde im Zuge der Planung untersucht, versicherte Lippert.

"Echt Bauchschmerzen" hat Wolfgang Remelka (Bündnis für Bürgernähe) wegen der geplanten Tonnagebeschränkung für die Häfnergassenbrücke. Hilfs- und Feuerwehrfahrzeuge seien teilweise schwerer als zwölf Tonnen. Zudem bestehe für die Brücke Hochwassergefahr.

Auch hier verwies der Bürgermeister auf die Planung. Theoretisch könnte man das abgeschnittene Viertel auch von Schaippach aus über Waldwege anfahren. Das fand Helmut Aulbach (Freie Wählergemeinschaft) "unmöglich". Es dauere viel zu lange, Rettungsdienst und Feuerwehr über Schaippach anfahren zu lassen.

Bürgermeister Lippert warnte davor, bereits vor der Planung "die Flinte ins Korn zu werfen". Auch über eine auf zwölf Tonnen beschränkte Brücke könnten schwerere Fahrzeuge fahren - nur eben nicht im Dauerverkehr.

Robert Lampert (CSU) wollte wissen, ob die Vollsperrung der Klinikstraßenbrücke unvermeidlich ist. Das bejahte Lippert. Eine halbseitige Sperrung scheitere an den verbleibenden Arbeitsbreiten. Das Gewerbeaufsichtsamt prüfe sehr penibel das gefahrlose Arbeiten.

Wieder sperren

Was nach der Sanierung der Klinikstraßenbrücke mit einer ertüchtigten Häfnergassenbrücke passiere, wollte Carsten Ceming (CSU) wissen. Sie werde wieder für Autos gesperrt und sei nur für Fußgänger und Radfahrer nutzbar, kündigte der Bürgermeister an. Für einen Dauerverkehr sei die Häfnergasse nicht ausgelegt.

Brauchen Trinkbrunnen einen Namen?

Gemünden. Wohlwollend zur Kenntnis genommen hat der Stadtrat am Montag die Absicht des Kommunalunternehmens (KU) Stadtwerke Gemünden, am Marktplatz und an der Duiven-Allee zwei Trinkbrunnen aufzustellen. Nur eine Kleinigkeit der KU-Pläne war umstritten: Brauchen diese Trinkbrunnen wirklich Namen?

Nach Angaben von Bürgermeister Jürgen Lippert will das KU die Förderung des Freistaats von "kommunalen Trinkbrunnen im öffentlichen Raum" nutzen. Gefördert würden bis zu zwei Trinkbrunnen je Gemeinde. Die Zuschusshöhe betrage 90 Prozent der zuwendungsfähigen Aufwendungen bis maximal 15.000 Euro pro Brunnen.

Das KU habe sich für das Programm beworben und mittlerweile einen positiven Förderbescheid erhalten, berichtete Lippert. Vorgesehen sei, dass das KU die Trinkbrunnen installiere, das notwendige Trinkwasser zur Verfügung stelle und die zehn Prozent Eigenbeteiligung übernehme. Die Wahl sei auf das hygienische Modell "w.dot" der Firma Ferrum Handel aus pflegeleichtem Edelstahl gefallen.

In Leitungsnähe

Bei der Standortsuche habe sich das KU für den Marktplatz in der Nähe des Brunnens und die Duiven-Allee am Spielplatz entschieden. Lippert versicherte, die Standorte lägen in der Nähe von Wasserleitungen, so dass sich der Aufwand des Anschließens in Grenzen halte. Die Brunnen sollten für das KU und die kommunale Wasserversorgung werben.

Dafür sollten neben ihnen Tafeln aufgestellt werden, die darauf hinwiesen, dass das Trinkwasser aus den Tiefbrunnen in Schaippach und Seifriedsburg gewonnen werde. Zudem schlage das KU vor, die Trinkwasserbrunnen "Brunnhilde" und "Brunno" zu nennen. "Das bleibt im Gedächtnis", meinte Lippert.

Ferdinand Heilgenthal (SPD), Matthias Risser (CSU) und Erhard Wiltschko (Freie Wählergemeinschaft) sahen das anders. Man müsse aufpassen, "dass man nicht ins Lächerliche abrutscht", warnte Heilgenthal. "Dazu kann jeder seine Meinung haben", entgegnete Lippert. Die Namen brauche man nicht zwingend. Er will das Detail noch einmal im KU-Verwaltungsrat diskutieren lassen.

Überschaubare Folgekosten

Nach der Höhe der Eigenbeteiligung des KU erkundigte sich Wolfgang Remelka (Bündnis für Bürgernähe). Genaue Zahlen konnte der Bürgermeister nicht nennen, die maximal zuwendungsfähigen Kosten von 15.000 Euro je Brunnen würden aber nicht überschritten. Auch der Aufwand für die Pflege und damit die Folgekosten seien "überschaubar".

Remelka regte an, bei der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes einen weiteren Trinkbrunnen vorzusehen. Ob der Standort Duiven-Allee hochwassersicher sei, wollte Richard Rauscher (FW) wissen. Das bejahte Lippert, denn der genaue Standort muss laut Bürgermeister mit dem Wasserwirtschaftsamt abgeklärt werden. tjm

Stadtrat Gemünden in Kürze

Gemünden. Der Stadtrat hat sich am Montag auch mit diesen Themen beschäftigt:

Wasserversorgung: Nach der Versorgungssicherheit mit Trinkwasser erkundigte sich Hans-Joachim Schüßler (Ökokreis). "Erfahrungsgemäß gibt es keine Probleme", meinte Bürgermeister Jürgen Lippert. Auch in den sehr trockenen Jahren 2018 und 2019 sei die Versorgung immer gewährleistet gewesen. "Wir sind sehr gut aufgestellt."

Verkehrshindernis: Erhard Wiltschko (Freie Wählergemeinschaft) berichtete, in der Ortsdurchfahrt von Langenprozelten stehe in einem Kurvenbereich ein Bauschuttcontainer auf der Fahrbahn. Dafür gebe es eine verkehrsrechtliche Anordnung, versicherte der Bürgermeister. Auch der Verkehrssachbearbeiter der Polizei habe sich die Situation angesehen und keine Einwände erhoben. "Es ist alles im grünen Bereich, auch wenn das einige Bürger anders sehen", erklärte Lippert.

Grund- und Mittelschule: Zum zweiten Mal musste der Stadtrat die Trockenbauarbeiten im Rahmen der Digitalisierung und Brandschutzverbesserung der Grund- und Mittelschule am Hofweg vergeben. Die ursprünglich beauftragte Firma hat Insolvenz angemeldet. Jetzt ging der Auftrag für gut 340.000 Euro brutto an das Unternehmen Stöth aus Fuchsstadt. tjm

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