Ausschuss sichtet 369 Aktenordner

Morde von Hanau: Abgeordnete wollen 175.000 Blatt Papier durcharbeiten

WIESBADEN
< 1 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Der Untersuchungsausschuss zu den Morden von Hanau will jetzt damit anfangen, Zeugen zu hören. Foto: Arne Dedert (dpa)
Foto: Arne Dedert
Der par­la­men­ta­ri­sche Un­ter­su­chungs­aus­schuss zu den ras­sis­tisch mo­ti­vier­ten Mor­den in Ha­nau hat für sei­ne Ar­beit von 14 Be­hör­den 369 Ak­ten­ord­ner mit rund 175.000 Blatt Pa­pier er­hal­ten und ge­sich­tet.

»Dies entspricht aneinandergelegt rund 51 Kilometern und damit ungefähr der Luftlinie von Wiesbaden nach Hanau«, sagte der Ausschussvorsitzende Marius Weiß (SPD) am Montag in Wiesbaden in einer Zwischenbilanz zu den Untersuchungen. Dazu kämen sieben DVD mit rund 160 Gigabyte Daten. Davon seien rund 68 Gigabyte Videodateien, ein Gigabyte Audiodateien und vierzehn Gigabyte Bilddateien. Es sei noch mit der Übersendung weiterer Akten zu rechnen.

Bei der Tat hatte ein 43-jähriger Deutscher am 19. Februar 2020 in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen. Danach tötete er seine Mutter und sich selbst. Der Untersuchungsausschuss soll klären, ob es vor, während und nach der Tat zu einem Behördenversagen gekommen war. Das Gremium hatte sich Mitte 2021 konstituiert und Anfang Dezember zum ersten Mal öffentlich im hessischen Landtag in Wiesbaden getagt.

In siebzehn Sitzungen seien bislang zwanzig Zeugen sowie sechs Sachverständige gehört worden, sagte Weiß. Um den Angehörigen der Opfer ebenfalls Raum zu geben, hatte sich der Ausschuss darauf verständigt, zunächst jeweils eine Person aus dem Umfeld jedes Opfers zu Wort kommen zu lassen. »Wir haben bewegende Statements gehört, die allen Ausschussmitgliedern unter die Haut gingen.«

Die nächsten sieben Zeuginnen und Zeugen seien für den Ausschuss bereits geladen. Außerdem seien derzeit noch 69 weitere Zeugen und zwanzig Sachverständige benannt. Der Ausschuss befinde sich im dritten von sechs Themenbereichen. »Es ist mein erklärtes Ziel für den Ausschuss zu einem Ergebnis zu kommen«, betonte der Vorsitzende. »Bestenfalls gelingt uns dies vor der Sommerpause 2023.«

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!