Dienstag, 24.11.2020
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Rätsel gelöst: Das verursachte Kondenskringel am Himmel über Region Untermain

Luftfahrtamt gibt Auskunft

Miltenberg
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Nicht nur in Bayern sondern auch in Ketsch Nähe Hockenheim waren solche Kondensstreifen in Schleifenform zu sehen.
Foto: Leserfoto
Eine Schleife über Mönchberg: ungewöhnliche Kondensstreifen am Himmel, beobachtet von Leser Frank Popp. Der Förster hat ein Auge für Besonderheiten in der Natur und fotografiert ohnehin gerne Wolken und Kondensstreifen.
Foto: Frank Popp
Eine Schleife über Mönchberg: außergewöhnliche Kondensstreifen, gesehen von unserem Leser Frank Popp.
Foto: Frank Popp
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Von Petra Dosch, Neunkrichen
Foto: Petra Dosch
Viele Bürger am Untermain haben am Mittwochnachmittag das ungewöhnliche Phänomen am Himmel beobachtet: Kringel wie gemalt. Jetzt steht fest, wie die Kondensstreifen-Kringel entstanden sind.

Zwei Eurofighter der Bundeswehr hatten um 15.25 Uhr ein Abfangmanöver geprobt. Das teilte das Luftfahrtamt der Bundeswehr am Donnerstag auf Nachfrage unseres Medienhauses mit. Stattgefunden hat  das Manöver zum Zeitpunkt der Beobachtung in 11.300 Metern Höhe in einen speziellen Übungsluftraum. Den könne man sich wie ein Aquarium vorstellen, sagt der Sprecher. Es seien tatsächlich solche Kringel geflogen worden, »die Kondensstreifen folgen dem Fluggerät«, sagte der Sprecher und fügte hinzu: "Ein Verstoß gegen flugbetriebliche Vorschriften konnte nicht festgestellt werden."

Am Mittwochnachmittag beobachtete nicht nur Frank Popp aus Mönchberg das Phänomen, das er nie zuvor gesichtet hat. Der 55-jährige Förster hat von Berufswegen einen Blick für die Natur, fotografiert auch gerne Wolken und Kondensstreifen. Seine Aufnahme vom Mittwochnachmittag schickt er an die Redaktion, weil er sie für "interessant und ungewöhnlich" hält, wie er bescheiden mitteilt. Auch Matthias Karch sind die "Kringel" am Himmel aufgefallen. "Sieht man nicht alle Tage", schreibt er auf Whatsapp an die Redaktion und schickt die entsprechende Fotos.

Matthias Karch hat die "Kringel" in Miltenberg beobachtet.
Foto: Matthias Karch

Am Mittwoch kursierten verschiedene Vermutungen: Main-Echo-Wetterexperte Dominik Jung von wetter.net sagte auf Anfrage unserer Redaktion: " Die Kringel gab's heute auch in Mainz. Sie könnten durch Flugzeuge kommen, die über dem Flughafen ihre Kreise drehen." Ähnliches vermutete Frank Popp: »Es könnte Anflugstau vor dem Flughafen Frankfurt gewesen sein.«

Dieser Theorie widersprach unser Leser Uwe Wottawah, ein Lufthansa-Pilot im Ruhestand: »Es sind sicherlich keine wartenden Flugzeuge, dies spielt sich normalerweise in Höhen bis zu 15.000 Fuß (rund 4.600 Meter) ab. Kondensstreifen bilden sich deutlich höher. Außerdem ist das Flugaufkommen momentan so gering, dass Warteschleifen nicht zu erwarten sind. Meine Vermutung deutet auf Testflüge hin, die zum Beispiel von Airbus normalerweise über der Nordsee durchgeführt werden, zurzeit eventuell auch hier.«

Auch in sozialen Medien wie Facebook spekulierten die Leser, wie solche Formationen zustande kommen, die wie gemalt aussehen. Es gab demnach immer mal wieder solche Sichtungen. Eine Voraussetzung dafür ist offenbar, dass die Luftfeuchtigkeit besonders hoch ist und die Kondensstreifen länger als sonst sichtbar sind.

Renate Ries/mai

 

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