Samstag, 16.01.2021
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So alt wie das Main-Echo: Feiern mit der CSU, der Uno und dem »Kaiser«

Jahrgang 1945

Aschaffenburg
75 Jahre Main-Echo
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1945: Einwohner der Stadt Frankfurt beginnen mit dem Wiederaufbau in der Nachkriegszeit (Archivbild).
Foto: Deutsche Presse-Agentur (DPA), Heinz-Jürgen Göttert
Nachkriegsdeutschland: An einer Litfaßsäule wird mit Plakaten der verschiedenen Parteien, unter anderem die CDU, die 1945 gegründet wurde, für die Stadtratswahlen 1946 in der amerikanischen Zone im besetzten Deutschland stattfinden, geworben.
Foto: Deutsche Presse-Agentur (DPA), -
Geboren 1945: Franz Beckenbauer. Der von deutschen Sportjournalisten zum "Fußballer des Jahres 1976" gewählte Mannschaftskapitän des FC Bayern München
Foto: Deutsche Presse-Agentur (DPA), Hamberger
Es gab schon bessere Jahre zum Feiern: Heuer haben wohl viele 1960 und 1970 Geborene geschimpft. Auf die Pauke hauen konnten die meisten 60- und 50-Jährigen nämlich nicht. Auch die 75er müssen eher still jubeln. 1945 ist nicht nur das Geburtsjahr des Main-Echo. Auch die CSU und die Uno blicken im Corona-Jahr auf ein Jubiläum.

Firmen, Vereine, Organisationen - im ersten Friedensjahr wagten einige den Neuanfang - in Deutschland und anderen kriegszerstörten Staaten hieß dies ein Neustart inmitten von Trümmern.

Die CSU - die Christlich-Soziale Union - erinnert auf ihre Internetseite an den Start: »Im Sommer 1945 versammelten sich ? politisch Interessierte mit dem Ziel, eine bürgerlich-christliche Partei zu gründen. Besonders wichtige Gründungszentren waren Würzburg und München. Am 12. September wird bei einem Treffen im Münchner Rathaus der Name >Bayerische Christlich-Soziale Union

Gegründet 1945: Blick in den Konferenzraum der Oper von San Francisco. Am Rednerpult steht der Kanadier MacKenzie King. Im Opernhaus von San Francisco hatten die 50 Gründungsmitglieder am 26.6.1945 die UN-Charta unterzeichnet.
Foto: Deutsche Presse-Agentur (DPA)
UN-Charta in Kraft getreten

Der 24. Oktober 1945 - genau einen Monat vor der Erstausgabe des Main-Echo - ist ein international wichtiges Datum: Damals trat die UN-Charta in Kraft. In der Präambel ist vom Entschluss zu lesen, »künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat«.

Darüber berichten konnte schon die Frankfurter Rundschau: Sie hatte am 1. August 1945 die erste Lizenz der US-Militärverwaltung erhalten - und weitere folgten: Am 6. Oktober 1945 erschien die erste Ausgabe der Süddeutschen Zeitung, einige Wochen später zeitgleich mit dem Main-Echo auch die Main-Post. In der US-Besatzungszone wurden bis 1948 über 50 Zeitungen lizenziert, in denen schon bald Inserate erschienen.

Aus frühen Anzeigen im Main-Echo lässt sich erahnen, wie Handel und Handwerk langsam wieder Fahrt aufnahmen - Ende 1945 noch zögerlich, doch ein Jahr später werben schon zahlreiche Händler mit Weihnachtswünschen. Angestoßen wurde in diesen Tagen beim hiesigen Metallbauer Bergmann, der vor fast genau 75 Jahren loslegte. Urkunden der IHK bekamen zum 75. heuer das Reiseunternehmen Mertens in Kleinostheim (Kreis Aschaffenburg) und Schneider Büroelektronik (Aschaffenburg).

CSU-Mitglied seit 1945: Erentrud Stark hält ihren Mitgliedsausweis der CSU in der Hand, auf dem ihr Vorname falsch mit "Ehrentraud" geschrieben steht.
Foto: Deutsche Presse-Agentur (DPA), Armin Weigel
Wika und Hunger

Auch Industriebetriebe fuhren 1945 wieder die Produktion an: Auf 75 Jahre kann demnächst der Messtechniker Wika in Klingenberg (Kreis Miltenberg) schauen. Am 2. Januar 1946 hatten Alexander Wiegand und Philipp Kachel die Wika GmbH gegründet.

Auf ein Dreivierteljahrhundert blickt ebenso die Hunger Hydraulik Gruppe in Lohr. Angefangen hat die Firmenhistorie aber nicht im Spessart, sondern im sächsischen Frankenberg. Ein echter »Löhrer« ist dagegen das Familienunternehmen Seitz und Kerler, das 1945 den Handel mit Farben aufnahm.

Gewerkschaftsbund gegründet

Doch nicht nur Arbeitgeber legten nach dem Krieg wieder los, auch Arbeitnehmer und damit Gewerkschaften: Aschaffenburg kam dabei eine besondere Rolle zu: Am  31. Mai 1945 gründeten Bernhard Junker, Hugo Karpf und  Eugen Ostheimer den Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund (ADGB)  als erste hiesige Gewerkschaft in Bayern nach Ende des zweiten Weltkrieges.  Coronabedingt konnte auch dieses Jubiläum nicht groß gefeiert werden. Der DGB Aschaffenburg plant  nun für den 31. Juli 2021 eine Feier unter dem Motto 75+1.

Zu den bundesweit bekannten Firmen, die damals starteten, gehört unter anderem der Mikrofon- und Kopfhörer-Hersteller Sennheiser. Freilich: Mit bekannten Unternehmen kann auch Mainfranken aufwarten - viele davon haben ihren Ursprung schon lange vor 1945, wie eine kleine Auswahl beweist: Die Wurzeln des Staplerbauers Linde Material Handling reichen bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zurück, der Lenkradbauer Petri, der später in Takata und nun in Joyson Safety aufging, wurde 1899 gegründet, 1897 die Möbelwerke Rauch in Freudenberg (Main-Tauber-Kreis).  Seit vielen Jahrzehnten schon sind auch die beiden großen Aschaffenburger Bauunternehmen auf dem Markt: Dreßler seit 1913, Hörnig seit 1928.

Deutlich älter sind schließlich Brauereien in der Region, darunter das Brauhaus Faust in Miltenberg und Eder&Heylands in Großostheim.  Ebenso Schwind-Bräu, die auf das Jahr 1761 verweist.

Jeweils 1920 gegründet und damit 100 Jahre alt wurden heuer der Messtechniker Hartig in Aschaffenburg sowie das Autohaus Dörr in Kleinheubach (Kreis Miltenberg), an dessen Anfang  die Reparatur von Fahrrädern und Nähmaschinen steht.

225 Jahre Rexroth

Ein beachtliches Jubiläen feierte 2020 schließlich der Miltenberger Malerbetrieb Peter Becker, der 175 Jahre alt wurde. Ebenfalls 175 Jahre besteht Hesser Optik Uhren in Klingenberg (Kreuis Miltenberg).   Noch einmal 50 Jahre mehr sind es beim größten Arbeitgeber der Region: (Bosch) Rexroth in Lohr wurde 225. Schwer zu toppen sein dürfte schließlich die »Schmelz« in Laufach (Kreis Aschaffenburg). Vergangenes Jahr erinnerte der Gussspezialist Düker an 550 Jahre Firmengeschichte.

Hintergrund: Prominente des Jahrgangs 1945

Jahrgang 1945 sind nicht nur das Main-Echo und einige andere Zeitungen,

75 geworden sind oder werden noch zahlreiche Promis. Eine Auswahl:

Franz Beckenbauer, FußballerGerd Müller, Fußballer

Eric Clapton, Gitarrist

Jürgen Drews, Musiker

Jacky Ickx, Rennfahrer

Eddy Merckx, Radrennfahrer

Wim Wenders, Filmemacher

Anselm Grün, Mönch

Bette Midler, Schauspielerin

Katja Ebstein, Musikerin. (bach)

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