PCR-Test offenbar am bayerischen Gesundheitsministerium gescheitert

"Kein Vorteil"

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Eine biologisch-technische Assistentin bereitet PCR-Tests auf das Corona-Virus für die Analyse vor. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Foto: Julian Stratenschulte
Der Siegeszug des vor einem Jahr vom bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) vorgestellten PCR-Schnelltestsystems "Octea" ist offenbar am bayerischen Gesundheitsministerium gescheitert.

Das geht aus der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der SPD-Gesundheitspolitikerin Ruth Waldmann hervor, die am Freitag in München veröffentlicht wurde. Demnach sah das Gesundheitsministerium "nach eigener Analyse keinen Vorteil gegenüber Antigen-Schnelltestsystemen."

Waldmann hatte nachgefragt warum von den von Aiwanger als "westbeste Schnelltests" gepriesene Innovation nichts mehr zu hören sei und was mit den acht Millionen Euro geworden ist, mit denen das Aiwanger-Ministerium die Entwicklung der Test-Innovation gefördert hatte. Die Pilotstudien zu dem von der Firma GNA Biosolutions GmbH in Martinsried bei München entwickelten Verfahren seien erfolgreich verlaufen, heißt es.Die Testgenauigkeit der "Octea"-PCR-Schnelltests entspreche "nahezu" den etablierten PCR-Tests, das Testergebnis liege aber schon nach 45 Minuten vor und damit deutlich schneller als die herkömmlichen PCR-Tests, außerdem deutlich preislich günstiger: "Auf alle Fälle liefern die PCR-Schnelltests deutlich bessere Ergebnisse als die herkömmlichen Antigen-Schnelltests."

Das bayerische Gesundheitsministerium sah diese Vorteile offenbar nicht, wie das Haus von Wirtschaftsminister Aiwanger mitteilte: "Nach der Sonderzulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) waren die Octea-Tests der GNA Biosolutions GmbH grundsätzlich ab Dezember 2020 einsatzbereit und hätten gekauft und dezentral eingesetzt werden können, wenn es im Rahmen der Teststrategie damals für sinnvoll erachtet worden wäre. Das zuständige Gesundheitsministerium sah jedoch nach eigener Analyse keinen Vorteil gegenüber Antigen-Schnelltestsystemen und verzichtete auf einen Kauf der Tests." 

Das Bayerische Wirtschaftsministerium hatte 2020 einen Auftrag zur Entwicklung des PCR-basierten Schnelltestsystems "Octea" an das Martinsrieder Unternehmen erteilt. Als Vergütung für diese Beauftragung wurde eine Summe in Höhe von rund acht Millionen Euro einschließlich Umsatzsteuer vereinbart. Der Freistaat Bayern verzeichne inzwischen Erlöse, unter anderem aus Lizenzgebühren, die in Summe deutlich über der eingesetzten Investitionssumme liegen, teilte das Wirtschaftsministerium mit: "Für den Freistaat Bayern hat sich das Investment schon bereits aus finanzieller Sicht in Millionenhöhe ausgezahlt."

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