Dritter Staatsanwalt unter Verdacht

Korruptionsaffäre: Ermittlungen ausgeweitet

FRANKFURT/WIESBADEN
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In der Kor­rup­ti­ons­af­fä­re um die Frank­fur­ter Ge­ne­ral­staats­an­walt­schaft gibt es nun ei­nen wei­te­ren Ver­däch­ti­gen. Die Er­mitt­lun­gen sei­en auf ei­nen wei­te­ren Staats­an­walt aus­ge­wei­tet wor­den, sag­te ei­ne Sp­re­che­rin der Frank­fur­ter Staats­an­walt­schaft am Sams­tag.

Der Vorwurf laute auf Beihilfe zur Untreue, es gebe einen Anfangsverdacht gegen den Juristen.

»Dieser Staatsanwalt war zuletzt im Jahr 2018 bei der Zentralstelle für Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen der Generalstaatsanwaltschaft tätig«, erklärte die Sprecherin. Der Vorwurf gegen ihn beschränke sich auf seine Mitwirkung in einem einzelnen Verfahren. Weitere Angaben könnten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden.

Damit gibt es nun drei Verdächtige. Im Sommer 2020 war bekannt geworden, dass gegen einen Oberstaatsanwalt der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wird. Der Mann steht im Zentrum der Affäre und soll von einem Unternehmen, das Gutachten erstellt und Sachverständige bereitstellt, hohe Summen Geld angenommen haben. Zuletzt gingen Ermittler von Schäden für das Land Hessen von über einer halben Million Euro aus. Der Vorwurf gegen den Mann lautet auf gewerbsmäßige schwere Bestechlichkeit, gewerbsmäßige Untreue im Amt und Steuerhinterziehung.

Im Dezember wurde öffentlich, dass in diesem Zusammenhang gegen einen weiteren Staatsanwalt Ermittlungen laufen. Der Mann steht ebenfalls unter dem Verdacht, Beihilfe zur Untreue im Amt geleistet zu haben.

SPD kritisiert Justizministerin

Die Opposition im hessischen Landtag reagierte am Samstag kritisch auf die neue Entwicklung. »Der Korruptionssumpf bei der Generalstaatsanwaltschaft ist offenbar größer als bisher bekannt«, sagte der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Günter Rudolph. Die Sprach- und Tatenlosigkeit von Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) sei inzwischen ebenso skandalös wie die Korruptionsaffäre an sich. Kühne-Hörmann könne als oberste Dienstherrin aller hessischen Staatsanwälte nicht länger so tun, als gingen sie die Zustände nichts an.

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