Durchsuchungen in Rockermilieu in der Region: Dreimal U-Haft

Es geht um bewaffneten Drogenhandel

Aschaffenburg
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Waffen und Drogen bei Durchsuchungen im Rockermilieu beschlagnahmt
Kripo und Staatsanwaltschaft Aschaffenburg haben am 12. Mai 2021 mehrere Objekte in Unterfranken und Baden-Württemberg durchsucht. Es geht um bewaffneten Drogenhandel.
Foto: Polizei
Erst eine großangelegte Aktion gegen die Rockerszene in unserer Region, dann drei Haftbefehle: Kripo und Staatsanwaltschaft Aschaffenburg sind in der vergangenen Woche am bayerischen Untermain und in Baden-Württemberg nach monatelangen Ermittlungen gegen bewaffneten Drogenhandel vorgegangen. Um welche Rocker-Gruppierung es sich handelt, wollte die Polizei auf Nachfrage nicht sagen. Allerdings dominieren in unserer Region die sogenannten Outlaws. 

Wie die Behörden erst am Dienstag mitteilten, ermittelte die Kripo in einer Ermittlungskommission schon seit Mitte 2020 intensiv und umfangreich gegen Angehörige der Rockerszene. Der Verdacht des bewaffneten Drogenhandels – es geht um Amphetamin und Kokain – fiel schließlich auf sieben Personen zwischen 40 und 70 Jahren.
Ende März stellten die Beamten bei zwei Durchsuchungen in Miltenberg geringe Menge Amphetamin sowie diverse Hieb- und Stichwaffen sicher. Darauf folgten dann am Mittwochmorgen vergangener Woche die Einsätze an zwölf Objekten in Unterfranken und in Baden-Württemberg. Auch zwei Rockerclubhäuser waren Ziel der Aktion.
An der länderübergreifenden Aktion waren laut Kripo und Staatsanwaltschaft Kräfte »in dreistelliger Anzahl« beteiligt, darunter Profis des Spezialeinsatzkommandos (SEK), des Unterstützungskommandos (USK) der Bereitschaftspolizei und Diensthundeführer mit Rauschgifthunden.
Der immense Personaleinsatz ist nicht ungewöhnlich, wenn es um die Outlaws geht:Vor rund sieben Jahren etwa sprengte ein SEK in Wörth (Kreis Miltenberg) eine Tür in der Altstadt und stürmte ein weiteres Gebäude, um zwei Mitglieder der Gruppierung festzunehmen. 
Die große Vorsicht ist naheliegend, denn am Mittwoch wurden diverse Waffen beschlagnahmt, darunter eine scharfe Handgranate, Schreckschusspistolen, Munition und Schlagringe. Zudem landeten weitere Hieb- und Stichwaffen und ein Baseballschläger in Ermittlerhänden. Auch hinsichtlich Drogen wurden die Einsatzkräfte fündig: rund ein Kilo Amphetamin, etwas Kokain und Marihuana, Drogenersatzstoffe – und mehrere Tausend Euro, das Geld stammt mutmaßlich aus Drogengeschäften.
Sieben dringend Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen. Vier davon kamen wieder auf freien Fuß. Die restlichen drei im Alter von 55, 46 und 40 Jahren schickte der Ermittlungsrichter in Untersuchungshaft
Der bayerische Verfassungsschutz beobachtet Rockerkriminalität im Rahmen der Organisierten Kriminalität (OK). Der Rockerszene in Bayern gehören demnach insgesamt etwa 1600 Personen an. Mitglieder von kriminellen Rockergruppierungen begehen »typische OK-Delikte wie Rauschgifthandel, Bedrohung oder Körperverletzung«, heißt es vom Verfassungsschutz. Nina Lenhardt

 

Originalmeldung der Polizei Unterfranken und der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg:

Polizei durchsucht 12 Objekte – Rauschgift und Waffen sichergestellt – drei Haftbefehle erlassen

Bayerischer Untermain / Aschaffenburg. Unter Federführung der Aschaffenburg Kripo und Staatsanwaltschaft haben in einer konzertierten Aktion am Mittwochmorgen (12. Mai 2021) Einsatzkräfte insgesamt 12 Objekte, darunter zwei Rockerclubhäuser, durchsucht. Die Beamten stellten dabei u.a. Amphetamin, Kokain, sowie diverse Waffen und mutmaßliches Drogengeld sicher. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurden drei Haftbefehle erlassen.

Bereits seit Mitte des Jahres 2020 führte eine Ermittlungskommission der Kripo Aschaffenburg unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg intensive und umfangreiche Ermittlungen gegen Angehörige der Rockerszene. Gegen sieben Tatverdächtige im Alter zwischen 40 und 70 Jahren ergingen in der Folge wegen des dringenden Verdachts des bewaffneten Handels mit Amphetamin und Kokain Durchsuchungsbeschlüsse. Diese wurden in den Morgenstunden des 12. Mai 2021 in einer konzertierten, länderübergreifenden Aktion, unter Beteiligung von Einsatzkräften in dreistelliger Anzahl, darunter Unterstützungskräfte des SEK, des USK der Bereitschaftspolizei und Diensthundeführern mit Rauschgifthunden, vollzogen.

Den Ermittlern gelang es im Zuge der Aktion gut ein Kilogramm Amphetamin, geringe Mengen an Kokain und Marihuana, Drogenersatzstoffe, sowie mehrere tausend Euro mutmaßliches Drogengeld sicherzustellen. Darüber hinaus wurden diverse Waffen, darunter einer scharfe Handgranate, Schreckschusspistolen, Munition, Schlagringe, andere Hieb- und Stichwaffen oder auch Baseballschläger, beschlagnahmt. Sieben dringend Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen. Gegen drei von ihnen im Alter von 55, 46 und 40 Jahren erließ der Ermittlungsrichter auf Antrag der Aschaffenburger Staatsanwaltschaft Untersuchungshaftbefehle. 

Der konzertierten Aktion am 12. Mai war Ende März ein Durchsuchungseinsatz zweier Objekte in Miltenberg vorausgegangen. Hier waren bereits eine geringe Menge Amphetamin, sowie diverse Hieb- und Stichwaffen sichergestellt worden.

 

 

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