Corona-Studie aus Regensburg: "Besorgniserregende" Ergebnisse

Klinik St. Hedwig

München/Regensburg
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Symbolbild: Corona, Covid-19
Foto: Hendrik Schmidt
Aktuell kommen zwei schlechte Nachrichten in Sachen Corona aus Bayern: Die durch das Corona-Virsu ausgelöste Covid-19-Erkramkung greift auch das Gehirn an, haben Regensburger Forscher herausgefunden. Und: Vermutlich bietet eine ausgestandene Covid-19-Erkrankung bei manchen Patienten keinen langen Schutz vor einer Neuerkrankung.

Eine Regensburger Studie an 100 infizierten Patienten mit leichten bis mittelschweren Krankenheitsverläufen ergab, dass Covid-19 nicht nur die Lunge angreift, sondern auch neurologische Schäden verursacht. Gleichzeitig berichtete der erste Corona-Infizierte in Deutschland, dass er bereits "seit April keine neutralisierenden Antikörper" mehr aufweise. Der Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto hatte sich im Januar bei einer chinesischen Kollegin angesteckt. Am 27. Januar war er positiv auf das Covid-19-Virus getestet worden.

Ob und wie lange ein Mensch nach einer Corona-Infektion immun gegen neuerliche Ansteckung ist, sei "derzeit noch offen und wird erforscht", teilte das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit. Berichte aus Asien, wonach sich einige Corona-Infizierte ein zweites Mal angesteckt haben sollen, gelten als unbestätigt. Es gibt Vermutungen, dass die Bildung von Antikörpern umso nachhaltiger ist, je schwerer die durch Covid-19 ausgelöste Erkrankung verläuft. Der Webasto-Mitarbeiter hatte nur schwache Symptome gezeigt.

Dass eine Corona-Infektion keinesfalls zu unterschätzen ist, zeigt eine Studie der Regensburger Klinik St. Hedwig. Sie bestätigt Beobachtungen aus Norwegen, wonach infizierte Patienten verwirrt und desorientiert sind. Die "Covid-19-Brain" genannten Ausfallerscheinungen reichen von leichten Symptomen wie Kopfschmerzen oder Verlust des Geruchssinns bis hin zu Wahnvorstellungen und Angstzuständen

Im Mittelpunkt der Studie an der KUNO Klinik St. Hedwig stand die Frage, wie sich das Coronavirus auf das Gehirn auswirkt. Das Ergebnis bezeichnet Sven Wellmann, Chefarzt für Neonatologie an der KUNO Klinik St. Hedwig und Professor am Lehrstuhl für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Regensburg als "besorgniserregend".

Bei der Untersuchung von 28 Covid-19-Patienten mit leichten bis mittelschweren Krankheitsverläufen habe man festgestellt, dass das Virus nicht nur die Lunge angreife, sondern auch neurologische Schäden verursache. Nachweisen ließ sich dies mit einer erhöhten Konzentration von Neurofilament im Blut. Das Neurofilament (NfL) ist ein Eiweißmolekül, das nur in Nervenzellen vorkommt. Diese Messmethode hat sich bereits bei anderen Erkrankungen des peripheren und zentralen Nervensystems bewährt.

Die Regensburger Studie zeigt nach den Worten Wellmanns, dass die NfL-Konzentration im Blut bei Corona-Patienten deutlich höher ist als bei einer negativ getesteten Kontrollgruppe. Welche neurologischen Langzeitschäden durch eine Erkrankung mit dem Coronavirus entstehen können, sei noch nicht bekannt. Deshalb sei es wichtig, "dass wir im Umgang mit der Corona-Pandemie nicht nachlässig werden", betonte Wellmann.

Von unserem Münchner Korrespondenten Ralf Müller

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