Samstag, 05.12.2020
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Fahrradständer auf den Gleisen: Üble Aktion bei Gemünden

Schock um 6.36 Uhr
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Eine lebensgefährliche Aktion haben sich Unbekannte auf der Saaletal-Bahn bei Gemünden (Kreis Main-Spessart) erlaubt. Sie hatten in der Nacht von Freitag auf Samstag am Haltepunkt Kleingemünden einen Fahrradständer auf die Gleise gelegt. Der erste Zug der am Samstagmorgen die Strecke von Bad Kissingen befuhr, prallte auf das Hindernis. "Nicht auszudenken, wenn ich 70 km/h gefahren wäre", sagte der Lokführer.

 Der Fahrradständer verkeilte sich vor der ersten Zugachse. Zum Glück wurden weder der Triebfahrzeugführer noch einer der vier Fahrgäste bei dem Unfall verletzt.

Bilderserie von Herbert Hausmann.

Es war kurz vor 6.36 Uhr, als der Zug EB 80793 langsam an den Bahnsteig am Haltepunkt Kleingemünden heranfuhr. Plötzlich sah der Triebfahrzeugführer das auf den Gleisen liegende, etwa 3,50 Meter lange Hindernis. Der aus verzinktem Rohr bestehende Fahrradständer hob sich wegen seiner Farbe nur schwer von den grauen Steinen des Bahnsteigs ab und war erst im letzten Moment zu erkennen. Trotz einer Schnellbremsung erfasste der Zug das nur etwa 30 Zentimeter hohe Hindernis.

„Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn ich mit 70 Stundenkilometer gefahren wäre“, meinte der Triebfahrzeugführer. Bevor der neue Haltepunkt Kleingemünden im vergangenen Jahr eingerichtet worden war, fuhren die Dieseltriebwagen mit der deutlich höheren Geschwindigkeit diesen Streckenabschnitt. So kam es glücklicherweise nicht zu einem Personenschaden. Die vier Fahrgäste des Zuges setzten nach dem Zwischenfall ihre Weiterreise zu Fuß oder mit dem Taxi zum Bahnhof Gemünden fort, um ihre Anschlusszüge zu erreichen. Planmäßig hätte der verunglückte Zug um 6.39 Uhr in Gemünden einfahren sollen.

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Fahrradständer auf Gleisen in Gemünden
Foto: Herbert Hausmann |  8 Bilder

Die alarmierte Feuerwehr Gemünden beseitigte schließlich das Hindernis, das zur Bergung in Einzelteile zerlegt werden musste. Langsam, aber aus eigener Kraft, konnte der Triebwagen später seine Fahrt nach Gemünden fortsetzen, wo der Zug auf seine weitere Lauffähigkeit hin untersucht werden musste. Während der Streckensperrung wurde für die Saaletal-Bahn zwischen Gemünden und Hammelburg ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Ab Hammelburg nach Bad Kissingen, Ebenhausen, Schweinfurt und weiter nach Erfurt verkehrten die Züge planmäßig. Herbert Hausmann

Die Ermittlungen führt die Bundespolizeiinspektion Würzburg. Wer sachdienliche Hinweise zu den Verursachern machen kann, wird gebeten, sich mit der Bundespolizei unter der Telefonnummer 0931 / 322 590 in Verbindung zu setzen.


 

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