Ausreichend Fachkräfte zu finden, fordert heraus

Arbeiterwohlfahrt: Baut Bezirksverband auch Personalwohnungen? - Bald 3000 hauptamtlich Beschäftigte

Lohr a.Main
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In der Mittagspause der Bezirkskonferenz pflanzten Awo-Mitglieder vor der Begegnungsstätte in Lohr einen Baum. Foto: Dirk Baumann
Foto: Dirk Baumann/Awo Unterfranken
Als star­ke Kraft in der frei­en Wohl­fahrtspf­le­ge der Re­gi­on hat sich der 7500 Mit­g­lie­der zäh­l­en­de Be­zirks­ver­band Un­ter­fran­ken der Ar­bei­ter­wohl­fahrt (Awo) am Sams­tag auf sei­ner Be­zirks­kon­fe­renz in der Loh­rer Stadt­hal­le.

»Die Zahl der hauptamtlich Beschäftigten wird in den nächsten Monaten die 3000 erreichen«, kündigte der alte und neue Bezirksvorsitzende Stefan Wolfshörndl an.

Derzeit sind 2900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 94 Einrichtungen und Diensten der Awo Unterfranken tätig. Vor neun Jahren waren es 1700. Dazu kommen viele Hundert ehrenamtliche Kräfte in der freien Wohlfahrtspflege. In diesem Jahr wird die Awo im Bezirk Unterfranken ihren Jahresumsatz auf die neue Rekordsumme von 141 Millionen Euro schrauben. Auf über 18 Millionen Euro belaufen sich heuer die Investitionen für Menschen, die sich der Awo anvertrauen.

Behindertenhilfe ausgebaut

In der Sitzung wurde die Arbeit im Haupt- und Ehrenamt der Awo bewertet - coronabedingt ein Jahr später als üblich. Der Blick der Führung richtete sich auch auf die gesellschaftlichen Veränderungen und das sozialpolitische Umfeld. Neben den Rechenschaftsberichten und Wahlen ging es unter anderem um eine Satzungsänderung.

Die Awo Unterfranken hat ihren Wachstumskurs in den letzten Jahren in allen Unternehmensbereichen fortgesetzt. Erinnert wurde beispielsweise an die Einführung innovativer Konzepte in der Alten- und Behindertenhilfe. Ergänzt hat man Kernaufgaben in der Altenhilfe. In allen ihren neuen Einrichtungen, so die Berichte am Samstag, schuf der Verband Hausgemeinschaftsmodelle mit eigenen Wohnküchen. Sie sind auf den normalen und gewohnten Alltag ausgerichtet.

Stark weiterentwickelt hat sich nach Awo-Angaben das breitgefächerte Angebot im Bereich der Behindertenhilfe in Form von Inklusionsbetrieben. Dort arbeiten jeweils mindestens 40 Prozent der Beschäftigten mit einer Schwerbehinderung, war zu hören.

Dazu zählen zwei Hotels, ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb, das Bistro Belvedere in Würzburg und zwei Tegut-Märkte.

Die unterfränkische Arbeiterwohlfahrt engagierte sich auch in der Hilfe für Geflüchtete und betreute unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Naturnahe Erlebnisse will die Awo bei der Umsetzung von Natur- und Waldkindergärten bieten.

Der Verband hat auch viele alte Immobilien saniert. Vorstand und Geschäftsführung möchten das Wachstum in den nächsten Jahren fortführen, um den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. Dazu gehöre auch das geplante Seniorenzentrum in Lohr.

Vernetzung mit Ehrenamtlichen

Die Awo Unterfranken kümmert sich auch um die Stärkung des Ehrenamtes, um die Vernetzung von haupt- und ehrenamtlichen Kräften. Sie will neue Helferinnen und Helfer gewinnen. Die Vernetzung von Jugendwerk und Arbeiterwohlfahrt gehört zu den wichtigen Arbeitsschwerpunkten, geht aus dem in der Bezirkskonferenz vorgelegten Geschäftsbericht für die Jahre 2016 bis 2020 hervor. Er fasst auf rund 75 farbigen Seiten unter anderem die Bereiche Digitalisierung, Senioren und Rehabilitation, Kinder, Jugend und Familie sowie Behindertenhilfe und Inklusion zusammen.

Der Bezirksvorsitzende Stefan Wolfshörndl (Gerbrunn) erinnerte in der knapp vierstündigen Konferenz vor 77 stimmberechtigten Delegierten aus ganz Unterfranken daran, dass viele Wünsche da sind und auch Geldmittel. Die große Herausforderung sei die Gewinnung von Fachkräften. Um für die Pflege und die soziale Arbeit ausreichend Personal zu finden, bilde der Bezirksverband derzeit allein in der Pflege fast 150 Menschen aus.

In der Pflege halten

Die Awo versuche, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Unter anderem mit einem speziellen Arbeitszeitmodell. Man will Menschen längerfristig in der Pflege halten und denkt auch in Unterfranken eventuell über den Bau von Personalwohnungen nach.

In der Mittagspause der Bezirkskonferenz pflanzten Awo-Mitglieder vor der Begegnungsstätte in Lohr einen Baum. Anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Awo-Bezirksverbandes Unterfranken wurden 60 Bäume in ganz Unterfranken gepflanzt. Sie sollen dem Klimaschutz dienen. Der vom Awo-Ortsverein Lohr gestiftete Baum war der letzte. Ihn begossen unter anderem vom Main-Spessart-Verband der Vorsitzenden Karl-Heinz Ebert und der wiedergewählten stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Harald Schneider.

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