Aufs Lermann-Gelände kommt ein Narrenzentrum

Faschingsauftakt: Bürgermeister Thomas Stamm schwenkt die weiße Fahne vor den mit Böllerschüssen aufkreuzenden Hädefelder Lorbsern

Marktheidenfeld
2 Min.

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»Ein Jahr Pause ist genug«, findet Julian Salzmann, der Sitzungspräsident des Faschingsvereins Hädefelder Lorbser.
Foto: Christian Weyer
Werner Scheurich (84) ist schon seit der Gründung im Jahr 1971 bei den Hädefelder Lorbsern.
Foto: Christian Weyer
Die Lorbser haben ihr Ziel erreicht: Eric Brönner (links) und Norbert Feser (rechts) nehmen Bürgermeister Thomas Stamm samt Rathausschlüssel in Beschlag.
Foto: Christian Weyer
Die Faschingssession ist eröffnet. Die Hädefelder Lorbser feierten mit Bürgermeister Thomas Stamm (Mitte) auf dem Marktheidenfelder Marktplatz. Fotos: Christian Weyer
Foto: Christian Weyer
Be­g­lei­tet von Böl­ler­schüs­sen, mit Hu­pen und ei­nem Schlacht­ruf ha­ben die Hä­de­fel­der Lorb­ser am Don­ners­tag­vor­mit­tag die Amts­ge­walt im Rat­haus über­nom­men. Bür­ger­meis­ter Tho­mas Stamm ver­such­te es mit al­len Tricks, muss­te am En­de aber doch die wei­ße Fah­ne aus dem Fens­ter sei­nes Bür­os schwen­ken.

Ob sie denn keine Zeitung gelesen hätten, dass es mit den Finanzen der Stadt bergab gehe, fragte Stamm die gut 30 Narren, die das bloß mit einem müden Lächeln quittierten. Stattdessen forderte ihn Sitzungspräsident Julian Salzmann auf, den Betrag im Stadtsäckel zu verdoppeln, weil der Rathaussturm im vergangenen Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen war. Der Bürgermeister hatte ein Einsehen und ließ sich von den mit einem Speer bewaffneten Eric Brönner und Norbert Feser am Rathauseingang abholen, um gegenüber auf dem Vorplatz seine Amtsenthebung zu verkünden.

Erlenbach wird eingemeindet

Wie weit denn nun die »Entwurfspläne für unsere Stadthalle auf dem Udo-Lermann-Gelände« gediehen sind, wollte der Sitzungspräsident wissen. Der Bürgermeister entgegnete, die ersten Pläne würden am 25. November im Stadtrat vorgestellt. »Es wird also so sein, dass das gesamte Areal abgerissen wird, dass wir also alle Faschingsvereine der Kernstadt und natürlich auch der Ortsteile zusammen dort unterbringen können«, sprach der Bürgermeister von seinen Ideen für ein Narrenzentrum mitten in der Stadt. Auch die Gäste vom Erlenbacher ECV nahm Stamm für dieses Vorhaben mit ins Boot. »Wir freuen uns natürlich, wenn wir endlich Erlenbach eingemeinden können«, sagte der Bürgermeister unter großem Gelächter aus der Runde.

Auf einen richtigen Rathaussturm haben die Lorbser am Donnerstag wegen der steigenden Inzidenzzahlen bewusst verzichtet. Auch der sonst übliche Besuch der örtlichen Geschäfte blieb diesmal aus, wie Lorbser-Präsident Günter Geißler erzählte. Stattdessen ging es mit Musik aus dem Lautsprecher zum Marktplatz, wo die Metzgerei Pfister ein Festzelt aufgebaut hatte und eine Stärkung für die bevorstehenden anstrengenden Narrentage servierte.

Thomas Stamm durfte dann schon einmal für seine erste Laurenzi-Messe als Stadtoberhaupt üben und beim »Lorbser-Martini-Faschings-Festbier-Anstich«, so Julian Salzmann, ein von der Martinsbräu gestiftetes 20-Liter-Freibier-Fass anzapfen. Drei Schläge genügten und der Gerstensaft floss unter dem Jubel der Menge ins Glas, der Bürgermeister scheint also gut gerüstet zu sein für das Volksfest im nächsten Sommer. Das waren auch die Lorbser, die sich beim Faschingsauftakt als gut gelaunt, sangesfreudig und trinkfest erwiesen.

Hintergrund: Schlachtruf der Hädefelder Lorbser

Mit einem Schlachtruf forderten die Hädefelder Lorbser am Donnerstagvormittag um 11.11 Uhr auf dem Rathausvorplatz Bürgermeister Thomas Stamm zur Amtsaufgabe auf.

Sitzungspräsident Julian Salzmann gab die Devise vor: »Wir fordern ein, lasst die Lorbser rein! Ein Jahr Pause ist genug. Jetzt gehört uns Hädefeld mit Hab und Gut!« Die fünfte Jahreszeit hat somit am 11.11. begonnen und dauert in dieser Session bis zum Faschingsdienstag, 1. März 2022. Ob es dann auch wieder einen Faschingszug der Lorbser geben wird, steht derzeit angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie noch in den Sternen. ()

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