Käsekästchen, Schnecken, Holzwürmer

Mathe-Olympiade: Luise Vollmer aus Erlenbach am Main und Alexander Heeg aus Aschaffenburg zeigten bei der Landesrunde in Würzburg ihre Fähigkeiten im Rechnen

Würzburg
3 Min.

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Luise Volmer aus Erlenbach am Main und Alexander Heeg aus Aschaffenburg vertraten bei der Landesrunde der 56. Mathe-Olympiade den Bayerischen Untermain.
Foto: Pat Christ
183 Ma­the­fans aus ganz Bay­ern ka­men am Wo­che­n­en­de nach Würz­burg, um an der Lan­des­run­de der 56. Ma­the-Olym­pia­de in Bay­ern (MO­By) teil­zu­neh­men. Mit Lui­se Vol­mer vom Her­mann-Stau­din­ger-Gym­na­si­um Er­len­bach (Kreis Mil­ten­berg) und Alex­an­der Heeg vom Fried­rich-Des­sau­er-Gym­na­si­um Aschaf­fen­burg nah­men auch zwei Ju­gend­li­che vom Un­ter­main teil. Vor al­lem Heeg bril­lier­te: Dem Acht­kläss­ler fehl­te nur ein Punkt zur Höchst­punkt­zahl.
Dafür erhielt er am Sonntag eine Goldmedaille.
Im Zentralen Hörsaalbau auf dem Campus Hubland Süd der Würzburger Universität brüteten die Siebt- bis Zwölftklässler am Freitag und Samstag acht Stunden lang über kniffeligen Aufgaben. »Erfreulich ist, dass wir diesmal eine Frauenquote von 40 Prozent erreicht haben«, sagt Richard Greiner, der für die Organisation der Mathe-Olympiade in Würzburg verantwortlich ist. Mathematik ist laut dem promovierten Wissenschaftler längst keine Jungendomäne mehr. Was Luise Volmer bestätigt. Mit Zahlen zu kämpfen, Lösungswege zu ertüfteln und Formeln anzuwenden, macht der Siebtklässlerin genauso Spaß wie den Jungs ihrer Klasse.
»Mädchen« und »Mathe« ist für Luise Volmer auch deshalb nichts Besonderes, weil ihre Mutter, ebenso wie der Vater, Mathematiklehrerin ist. Die Leidenschaft für Mathe-Wettbewerbe hat das Mädchen ebenfalls einer Frau, nämlich ihrer Mathe-Lehrerin, zu verdanken. Schon oft suchte Luise die rechenkünstlerische Auseinandersetzung mit anderen kleinen Mathe-Genies. Mehrere Male heimste sie dabei Erfolge ein. Bei der Mathe-Olympiade konnte sie sich zwar nur den zweiten Platz ihrer Jahrgangsstufe erkämpfen, doch auch dies bedeutet angesichts der bayernweiten Konkurrenz ein beachtliches Ergebnis.
Alexander Heeg chancenreich
Alexander Heeg hingegen ließ viele seiner Altersgenossen hinter sich. Von 40 möglichen Punkten erzielte er 39. Damit hat er gute Chancen, auch an der Bundesrunde Ende April in Bremerhaven teilzunehmen. Die Mathe-Olympiade bedeutete für Heeg eine spannende Herausforderung: »Ich mag Aufgaben, bei denen man nicht sofort auf die Lösung kommt.« Jeweils sechs für die verschiedenen Jahrgangsstufen unterschiedliche Aufgaben, bei denen es zum Beispiel um Käsekästchen, eine Schnecke und einen langsam den Baum herabkriechenden Holzwurm ging, waren an den beiden Wettkampftagen zu lösen.
Aufgaben, die man schon beim ersten Durchlesen versteht und mit Sicherheit knacken kann, sind für Alexander Heeg langweilig. Der Junge liebt es, sich den Kopf zu zerbrechen, bis er auf einen pfiffigen Lösungsweg kommt. Auch in seiner Freizeit beschäftigt sich der 13-Jährige gern mit Zahlen: »Ich programmiere kleine Computerspiele.« Bei einem geht es um Hamster, die eilig Körner sammeln müssen, bevor sie vom Krokodil, das hungrig auf Beute lauert, geschnappt werden. Nach der zweiten Klausur am Samstag durften die Jugendlichen einen ganzen Nachmittag lang Mathe »just for fun« betreiben. In acht Mannschaften traten sie bei einem spannenden Stationenspiel gegeneinander an. Dabei mussten zum Beispiel komplexe Zahlen in Windeseile nach dem binären System dargestellt werden - also ausschließlich mit Nullen und Einsen. Auch eine Art Ostereiersuche gab es. Wobei sich auf dem Campusgelände keine schokoladigen Eier, sondern Zahlen versteckten, die als Primzahl oder Nicht-Primzahl identifiziert werden mussten. Auch dieses Spiel war nicht nur unterhaltsam, sondern ließ den Kopf rauchen: Ist 179 eine Primzahl?
Blick hinter die Kulissen
Den Mathematikern der Universität Würzburg, die im Zwei-Jahresrhythmus für die Austragung der landesweiten Mathe-Olympiade verantwortlich sind, beschert das Turnier immer eine Menge Arbeit. »Wir beginnen bereits ein Jahr vorher mit den Planungen«, sagt Richard Greiner, der dem Organisationsteam der MOBy-Landesrunde sowie dem MOBy-Verein angehört. Rund 100 Helfer sind im Vorfeld und während der Veranstaltung im Einsatz. Der Aufwand, ist sich Greiner sicher, lohnt. Nicht wenige Teilnehmer entscheiden sich nach dem Abitur, Mathematik, Informatik oder ein anderes technisches Fach zu studieren.
Bei Veranstaltungen wie der Mathe-Olympiade bekommen die Jugendlichen schon mal einen Einblick hinter die Kulissen einer Universität. Sie lernen einen Hörsaal kennen - in dem im Übrigen nicht immer nur gebüffelt wird. Beim Kreativprogramm am Samstag durften sie dort Papierflieger basteln. Und natürlich fliegen lassen.
Pat Christ
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