Freitag, 23.10.2020
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Messerattacke im ICE bei Aschaffenburg - Motiv unklar

Aschaffenburg.
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Messerattacke in ICE - Großeinsatz der Polizei am Aschaffenburger Hauptbahnhof
Foto: Nina Lenhardt
Notruf aus dem ICE: Ein Betrunkener greift in dem Zug zu einem Messer und verletzt einen anderen Fahrgast. Zufällig anwesende Polizisten und Soldaten schreiten ein. Das Motiv des Täters ist zunächst unklar.
In einem fahrenden ICE-Zug hat ein Mann kurz vor Aschaffenburg einen anderen Reisenden mit einem Messer angegriffen und verletzt. Mehrere Polizisten und Bundeswehrsoldaten, die zufällig in dem Zug saßen, überwältigten den stark alkoholisierten Angreifer, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Ein politischer oder terroristischer Hintergrund könne nach derzeitigem Stand ausgeschlossen werden.

Bei dem Beschuldigten handelt es sich laut den Ermittlern um einen 43-jährigen Niederländer. Er attackierte das Opfer, einen 27-jährigen Briten, in einem Waggon im ICE 622 Richtung Frankfurt nach ersten Erkenntnissen grundlos mit einem Messer. Die beiden Männer hätten sich nicht gekannt. Die Polizei sprach von einem Zufallsopfer. Laut Polizei habe der Angreifer zunächst wahllos Zugreisende angepöbelt habe. 

Der Angreifer sollte am Samstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Nach derzeitigem Stand werde von einem versuchten Tötungsdelikt ausgegangen.

Augenzeugen, die in dem ICE in Richtung Frankfurt unterwegs waren, hatten unserem Medienhaus gegen 18 Uhr berichtet, dass zahlreiche Polizeibeamte in einen Waggon gestürmt waren. Im Bahnhof habe es Durchsuchungen gegeben. Vor dem Bahnhof habe ein verletzter Mann auf dem Boden gelegen.

Der 27-Jährige wurde mit einer Verletzung am Kinn in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der Behörden vom Freitagabend besteht keine Lebensgefahr. Der 43-Jährige klagte den Angaben zufolge nach seiner Festnahme über gesundheitliche Probleme und kam ebenfalls zur Behandlung in eine Klinik. Danach sollte er in eine Haftzelle gebracht werden.

Der Zug war auf dem Weg von München nach Dortmund. Als er im Aschaffenburger Hauptbahnhof ankam, wurde der Mann festgenommen. Die anderen Fahrgäste konnten den Zug verlassen. Unmittelbare Zeugen wurden befragt. Der leere ICE und das betreffende Gleis 8 waren für mehrere Stunden bis etwa 22.00 Uhr gesperrt. Es kam zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. In dem Zug waren mehr als 700 Fahrgäste unterwegs. Die Deutsche Bahn ließ sie mit anderen Zügen oder Taxen weiter transportieren. 
 
 dpa/nle/caw/cch
 
 

Originalmeldung der Polizei Unterfranken:

Etwa gegen 17:30 Uhr verständigte ein Polizeibeamter außer Dienst die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken. Er teilte mit, dass er sich aktuell in einem ICE kurz vor dem Aschaffenburger Hauptbahnhof befindet und es im Zug zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Personen gekommen sei. Der vermeintliche, stark alkoholisierte Täter, der sein Gegenüber mit einem Messer attackiert hat, wurde durch den Mitteiler, weitere Polizeibeamte außer Dienst und ebenfalls zufällig im Zug befindliche Soldaten der Bundeswehr überwältigt.

Am Gleis im Aschaffenburger wurde der Zug bereits durch eine Vielzahl weiterer Streifen in Empfang genommen. Der betroffene Zug steht aktuell (19:00 Uhr) immer noch am Aschaffenburger Hauptbahnhof.

Der Tatverdächtige sowie auch der Geschädigte befinden sich aktuell in ärztlicher Behandlung. Der Geschädigte befindet sich nach derzeitigem Stand nicht in Lebensgefahr. Die Kriminalpolizei Aschaffenburg ist ebenfalls vor Ort und ermittelt die genauen Hintergründe der Tat.

Sie bitten Zeugen, welche die Tat beobachtet haben und vor Ort keine Personalien angegeben haben, sich unter Tel. 06021/857-1732 zu melden.
 

Originalmeldung von Polizei und Staatsanwaltschaft:

In einem ICE von München nach Dortmund am Freitagabend kurz vor dem Aschaffenburger Hauptbahnhof hat ein 43-jähriger Niederländer eine Person mit einem Messer attackiert. Der Tatverdächtige konnte durch mehrere Polizeibeamte außer Dienst und Soldaten der Bundeswehr überwältigt werden. Die Ermittlungen vor Ort werden durch die Kriminalpolizei Aschaffenburg in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg geführt. Ein politischer oder terroristischer Hintergrund kann nach derzeitigem Stand ausgeschlossen werden.
 
Etwa gegen 17:30 Uhr ging bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken ein Notruf aus einem ICE in Richtung Aschaffenburg ein. Ein stark alkoholisierter Fahrgast hatte einen 27-jährigen Briten nach ersten Erkenntnissen grundlos mit einem Messer attackiert. Der Tatverdächtige, ein 43-jähriger Niederländer, wurde daraufhin durch mehrere zufällig anwesende Polizeibeamte außer Dienst und Soldaten der Bundeswehr überwältigt. Der Zug wurde am Aschaffenburger Hauptbahnhof durch mehrere Streifen der örtlichen Dienststellen in Empfang genommen.
 
Der 27-jährige Geschädigte wurde durch den Angriff verletzt und zur weiteren Behandlung in ein umliegendes Krankenhaus gebracht. Nach derzeitigem Stand besteht jedoch keine Lebensgefahr. Der 43-jährige Tatverdächtige klagte nach seiner Festnahme über gesundheitliche Probleme und kam zur Behandlung ebenfalls in ein umliegendes Krankenhaus. Er wird hierbei durch Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Aschaffenburg bewacht.
 
Die genauen Hintergründe der Tat sind nun Gegenstand der Ermittlungen der Kriminalpolizei Aschaffenburg. Nach derzeitigem Stand kann ein politischer oder terroristischer Hintergrund ausgeschlossen werden. Zwischen den beiden Beteiligten bestand des Weiteren keinerlei Vorbeziehung.
 
Der betroffene ICE sowie das Gleis am Aschaffenburger Hauptbahnhof waren für die Dauer der polizeilichen Maßnahmen für mehrere Stunden gesperrt. Es kam zu erheblichen Beeinträchtigungen im Schienenverkehr.
 
Der 43-jährige Tatverdächtige musste im Krankenhaus eine Blutentnahme über sich ergehen lassen. Nach Abschluss seiner medizinischen Behandlung wird er die Nacht in einer Haftzelle verbringen und auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg wird am morgigen Samstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wird von einem versuchten Tötungsdelikt ausgegangen.
 

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