Innenstädte sind Opfer von Corona und Homeoffice

Ifo-Studie: Es wird mehr am Stadtrand eingekauft

München
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Mehr Menschen shoppen seit Corona am Stadtrand.
Foto: Peter Kneffel/dpa
An den Stadträndern und in den Vororten hat der Umsatz zugenommen, in den Innenstädten ist er zurückgegangen. Das zeigt eine Studie des Ifo-Instituts. Experten sprechen vom "Donut-Effekt".

Die Zentren deutscher Städte sind offensichtlich ein Opfer von Corona und Homeoffice geworden. Das Münchener ifo Institut hat den Konsumumsatz von fünf deutschen Innenstädten anhand der Daten von "Mastercard" untersucht und ist zu einem alarmierenden Ergebnis gekommen:

Ende Mai lag der Umsatz in den Einzelhandelsgeschäften der Innenstädten immer noch unter dem Vorkrisenniveau während er an den Stadträndern und in den Vororten um 20 Prozent zunahm. "Die Corona-Pandemie hat den Konsum mit andauernder Wirkung vom Zentrum an den Stadtrand verlagert", teilten die ifo-Forscher am Mittwoch in München mit.

"Auch nach Auslaufen fast aller Corona-Maßnahmen kehren die Menschen nicht zu ihren Vorkrisen-Einkaufsgewohnheiten zurück", sagte Carla Krolage vom ifo Institut, Co-Autorin der Studie. Dieses "Donut-Effekt" genannte Phänomen ist nach den Ergebnissen der ifo-Untersuchung in den Millionenstädten Berlin, München und Hamburg besonders ausgeprägt. Zwar sei an Samstagen kein Konsumrückgang in Innenstädten im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie zu erkennen, dennoch gleiche dies nicht den Umsatzverlust an Wochentagen aus, so die Autoren.

Weiteres Ergebnis der Studie ist, dass (Wohn-)Gebiete, in denen traditionell früher wenig im Homeoffice gearbeitet wurde und die seit der Pandemie einen hohen Zuwachs an Homeoffice-Beschäftigten hatten, 20 Prozent mehr Konsum als vor der Pandemie verzeichnen. "Die Menschen haben sich ans Online-Shopping gewöhnt und sie arbeiten mehr von zuhause als vor der Pandemie", erläuterte Studie-Mitautor Jean-Victor Alipour. Wohngebiete und Vororte würden zu "eigenständigen Konsumzentren", in denen deutlich mehr Geld ausgegeben wird. Dauerhaft mehr Homeoffice und mehr Online-Shopping und die daraus folgenden regionalen Konsumverschiebungen stellen nach Ansicht der ifo-Forscher das Konzept von Innenstädten als reine Einkaufs- und Arbeitsorte in Frage. Das könne erhebliche Folgen für den Einzelhandel, Bürokomplexe und Gastronomie haben sowie für die Verkehrs- und die Stadtplanung, sagte Mitautor Simon Krause.

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