Freitag, 24.05.2019

Ermittlungen führen nach Miltenberg

Betrug: Polizei stellt Täter nach Fall in Baden-Baden

Aschaffenburg
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Foto: ME-Grafik
Erscheint die 110 auf dem Display, vermuten viele, dass sich die Polizei meldet - ein Irrtum.
Foto: Foto: Sebastian Golikow (dpa)/I ME-Grafik Julia Oberle

Mäch­ti­gen Druck er­zeug­ten An­ru­fer, die sich als Po­li­zei­beam­te aus­ga­ben, Mit­te Au­gust 2017 in Ba­den-Würt­tem­berg bei ei­nem Se­nior. Die Be­trü­ger gau­kel­ten ihm nach Aus­kunft des Land­ge­richts Ba­den-Ba­den vor, dass ein Mit­ar­bei­ter sei­ner Bank mit ei­ner Ban­de zu­sam­men­ar­bei­te.

Das Geld auf seinen Konten sowie Schmuck in Schließfächern sei nicht mehr sicher.

Auf »Anweisung der Polizei« quartierte er sich mit seiner Frau in einem Hotel in Baden-Baden ein und deponierte Geld und Schmuck im Wert von rund 50 0000 Euro auf dem Rohbau eines Parkplatzes. Was die Betrüger nicht wussten: Es gab dort schon eine aktive Videoanlage. Deren Bilder zeigten die Abholer - und ihr Auto samt Nummernschildern.

Der für den Bereich Wirtschaftskriminalität zuständige Ermittler der Kriminalpolizei Offenburg fand heraus, dass der Fahrer, ein Mannheimer, das Auto seiner Lebensgefährtin geliehen hatte. Dieser, damals 51 Jahre alt, gab zu, zusammen mit einem 21-Jährigen die Beute abgeholt zu haben. Er gab den Ermittlern die Nummer seines Kompagnons und zeigte ihnen ein Foto, das beide mit der Beute zeigte. Weitere Abholungen bestritt er. Der 21-Jährige wurde Anfang September verhaftet.

Das Landgericht Baden-Baden verurteilte in einem Berufungsverfahren den 21-Jährigen wegen Betrugs zu zwei Jahren Freiheitsstrafe, den 51-Jährigen wegen Beihilfe zu einem Jahr und vier Monaten.

Hinweis an Kollegen in Bayern

Bei der Auswertung des Handys des Jüngeren entdeckte die Polizei zwei weitere »Siegerfotos«. Auf dem Navi, das der 51-Jährige nutzte, waren neben Baden-Baden weitere Adressen eingegeben, zu denen es keinen direkten Bezug zu geben schien - eine davon im Kreis Miltenberg. Der Ermittler fragte gezielt bei der dortigen Polizei an, ob es einen Fall von falschen Polizisten gab - und teilte seine Erkenntnisse mit den Aschaffenburger Ermittlern.

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