Smartphone-App soll Dienstleitungen am Untermain bündeln

Großwallstadt
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Der Lie­f­er­wa­gen hält an der Haupt­stra­ße, der Fah­rer klin­gelt an der Tür, gibt Me­di­ka­men­te ab. Ein paar Stra­ßen wei­ter bringt er die be­s­tell­ten Ein­käu­fe vor­bei, im Nach­bar­haus Bröt­chen und um die Ecke über­reicht er Geld und Kon­to­aus­zü­ge. Das ist am baye­ri­schen Un­ter­main noch Zu­kunfts­mu­sik, doch könn­ten die ge­bün­del­ten Di­enst­leis­tun­gen bald Rea­li­tät sein.

"Service Orchester" nennt sich das Konzept, das verschiedene Leistungen zusammenfassen soll. Als »Postkutsche der Neuzeit« bezeichnet Michael Lücke vom Fraunhofer-Institut die App, die er am Freitag im Seminarraum der Zentec GmbH (Zentrum für Technologie, Existenzgründung und Cooperation) in Großwallstadt (Kreis Miltenberg) vorstellte.
Gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Freistaat wolle die CSU mit diesem Modellprojekt am Untermain erreichen, wie die Landtagsabgeordneten Peter Winter (Waldaschaff) und Berthold Rüth (Eschau) im Pressegespräch am Freitag erklären.
Das Fraunhofer-Institut überprüft die geplante Softwareanwendung ab Januar auf seine Machbarkeit. Welche Dienste in der App zusammengeführt werden, welche Anbieter sich beteiligen oder wie die technische Umsetzung aussehen könnte, klären Experten in den kommenden vier Monaten.
Mehr Mobilität
»Wir wollen den Personennahverkehr und Warensendungen mit dem regionalen Handel verbinden«, erklärt Michael Lücke. »Die App ist neu, die verschiedenen Dienstleistungen existieren jedoch bereits.« Da jede einzeln recht unwirtschaftlich sei, werde alles zu einem Gesamtkonzept zusammengeführt. Durch die Anwendung sollen Menschen mobiler sein - zumindest virtuell. Gleichzeitig sollen die Umsätze in der Region bleiben. Statt bei Onlineriesen wie Amazon sollen Geschäfte aus der Umgebung ihre Waren an den Mann bringen.
Die Nachteile des ländlichen Raums in Sachen digitale Lieferdienste lägen auf der Hand: Lange Wege machten Lieferungen in ländliche Gebiete unrentabel - zudem sei der örtliche Einzelhandel kaum ins Onlinegeschäft integriert. Dementsprechend schlecht sei die Versorgung von Behinderten, Kranken und Älteren. Sie seien es, die in erster Linie von der neuen App profitieren sollen.
Stellt sich die Frage, ob sich viele Senioren mit einer Handy-App auseinandersetzen wollen, um Bankgeschäfte, Apothekengänge oder Einkäufe zu erledigen. Laut Rüth gebe es immer mehr ältere Menschen, die sich mit dem Smartphone beschäftigen. »Wir werden auch älter«, bringt es Niedernbergs Bürgermeister Jürgen Reinhard (CSU), der im begleitenden Ausschuss des Projekts sitzt, auf den Punkt. In der App sieht er Vorteile für seine Generation, für die das Handy längst Teil des Alltags ist.
Was genau das Angebot beinhalten wird, soll die Machbarkeitsstudie zeigen. Rüth kann sich vorstellen, Bankfilialen in die App aufzunehmen. Winter hofft auf eine Vernetzung mit der Verkehrsgesellschaft Untermain. Auch ist den Abgeordneten die landkreisübergreifende Zusammenarbeit wichtig, So sähen sie gern die eine oder andere Spessartgemeinde eingebunden.
 

Neue App für die Region
Quelle: Nicole Koller
Nicole Koller
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