Noch nie so wenig Verletzte im Verkehr

Statistik: Aber mehr Unfälle und Getötete

WÜRZBURG
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Hier wurde 2021 ein Mann bei Weibersbrunn verletzt. Foto: Ralf Hettler
Foto: Ralf Hettler
Noch nie hat es in Un­ter­fran­ken so we­nig Ver­letz­te im Stra­ßen­ver­kehr ge­ge­ben, wie 2021. Laut der am Don­ners­tag in Würz­burg vor­ge­s­tell­ten Zah­len ver­zeich­ne­te die Po­li­zei knapp 4970 Ver­letz­te bei Un­fäl­len im Stra­ßen­ver­kehr.

Die Zahl der Getöteten stieg dagegen von 45 (im Jahr 2020) auf 50. »Das sind 50 Menschen zu viel«, kommentierte Joachim Hupp, Sachgebietsleiter Verkehr beim Polizeipräsidium Unterfranken. Alle 14 Minuten gebe es im Regierungsbezirk einen Unfall, fast jede Woche komme dabei jemand ums Leben.

35 Tote auf Landstraßen

20 Malseien bei Unfällen Autofahrer getötet worden, 16 Motorradfahrer, sieben Radfahrer. Als Unfallursache Nummer Eins nannte Hupp überhöhte Geschwindigkeit. Diese sei ursächlich gewesen für 20 Prozent der tödlichen Unfälle, die vor allem auf Landstraßen (35 Tote) zu verzeichnen waren. Er kündigte eine Analyse der Unfallschwerpunkte und Altersgruppen an, um sowohl präventiv, als auch repressiv - also mit verstärkten Messungen - vorzugehen. »Uns geht es in erster Linie darum, das Geschwindigkeitsniveau zu senken«, bekräftigte der Verkehrsexperte.

Sorgen bereitet ihm der Alkoholeinfluss bei sieben tödlichen Unfällen 2021 im Gegensatz zu einem im Vorjahr. »Das ist ein Bereich, dem wir uns 2022 wieder stärker widmen müssen und wollen«, kündigte er an. Gleiches gelte für die Ablenkung im Straßenverkehr etwa durch Handys. Dies sei die Ursache für 247 Unfälle im vergangenen Jahr gewesen, wobei es 140 Verletzte und zwei Tote gab. Als konkretes Beispiel nannte Hupp eine junge Mutter, die wegen eines Telefonates auf der B 27 bei Thüngersheim (Kreis Würzburg) einen Unfall verursachte und dabei starb. Allerdings geht Hupp von erheblich mehr Fällen aus, in denen der Fahrer abgelenkt ist: »Das ist ein sehr, sehr hohes Dunkelfeld.«

Augenmerk auf Motorradfahrer

Bei den Unfällen mit Motorradfahrern gab es 2021 einen deutlichen Anstieg: sowohl bei den Unfällen (594 statt 537), als auch bei den Verletzten (356 im Vergleich zu 321) und Toten (15 zu 9). Als möglichen Grund für den Anstieg nannte er fehlende Fahrpraxis durch die Ausgangsbeschränkungen 2020 und entsprechende Schwierigkeiten bei Wiedereinsteigern. Hier setze er auf die Kontrollgruppe Motorrad, die sowohl durch Kontrollen, als auch Präventionsmaßnahmen auf die Biker einwirken soll.

Dagegen sollen Radfahrer angesichts einer deutlichen Zunahme tödlicher Unfälle von vier auf sieben mit der Kampagne »#KopfEntscheidung« in sozialen Netzwerken informiert werden. Denn laut den Zahlen der unterfränkischen Polizei haben 46 Prozent der Unfallopfer keinen Helm getragen.

Zwar keine Toten, aber viele Verletzte gab es nach Hupps Angaben mit Beteiligung von E-Scootern. Dabei verdoppelte sich die Zahl der Verletzten (37 zu 18) ebenso wie die der Unfälle (37 zu 19) Schwerpunkte seien hier Würzburg und Schweinfurt, da dort auch die Verleiher sitzen. »Im Bereich Aschaffenburg ist das noch kein größeres Thema«, sagte der Sachgebietsleiter.

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