Große Personalausfälle an bayerischen Kliniken - bis zu 20 Prozent

Corona-Infektionen treffen Krankenhäuser doppelt

München
1 Min.

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Symbolbild Coronavirus
Ein Schüler führt in einer Klasse in Rheinland-Pfalz einen Corona-Schnelltest durch.
Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Die Corona-Infektionszahlen in Bayern erreichen immer neue Höchststände. Das trifft die Krankenhäuser doppelt: Sie müssen tausende Patienten isolieren - während sich gleichzeitig viele Mitarbeiter infizieren.

Bayerns Krankenhäuser haben wegen hoher Corona-Infektionszahlen unter ihren Belegschaften mit weit überdurchschnittlichem Personalausfall zu kämpfen. «Das ist flächendeckend ein Problem», sagte ein Sprecher der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG). Eine landesweite Statistik zu coronabedingten Personalausfällen in den Kliniken gibt es demnach zwar nicht, doch berichten die Krankenhäuser ihrem Dachverband darüber in zahlreichen internen Gesprächen.

«Wir haben Krankenstände von bis zu 20 Prozent», sagte BKG-Sprecher Eduard Fuchshuber. «Nicht wenige Kliniken müssen planbare Operationen wieder verschieben.» Manche Häuser hätten sich auch zeitweise von der Notfallversorgung abmelden müssen. Die akuten Probleme verschärfen den ohnehin großen Personalmangel. Nach einer BKG-Umfrage unter den Kliniken sind im Schnitt zwischen 8 und 9 Prozent der Stellen nicht besetzt.

Für Krankenhauspersonal gelten dieselben Quarantänevorschriften wie für die ganze Bürgerschaft. Im Regelfall sind es zehn Tage. Doch plädiert das Robert Koch-Institut dafür, die Vorschriften für medizinisches Personal zu lockern. Wer positiv ist, aber nicht krank und nicht ansteckend, soll schneller wieder arbeiten können. Bundesweit war nach Zahlen der Deutschen Krankenhausgesellschaft in der vergangenen Woche der Krankenstand in 51 Prozent der Kliniken höher als üblich.

Die sehr hohen Corona-Infektionszahlen in der Bevölkerung treffen die Kliniken auch indirekt: Da viele Kinder in Quarantäne geschickt werden, fallen dann häufig auch im Krankenhaus arbeitende Mütter oder Väter mehrere Tage aus, da sie zumindest jüngere Kinder nicht sich selbst überlassen können.

Gleichzeitig haben die Kliniken mit Rekordzahlen corona-positiver Patienten zu kämpfen. Am Mittwoch waren es nach Daten des Landesamts für Lebensmittel und Gesundheit knapp 5200, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren.

Viele dieser Patienten sind nicht wegen Covid, sondern wegen anderer Erkrankungen in Behandlung. Dennoch ist der Aufwand für die Krankenhäuser sehr hoch. Denn alle infizierten Patientinnen und Patienten werden auf separaten Stationen isoliert behandelt, um die weitere Verbreitung des Erregers zu verlangsamen.

Am Donnerstag forderte zum Beispiel das Uniklinikum Würzburg, dass die Corona-Maßnahmen fortgeführt werden müssen, bis eine Trendwende bei den Infektionen eintrete. Viele planbare Behandlungen hätten in den letzten Wochen wegen der Dauerbelastung des Personals verschoben werden müssen - ambulante Untersuchungen würden zum Teil kurzfristig abgesagt.

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