Mainfränkisches Literaturfestival: Team setzt auf den Frühsommer

Fest hoffentlich vom 8. bis 26. Juni in zweite Runde - Kartenvorverkauf läuft

Würzburg
2 Min.

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Die Erwartungen waren hoch, als mit der MainLit vor einem Jahr ein Literaturfestival in Würzburg startete mit großen Namen, mehr als 40 Veranstaltungen und »Eventcharakter statt hochgeistiger Lesungen«, wie es Geschäftsführer Jochen Bähr gegenüber dem Main-Echo damals formulierte.

Dann kam Corona, die letzten Abende mussten abgesagt werden. Entmutigen lässt sich das MainLit-Team nicht, Bähr bleibt seiner Ansage treu, die Non-Profit-Veranstaltungsreihe »ganz fest im Würzburger Jahreskalender verankern« zu wollen.

Statt im Frühjahr ist die MainLit 2021 nun vom 8. bis 26. Juni geplant mit mehr als 30 Veranstaltungen in und um Würzburg fürs erwachsene Publikum. Kinderlesungen kommen hinzu. Gefördert wird das Festival über das Förderprogramm »Neustart Kultur« des Staatsministeriums für Kultur und Medien.

Blick auf kriminelle Clans

Zunächst einige Beispiele aus der MainLit-Kategorie Sachbücher. Auf kriminelle Imperien arabischer Großfamilien werden zum Beispiel Thomas Heise und Claas Meyer-Heuer (13. Juni) schauen. Die Spiegel-TV-Reporter haben seit 2003 Clan-Mitglieder bei Boxabenden und Gerichtsverhandlungen getroffen, waren bei Razzien vor Ort oder als auf offener Straße Prügeleien ausbrachen. In ihrem Buch »Die Macht der Clans« gäben sie tiefe Einblicke in deren Strukturen, beschrieben, wie die Familienbanden so stark werden konnten - und analysierten, ob es dem Staat nun gelingen kann, die Kontrolle zurückzuerlangen, heißt es in der Ankündigung. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer will mit seiner Streitschrift »Erst die Fakten, dann die Moral« Vorschläge liefern, wie die Wirklichkeit wieder zur Grundlage politischen Handelns werden könnte (24. Juni).

Fragen rund ums Altern

Fernsehmoderatorin und Journalistin Nina Ruge hat sich gemeinsam mit dem Zellforscher Dominik Duscher mit Fragen der modernen Altersforschung beschäftigt und prognostiziert »Altern wird heilbar« (20. Juni). Mit der Zukunftsfrage Artensterben beschäftigt sich Zeit-Redakteur Fritz Habekuß und wird aus seinem Sachbuch »Über Leben« lesen. Bereits ausverkauft ist ein Abend mit Wettermoderator Sven Plöger, der unter dem Motto »Zieht euch warm an, es wird heiß!« dazu auffordert, nicht nur übers Wetter zu reden, sondern das Klima zu verändern.

Nur noch wenige Karten gibt es in der Kategorie Literatur, wenn der in Moskau geborene und Berlin lebende Bestseller-Autor Wladimir Kaminer aus »Rotkäppchen raucht auf dem Balkon« mit dem ihm eigenen Humor vom komplizierten Verhältnis der Generationen erzählen will (10. Juni).

Werk um Utopien

Aus seinem Buch »Der Verrückte in den Dünen« wird Schriftsteller Uwe Timm lesen - ein Werk, das um Utopien kreist: in Klassikern der Weltliteratur, in Paraguay oder auch in Graffitikunst (10. Juni). Comedienne und Autorin Helene Bockhorst wird aus ihrem Roman »Die beste Depression der Welt« lesen, der sei eine »humorvolle Annäherung an ein ernstes Thema« (12. Juni). Der Orientalist und Schriftsteller Navid Kermani habe die öffentliche Rede zu einer Kunst gemacht, über die das Land staune - nicht nur mit seiner berühmten Rede im Bundestag zum Grundgesetz oder der Dankrede zum Friedenspreis in der Paulskirche. Immer wieder überrasche er seine Zuhörer, kläre sie auf, stieß Debatten an, verstörte oder rührte zu Tränen: Das Buch »Morgen ist da« versammelt Kermanis bedeutendste Reden aus den vergangenen zwanzig Jahren. Daraus lesen wird er bei der MainLit am 24. Juni.

Biografien im Vordergrund

In der dritten MainLit-Kategorie stehen Biografien im Vordergrund. Bereits ausverkauft ist unter anderem ein Abend mit Konstantin Wecker. Sams-Erfinder Paul Maar erzählt in seiner Autobiografie »Wie alles kam« von seiner Kindheit (13. Juni), der Singer-Songwriter Gil Ofarim richtet in seiner Autobiografie »Freiheit in mir« den Blick auf Wesentliches in seinem Leben: sich selbst treu zu bleiben, immer wieder aufzustehen, die Hoffnungen nie aufzugeben (18. Juni). Aus ihrer Biografie »Alles eine Frage der Einstellung« lesen wird auch die »Bergdoktor«-Volksschauspielerin Monika Baumgartner (21. Juni). Und: »Unser Lehrer Dr. Specht« Robert Atzorn beschreibt in »Duschen und Zähne putzen« vor allem auch von Rückschlägen und Ängsten in seinem Schauspielerleben (26. Juni).

Hinzu kommen zahlreiche Lesungen und Abende mit Autoren der regionalen Kulturszene wie den Romanautorinnen Ulrike Sosnitza und Persephone Haasis (17. Juni), Sagensammler Horst-Dieter Radke (21. Juni) oder auch den Mundartautoren Klaus Karl Kraus und Andreas Arnold (21. Juni). Lesungen, die 2020 entfallen mussten - unter anderem mit den Politikern Gregor Gysi und Wolfgang Kubicki, dem Autor Sebastian Fitzek oder auch der Journalistin Dunja Hayali - sollen nun nachgeholt werden, im Vorjahr erworbene Karten behalten die Gültigkeit.

Auch Lesungen für Kinder

Rund 20 Lesungen für Kinder und Jugendliche werden außerdem kostenfrei an Schulen in Stadt und Landkreis Würzburg stattfinden. Hinzu kommen zwei öffentliche Kinderlesungen mit »Mein-Lotta-Leben«-Autorin Alice Pantermüller (19. Juni) und dem »Explorer Team« (13. Juni).

bEin Überblick über sämtliche MainLit-Veranstaltungen wie auch der Online-Ticket-Verkauf: www.main-lit.de; an Lesungen interessierte Schulen können sich an info@main-lit.de wenden.

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