Islam-Unterricht und Cluster-Politik

Paul Beinhofer: Unterfrankens Regierungspräsident zieht nach den ersten zehn Jahren im Amt eine Bilanz

Würzburg
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Seit zehn Jahren im Würzburger Amt: Unterfrankens Regierungspräsident Paul Beinhofer.
Foto: Ralph Bauer
Die Liebe zu Unterfranken und Würzburg entdeckte der Münchner auf Hochzeitsreise. Gestern war Paul Beinhofer (56) seit zehn Jahren Regierungspräsident von Unterfranken. Für ihn ging damit nach eigener Aussage ein Traum in Erfüllung: »Regierungspräsident ist das schönste Amt, das der bayerische Staat zu vergeben hat. Und dies in Unterfranken zu sein, ist wiederum die schönste Aufgabe unter allen Regierungspräsidenten.«
Der promovierte Jurist Beinhofer zieht eine positive Bilanz seiner bisherigen Amtszeit. »Es waren sehr erfolgreiche Jahre für Unterfranken, was nicht in erster Linie mein Verdienst war«, fasst er zusammen. Vor allem sei es gelungen, den Wissenschafts- und Forschungsstandort durch Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zu stärken. »Da waren wir die ersten in Bayern, inzwischen ist Cluster-Politik üblich«, sagt Beinhofer und nennt als Beispiele die Fahrzeugtechnik am Untermain und die Medizin in Würzburg. Positiv sei auch der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, speziell der A 3. Hier seien schon 300 Millionen verbaut worden, 700 Millionen seien noch geplant.
Begabungen gerecht werden
Zu Beinhofers Lieblingsthemen zählen Bildung und Integration. Es gelte, Bildungsstrukturen so weiterentwickeln, dass vor allem die Übergänge vom Kindergarten zur Grundschule, dann zur weiterführenden Schule und schließlich in den Beruf besser gestaltet werden. »Ich kann nicht die Schulpolitik bestimmen - das will ich auch gar nicht. Aber wir sollten alles daran setzen, in Unterfranken Strukturen zu schaffen, welche den unterschiedlichen Begabungen der jungen Leute gerecht werden«, unterstreicht der Regierungspräsident, der 2003 eine entsprechende Arbeitsgruppe ins Leben gerufen hat.
Er regt auch Veränderungen an der Schule an, um etwa ausländische Kinder besser zu integrieren. »Aus meiner Sicht ist es ganz wichtig, dass wir islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache für muslimische Kinder haben, in Schweinfurt ist das ja schon gelungen«, sagt Beinhofer. Dieser müsse von Lehrkräften gegeben werden, die an deutschen Hochschulen ausgebildet wurden und auch die Erziehung zur Toleranz beinhalten. Er halte nichts davon, Zuwanderer zu entwurzeln und sie gleichsam ihrer alten kulturellen Identität zu berauben. Einerseits gelte es, diese zu belassen, sie aber auch auf Grundwerte wie Toleranz, Achtung der Menschenwürde und Freiheit zu verpflichten.
Hohe Lebensqualität
Für die Zukunft Unterfrankens setzt er große Erwartungen in die Chancenregion Mainfranken. Diese könne zwischen den Regionen dank ihrer zentralen Lage und der hohen Lebensqualität eine eigenständige Bedeutung haben. »Es wäre aus meiner Sicht nicht der richtige Weg, sich nur einer der Nachbarregionen anzuschließen«, fügt Beinhofer an.
Dabei sieht er durchaus eine Sonderrolle für den Raum Aschaffenburg: »Der Untermain kann sich als Bayern in Rhein-Main hervorragend international präsentieren.« Es gelte jedoch, den Zusammenhalt zu stärken, etwa durch den Ausbau der Verkehrsverbindungen nach Würzburg und Schweinfurt.
Ralph Bauer
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