Montag, 18.03.2019

Hessen gibt Hanauer Erstaufnahme für Flüchtlinge auf

Stadtentwicklung:Sportsfield Housing in Hanau-Wolfgang soll für private Investoren freigegeben werden

Hanau
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Hes­sen schraubt sei­ne Re­ser­ven bei den Plät­zen für die Erst­auf­nah­me von Flücht­lin­gen wei­ter nach un­ten.

Die beiden Einrichtungen Sportsfield Housing an der Aschaffenburger Straße gegenüber der Pioneer-Kaserne in Hanau-Wolfgang und Alter Flugplatz Kassel-Calden mit zusammen 2590 Plätzen werden nun vollständig aufgegeben, wie das Sozialministerium in Wiesbaden mitteilte.

»Seit vielen Monaten zeigt sich die Zugangssituation konstant stabil. Eine weitere Reduzierung der Belegungskapazitäten ist daher notwendig«, erklärte Sozialminister Kai Klose (Grüne).

Die beiden Standorte waren zuletzt passiv geführt worden. Das bedeutet, dass sie im Fall eines plötzlichen Anstiegs der Flüchtlingszahlen kurzfristig hätten reaktiviert und belegt werden können.

Auf dem Sportsfield-Gelände befindet sich derzeit noch die Kommunale Gemeinschaftsunterkunft der Stadt Hanau, in der rund 850 Flüchtlinge untergebracht sind. »Der Betrieb dieser Einrichtung wird auch weiterhin aufrechterhalten, so lange es nötig ist«, sagt Bürgermeister und Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel. Die zehn Gebäude und das umliegende Gelände seien für einen Zeitraum von zehn Jahren von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) angemietet. »Aber natürlich ziehen wir diesen kommunalen Teil des Geländes in unsere Überlegungen für die weitere Entwicklung der Sportsfield-Kaserne mit ein«, ergänzt Oberbürgermeister Claus Kaminsky: Er hofft, dass die Stadt bis Ende des Jahres Zugriff auf das frei werdende Kasernengelände, das bisher vom Land genutzt wurde, bekommt. »Dann werden wir mit der Verwertung loslegen, und dabei - private Investoren und Entwickler mit einbeziehen«, sagt Claus Kaminsky.

Das Land Hessen betreibt nun noch fünf Einrichtungen für die Erstaufnahme, und zwar in Gießen, im mittelhessischen Neustadt (Ernst-Moritz-Arndt Kaserne), in Rotenburg an der Fulda (Alheimer Kaserne), Büdingen im Wetteraukreis (Armstrong Kaserne) und in Kassel-Niederzwehren (Bereitschaftspolizei). Zusammen würden damit 6380 Plätze vorgehalten, davon seien aktuell rund 1780 belegt. Von März 2018 bis Februar 2019 waren monatlich zwischen 720 und 100 Asylsuchende nach Hessen gekommen.

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