Dienstag, 01.12.2020
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Woran starb der 34-jährige Radfahrer?

Obduktion:Verhalten der Polizisten nicht ursächlich

Aschaffenburg
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Absperrung in Aschaffenburg: Hier kam es zur Auseinandersetzung. Foto: Hettler
Foto: Ralf Hettler
Die Ob­duk­ti­on der Lei­che ei­nes Fahr­rad­fah­rers, der am Sams­tag nach ei­ner Au­s­ein­an­der­set­zung mit der Po­li­zei in Aschaf­fen­burg-Damm ge­s­tor­ben war, ist am Sonn­tag ab­ge­sch­los­sen wor­den. Die ge­naue To­de­s­ur­sa­che ist aber noch nicht ge­klärt. Die be­trof­fe­ne St­rei­fe war am Tag nach dem Ein­satz vom Di­enst frei­ge­s­tellt.

Keine Fremdeinwirkung

Die Obduktion habe keine Anhaltspunkte ergeben, die darauf schließen lassen, dass der 34-Jährige durch Fremdeinwirkung gestorben ist, sagte Enrico Ball, Sprecher des unterfränkischen Polizeipräsidiums, am Sonntag auf Nachfrage unseres Medienhauses. Das bedeutet, dass der Mann nicht aufgrund des Verhaltens der Streife starb.

Die Beamten hatten dem Mann, der mit einer Platzwunde am Kopf auf dem Boden der Paulusstraße lag, helfen wollen, jedoch reagierte dieser nach Polizeiangaben sehr aggressiv und wollte einen 28 Jahre alten Polizisten schlagen. Dessen 27-jähriger Kollege griff daraufhin zum Pfefferspray. Der Fahrradfahrer wurde gefesselt und starb nach der Ankunft im Klinikum.

Die genaue Todesursache habe durch die Obduktion am Sonntag noch nicht abschließend geklärt werden können, sagte Polizeisprecher Ball. Die Platzwunde am Kopf sei beim Sturz vom Rad entstanden und nicht tödlich gewesen.

Tod durch Vergiftung?

Möglicherweise ist der 34-Jährige an einer Vergiftung gestorben, da er unter dem Einfluss von Betäubungsmittel gestanden haben könnte. Die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg hat dementsprechend eine toxikologische Untersuchung angeordnet. Ein Resultat lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor. Der Mann war in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Drogen polizeibekannt geworden.

Den zwei Beamten, die zu dem Einsatz in die Paulusstraße ausgerückt waren, wurde laut Enrico Ball ein Betreuungsangebot gemacht. Ein Ereignis wie dieses werde nicht einfach abgehakt und die Streife sei sehr nachdenklich gestimmt gewesen.

Betroffene Streife freigestellt

Die Polizei stellte den 27- und den 28-Jährigen, die planmäßig am Sonntagabend ihren Schichtdienst wieder hätten antreten müssen, frei. Sprecher Ball betonte, dass dies nicht aus disziplinarrechtlichen Gründen geschah, sondern im Rahmen der Fürsorge: Man habe den Kollegen den Raum geben wollen, um das Geschehen verarbeiten zu können.

Beeindruckt waren die beiden Polizisten wohl auch von dem großen Wirbel, der nach dem Tod des Fahrradfahrers aufkam: Eingebunden waren etwa das Präsidium in Würzburg mit dem Präsidenten und der Pressearbeit, die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg und vor allem das bayerische Landeskriminalamt. Letzteres soll als unbeteiligte Behörde den genauen Einsatzablauf rekonstruieren. > Seite 1

NINA LENHARDT
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