Hunderte Feuerwehrleute bei Waldbrand in Amorbach

Mehrere Hektar in Flammen

Amorbach
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18.07.2022 - Amorbach - Waldbrand
Ein Großaufgebot an Einsatzkräften war bei einem Waldbrand zwischen Amorbach und Neudorf im Einsatz.
Foto: Ralf Hettler
Eine Fläche von mehr als vier Fußballfeldern Wald hat ein Feuer am Montagnachmittag bei Amorbach (Kreis Miltenberg) vernichtet. Etwa 240 Kräfte aus 15 Feuerwehren, Kräfte von Rettungsdienst, Bergwacht und Technischem Hilfswerk waren über Stunden im Einsatz.

 Drei Drohnen flogen das Einsatzgebiet ab, ein Hubschrauber musste umkehren. Die Hitze, der starke Wind, der das Feuer wie Zunder anfachte, und die schlechte Sicht erschwerten die Brandbekämpfung, erklärt Einsatzleiter Hauke Muders im Gespräch mit unserem Medienhaus. 

Waldbrand bei Amorbach
Quelle: Ralf Hettler

Der Brand war am Nachmittag entlang der Kreisstraße zwischen Amorbach und Neudorf ausgebrochen. Schnell waren die umliegenden Wehren vor Ort. Weitere Feuerwehren aus dem Landkreis wurden nachalarmiert.

Bei der Brandbekämpfung machte den etwa 240 Frauen und Männern nicht nur die Hitze des Feuers, sondern auch die Wetter-Hitze arg zu schaffen. Sie konnten laut Muders jeweils nur für kurze Zeit gegen den Brand arbeiten, mussten dann ausgetauscht werden. Der Rettungsdienst kümmerte sich um erschöpfte Wehrleute. 

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Waldbrand in Amorbach
Foto: Ralf Hettler |  19 Bilder
Dichter Wald behindert Sicht

Aufwendig gestalteten sich die Löscharbeiten auch deshalb, weil das Waldstück unwegsam war. Deshalb erwog Muders, mit Hilfe eines Hubschraubers mit Löschwasser-Außenlastbehälter aus der Luft zu löschen. Ein Polizeihubschrauber flog die Einsatzstelle an, aus Aschaffenburg rückten die speziell ausgebildeten Flughelfer aus. Es war bereits mit dem Wasserschifffahrtsamt geklärt, dass die Schleuse gesperrt wird, damit der Hubschrauber Wasser aus dem Main aufnehmen kann.

Doch als Muders und ein Flughelfer über das Waldstück flogen, merkten sie: Das funktioniert so nicht. Wegen des dichten Waldes hätte der Pilot nichts gesehen. Alle Einsatzkräfte auf der Fläche hätten diese verlassen müssen. Und das Wasser wäre durch die Hanglage des Waldes wohl einfach davon gelaufen. Also verwarf Muders den Plan. »Wir haben uns entschieden, am Boden zu kämpfen statt aus der Luft.«

Das Technische Hilfswerk sowie zahlreiche Landwirte unterstützten die Löscharbeiten. Letztere kamen unaufgefordert an die Einsatzstelle und brachten Muders zufolge ihre mit Wasser gefüllten Güllefässer mit, die sie bei den derzeit herrschenden Temperaturen vorhalten. »Das war gigantisch«, lobt der Kreisbrandinspektor, »eine wahnsinnige Hilfe«. Insgesamt habe die Feuerwehr über 200 Kubikmeter Wasser verbraucht.
Bevölkerung backt Waffeln

Während des langwierigen Einsatzes rückte die Bergwacht mit speziellen Fahrzeugen über das unwegsame Gelände zu den Wehrleuten vor, um sie mit Getränken und Essen zu versorgen. Die Bevölkerung vor Ort brachte den Einsatzkräften außerdem Kaffee und frische Waffeln.

Gegen 18 Uhr waren die Löscharbeiten schließlich beendet. Die Feuerwehr Schneeberg verbringt in mehreren Schichten die Nacht vor Ort und behält die Fläche im Auge, falls erneut ein Brand ausbrechen sollte. Auch die Schläuche lassen die Wehrleute vorerst liegen, um im Ernstfall schnell agieren zu können.

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