Kommentar des Tages zu den Progosen bayerischer Wirtschaftsverbände

Aus Schwarzsehen wird leicht Realität

München
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Baustelle mit Kran
Auf einer Baustelle sind Bauherren für die Sicherheit verantwortlich.
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn
Eine der Charaktereigenschaften der Deutschen sei das Schwarzsehen und das genetisch verankerte Defizit an Optimismus, heißt es im Ausland. Beides hat derzeit wieder Hochkonjunktur.

Die im Klagen geübten Wirtschaftsverbände übertreffen sich beim Prognostizieren eines düsteren Herbsts und Winters. Wie man aus der Wirtschaftspsychologie weiß, kommt es meistens auch so, wie die Mainstream-Stimmung ausfällt. Das wären dann wirklich trübe Aussichten.

Da war es psychologisch auch sehr ungeschickt und alles andere als antizyklisch, dass die Ampel-Regierung das sommerliche Ferien-Stimmungshoch durch Neun-Euro-Ticket und Spritpreis-Subventionierung noch befeuert hat und jetzt das Ende der Entlastungen exakt mit dem Beginn der echten Probleme zusammenfällt. Zusätzlichen haben Bahn und Luftverkehrswirtschaft mit beispiellosen Pannenserien und Behinderungen demonstriert, dass das Auto doch das beste und zuverlässigste Verkehrsmittel für die Urlaubsreise ist. Alles, so scheint es, läuft in die falsche Richtung.

Sollten wir deshalb mit einem blauen Auge durch die Corona-Krise gekommen sein, um jetzt wegen Putins zugedrehten Gashahn zugrunde zu gehen? Das darf doch nicht wahr sein. Den Deutschen mehr Zuversicht und Optimismus nach US-amerikanischem Vorbild zu empfehlen, ist allerdings ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen und hat noch nie funktioniert. Es wäre schon einiges damit getan, wenn sie sich durch ihre Jammerei nicht selbst in den Abgrund ziehen und mehr Gelassenheit (nicht Leichtsinn!) an den Tag legten. Denn dieses Jammern und Weheklagen vollzieht sich immer noch auf recht hohem Niveau. Man muss nur in den Osten Europas schauen.

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