Großbrand in Wertheim: Flammen erfassen zwei Häuser

Keine Verletzten, hoher Sachschaden

Wertheim
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Brand in Wertheim-Dietenhan
Foto: Siegfried Albert
Ein Groß­f­eu­er hat in Wert­heim-Die­ten­han am Di­ens­ta­gnach­mit­tag bis in die Abend­stun­den mehr als 100 Feu­er­wehr­leu­te und an­de­re Ein­satz­kräf­te in Atem ge­hal­ten: Um kurz vor 14 Uhr war ei­ne Gar­ten­hüt­te in Brand ge­ra­ten, von dort hat­ten die Flam­men sch­nell auf ein Ne­ben­ge­bäu­de und zwei Wohn­häu­ser über­ge­grif­fen. Nur die sch­nel­le Re­ak­ti­on von Feu­er­wehr­leu­ten und Land­wir­ten ver­hin­der­te ei­ne noch grö­ße­re Brand­aus­b­rei­tung.

Die Wertheimer Feuerwehrleute waren schnell vor Ort, sie waren gerade von einem Kleinbrand auf dem Wartberg in die Wache zurückgekehrt und konnten umgehend in Richtung Dietenhan ausrücken. Alarmiert worden waren sie wegen einer brennenden Gartenhütte, doch schon aus der Ferne konnten sie das wahre Ausmaß des Brands erkennen: Ab der Schleuse Eichel war eine hohe, dunkle Rauchsäule über dem Kembachtal wahrnehmbar. Die erste Löschfahrzeugbesatzung und auch die Crew eines Tanklöschfahrzeugs mit Wasserwerfer konnten nicht verhindern, dass die Flammen von der brennenden Gartenhütte auf weitere Gebäude in der Spielplatzstraße übergriffen.

Feuer greift schnell über

"Beim Eintreffen stand ein Anbau an einem Wohngebäude bereits in Vollbrand, so kam es zu einem Feuerüberschlag ins Dachgeschoss eines angrenzenden Wohnhauses", erklärte Kreisbrandmeister Andreas Geyer vor Ort im Gespräch mit unserer Redaktion. Von dort griff das Feuer auf ein verbundenes Nachbarwohnhaus über. Erst mit dem Einsatz von zwei Drehleitern und der Entfernung der Dachziegel konnte von außen gelöscht und das Feuer unter Kontrolle gebracht werden.

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Eine Herausforderung: In der ehemaligen Thermometerfabrik war laut Kreisbrandmeister eine "nicht definierbare Menge" Quecksilber gelagert, ein Messfahrzeug aus Bad Mergentheim stellte später fest, dass keine Gefahr für die Bürger bestanden hat, auch Fachleute vom Umweltschutzamt der Kreisverwaltung sahen sich die Lage vor Ort an. "Quecksilber ist chronisch toxisch, über längere Zeiträume eingeatmet krebsfördernd", erklärte Geyer. "Aktiv toxisch ist es nicht."

Größter Brand seit Jahren

Gegen 15.30 Uhr war das Feuer - der größte Brand in Wertheim in den vergangenen Jahren - unter Kontrolle, später sollten mit Hilfe eines Baggers Zugänge zu Glutnestern in den Gebäuden geschaffen werden. Vor Ort hieß es, die Löscharbeiten würden sich noch über einige Stunden hinziehen.

Wahrscheinlich Schlimmeres verhindert hat auch der Einsatz von Landwirten: Das Feuer hatte sich bereits auf eine angrenzende Wiese ausgebreitet und hätte vom Wind angefacht auch auf Bäume auf der anderen Seite des Kembachs überspringen können. Die Landwirte wässerten die trockene Wiese und verhinderten so eine weitere Ausbreitung des Feuers.

Bereitstehende Helfer des DRK mussten nicht direkt eingreifen, denn es gab keine Verletzten. Die Rettungsdienstler kümmerten sich jedoch vorsorglich um Menschen, die Rauchgase eingeatmet haben konnten.

Die Polizei ermittelt nun zur Brandursache. Sicher sei nur, dass der Brand von der Gartenhütte ausgegangen sei, sagte ein Polizeisprecher gegenüber unserer Redaktion. Die genaue Schadenshöhe steht noch nicht fest, laut ersten Schätzungen der Polizei dürfte sie sich im Bereich zwischen 200.000 und 600.000 Euro befinden. Die Gartenhütte und ein Anbau sind komplett niedergebrannt, bei beiden Wohnhäusern die Dachstühle ausgebrannt, sodass die Gebäude vorerst unbewohnbar sind. (Mitarbeit: Siegfried Albert)

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