Mister Mbinga geht in den Ruhestand

Klaus Veeh: Leiter des Referats Mission-Entwicklung-Frieden im Bistum hat Partnerschaft in Tansania entscheidend geprägt

WÜRZBURG
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Klaus Veeh Bildunterschrift 2019-12-18 --> Afrika und Südamerika im Fokus: Klaus Veeh. Foto: Markus Hauck/POW
Foto: POW Hauck
Wohl kei­ner kennt das tan­sa­ni­sche Partn­er­bis­tum Mbin­ga bes­ser als er. In der Ei­ne-Welt-Ar­beit ist er seit 40 Jah­ren ak­tiv, im Re­fe­rat Mis­si­on-Ent­wick­lung-Frie­den des Bis­tums Würz­burg seit mehr als 30 Jah­ren, für den Würz­bur­ger Part­n­er­kaf­fee en­ga­giert er sich seit 20 Jah­ren.

Kurz vor Weihnachten geht Klaus Veeh (63) nun in den Ruhestand.

Dabei hatte Veeh ursprünglich den Weg zum Gymnasiallehrer eingeschlagen, er studierte Sport, Physik und Katholische Religionslehre für das Lehramt am Gymnasium. Aber 1984 bewarb sich Veeh dann beim Bischöflichen Jugendamt und wurde als Referent für religiöse Bildung und Ministrantenarbeit eingestellt. Im Kirchendienst bot Veeh unter anderem Wochenenden zur Bibelarbeit an oder verfasste Arbeitshilfen zu verschiedenen Themen. »Eine Broschüre thematisierte Fragen der Einen Welt. Anlass war damals, als ich zum ersten Mal an Weihnachten frische Erdbeeren im Handel entdeckte und mich nach der Sinnhaftigkeit eines solchen Angebots fragte.« Schließlich wurde Veeh im Herbst 1986 die Stelle im Referat Mission-Entwicklung-Frieden angeboten.

»Eine Welt, das war mir geläufig, aber mit Missionaren hatte ich bis dahin nichts zu tun gehabt«, erinnert sich Veeh. 387 Frauen und Männer aus dem Bistum waren seinerzeit in 40 Ländern tätig. »Ich durfte sie dann alle nach und nach kennenlernen, zum Beispiel, wenn sie an Kiliani auf Heimaturlaub waren.« Veehs primäre Aufgabe war es damals, Bildungsangebote zu den Themen der kirchlichen Hilfswerke Missio, Misereor, Adveniat und Sternsinger im Bistum anzubieten.

Rund 50 Mal in Tansania

Das Thema Afrika ergab sich erst ein paar Jahre später. Zur Vorbereitung auf die 1300-Jahr-Feier des Bistums Würzburg im Jahr 1989 hatte Bischof Paul-Werner Scheele drei Jahresthemen ausgegeben, unter anderem »Miteinander missionieren«. Zum Abschluss unterzeichneten der Bischof und Emmanuel Mapunda, Bischof von Mbinga, einen Partnerschaftsvertrag. Im Folgejahr begleitete Veeh den afrikanischen Gast bei seiner umfangreichen Tour durch das Bistum Würzburg.

Den Gegenbesuch absolvierte er dann 1993 mit Weihbischof Helmut Bauer und dem damaligen Diözesanratsvorsitzenden Engelberth Muth. »Im Anschluss wurde der Schulfonds geschaffen, der noch heute Schulen in Mbinga unterstützt.« Mehr als 50 Mal, schätzt Veeh, war er seither in Tansania zu Besuch. Das Bistum Würzburg finanzierte unter anderem den Bau des Bischofshauses und weiterer Verwaltungsgebäude sowie den der Kilianskathedrale in Mbinga. Letztere wurde am 14. Juli 1997 feierlich eingeweiht. Überhaupt sei das Bistum Mbinga mit 90 Prozent Katholiken ein Sonderfall in Afrika, wo sonst verschiedene Religionen und auch viele christliche Konfessionen vertreten seien. »In Mbinga ist die Volksfrömmigkeit noch fest verwurzelt. Kirche ist dort als ›Anbieter‹ noch attraktiv, sicherlich auch mangels sonstiger Alternativen.«

Seit 1998 betreut Veeh auch als Geschäftsführer den Verein Würzburger Partnerkaffee mit. Seit 2011 ist die Kaffeekooperative von Mahenge im Bistum Mbinga Fair-Trade-zertifiziert, wie Veeh nicht ohne Stolz erzählt. Als ein Ergebnis des Solidaritätszuschlags, den der Verein auf jedes Pfund verkauften Kaffees erhebt, haben die Kleinbauern und ihre Familien unter anderem jetzt eine Krankenversicherung.

»Nichts aufdrücken«

Nur eines mag Veeh auf keinen Fall: den afrikanischen Partnern irgendwelche europäischen Vorstellungen »aufdrücken«. »Die Menschen in Tansania schauen sich viel von uns ab, aber leider nicht immer nur Gutes.«

»Mein Wunsch ist es, dass wir irgendwann zwischen allen Pfarreiengemeinschaften bei uns und in einer der beiden Partnerdiözesen in Mbinga oder Óbidos jeweils eine Partnerschaft haben. Davon können wir nur gegenseitig profitieren.«

Hintergrund

Afrika und Südamerika im Fokus: Klaus Veeh. Foto:

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