Kommentar des Tages zur hakenden Corona-Bekämpfung

Das Problem mit den vorschellen Ankündigungen

Aschaffenburg
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Symbolbild: Corona
Symbolbild: Corona
Foto: Hauke-Christian Dittrich (dpa)
Bei der Pandemiebekämpfung hakt es immer wieder - und das kann auch nicht anders sein. Dazu ein Kommentar:
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Pannen bei Corona-Tests, bei der Verfolgung von Infektionsketten, beim Transport vom Impfstoff, Ärger wegen ausbleibendem Nachschubs, Verzögerungen bei Auszahlung der Corona-Hilfen, bürokratische Monster bei der Beantragung von Überbrückungsgeldern, Chaos beim FFP2-Maskenzwang - alle diese Probleme füllen täglich die Schlagzeilen und werden der Politik vor die Füße geworfen

Optimal ist es, wenn sich ein konkreter Schuldiger finden lässt, etwa Jens Spahn, Markus Söder, Michael Piazolo, Olaf Scholz oder auch Peter Altmaier. Ist das gerecht? Nur teilweise. So wie das System konstruiert ist, obliegt es selbstverständlich der politischen Spitze, Vorgaben zu machen.

Das ist aber längst nicht alles. Chefs sollten auch darauf achten, dass ihre Maßnahmen umsetzbar sind und deren Umsetzung kontrollieren oder zumindest zuverlässig kontrollieren und korrigieren lassen.

Spätestens bei letzterer Stellenanforderung hapert es oft gewaltig. Der Staat Bundesrepublik Deutschland - und natürlich nicht nur dieser - ist nicht zuletzt eine riesige Bürokratie, in der es auch Unvermögen, Unwillen, Unfähigkeit und vereinzelt wohl auch den Willen gibt, aus welchen Gründen auch immer Sand ins Getriebe zu streuen. Es herrscht da und dort Personalknappheit und die Arbeit leidet unter unzureichender Ausstattung. Das muss einkalkuliert werden, wenn ein straffer Aufgabenplan noch dazu mit der Vorgabe vorgegeben wird, nur ja keine Fehler zu machen. 

Es gibt aber auch von der Politik jahrzehntelang versäumte Hausaufgaben wie die Vorsorge gegen Pandemien und die Vorbereitung der Gesundheits- und Bildungsverwaltungen auf eine solche Situation. Diese Versäumnisse müssen jetzt in Windeseile aufgeholt werden. Dass dies nur unzureichend gelingt, liegt auf der Hand.

 Und da kommen wir, die Medien, ins Spiel. Hätte ein Politiker punkten können, wenn er sich vor Jahren für Pandemievorsorge stark gemacht, wenn er mehr Personal für die Gesundheitsämter gefordert hätte? Ein kollektives Gähnen bis hin zur Entrüstung über die weitere Aufblähung der Bürokratie wären die Antwort gewesen.

Die Folge: Die Politik, so der ehemalige Präsident des Münchener Ifo-Instituts Hans-Werner Sinn, handelt erst, wenn sie mit dem Rücken an der Wand steht. Und jetzt steht sie an der Wand, muss handeln und so tun, als wüsste sie, was sie macht und als hätte sie die Lage im Griff.

Minister und Regierungschefs, die mit den Schultern zucken und bekennen, dass sie im Augenblick für ein Problem keine Lösung haben, sind nicht gerne gesehen. Jedenfalls glauben sie, dass dies nicht gerne gesehen ist.

 Und so geschieht es immer wieder, dass in der Pandemie mehr oder weniger forsche Ankündigungen gemacht werden, es aber bei der Umsetzung mächtig hakt. Dass alle Politiker vorbeugend darauf hinweisen, es werde nicht alles glatt gehen, wird in der Regel überhört. 

Frei von Verantwortung für diese stets wiederkehrende missliche Lage sind die Regierenden nicht. Statt in ungezählten Talkshows die immer gleichen Sprechblasen abzusondern, wäre es wohl besser, die Damen und Herren würden unten in ihren Hierarchien kontinuierlich und zeitnah überprüfen, was frei nach Helmut Kohl "am Ende hinten raus kommt" und dabei nicht so oft auf Potemkinsche Dörfer ihrer Apparate herein fallen. Auch das gehört zum qualitätvollen Regieren.

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