Donnerstag, 13.05.2021

Betrug mit "Schnäppchen" - Mercedes war gestohlen

Aschaffenburg
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Ein vermeintliches Schnäppchen hat sich für einen Autokäufer aus Aschaffenburg als großer Reinfall entpuppt. Der von dem Mann im guten Glauben erworbene Mercedes war nämlich im Januar in Berlin gestohlen worden. Jetzt ist der 61-Jährige seinen Pkw und damit fast 24.000 Euro los. Von dem Verkäufer fehlt bislang jede Spur.

Von Autoverkäufer hereingelegt - Mercedes war gestohlen

ASCHAFFENBURG. Ein vermeintliches Schnäppchen hat sich für einen Autokäufer aus Aschaffenburg als großer Reinfall entpuppt. Der von dem Mann im guten Glauben erworbene Mercedes war nämlich im Januar in Berlin gestohlen worden. Jetzt ist der 61-Jährige seinen Pkw und damit fast 24.000 Euro los. Von dem Verkäufer fehlt bislang jede Spur. Die Ermittlungen führt die Kriminalpolizei Aschaffenburg.

Über ein Internetportal war der Geschädigte auf einen Daimler Benz C 220 aufmerksam geworden, der dort einige 1000 Euro unter Listenpreis angeboten wurde. In der Folge war man sich mit dem äußerst seriös wirkenden Verkäufer relativ schnell einig geworden, so dass der neue Besitzer mit seinem Sohn das Auto in Berlin abholen konnte. Dabei wurden 23.700 Euro in bar übergeben.

Als der 61-Jährige dann am Dienstag seinen Mercedes in Aschaffenburg zulassen wollte, flog der Schwindel auf. Bei der Überprüfung der Fahrgestellnummer stellte sich nämlich heraus, dass Unbekannte am 24. Januar in Berlin einen Einbruch bei einer Firma verübt hatten. Dort wurden damals drei Autos gestohlen, unter denen sich auch der Mercedes befand. Der Fahrzeugbrief und auch der Fahrzeugschein stammen im Übrigen aus einem Einbruch in das Amt für öffentliche Ordnung in Freiburg Ende 2010.
Gestohlenen Mercedes verkauft
Quelle: Karl-Heinz Schmitt (Polizei Unterfranken)


Für den neuen Besitzer, der das Auto ohne Zweifel guten Gewissens gekauft hatte, bedeutete dies, dass er den PKW wieder los war, weil an gestohlen Sachen kein Eigentum erworben werden kann.

Das Polizeipräsidium Unterfranken nimmt diesen Fall zum Anlass, noch einmal vor vermeintlichen Schnäppchen auch beim Autokauf zu warnen. Es liegen inzwischen auch Erkenntnisse vor, dass diejenigen, die gestohlene Fahrzeuge an den Mann bringen wollen, an den Autos auch leichte Kratzer anbringen, um dann den zumeist deutlich unter Listenpreis liegenden Verkaufspreis auch entsprechend begründen zu können.

Grundsätzlich gilt, dass immer Misstrauen angesagt ist, wenn der Preis für ein Auto besonders günstig und deutlich unter dem Listenpreis ist. Wichtig ist es, die vorgelegten Fahrzeugpapiere auf mögliche Fälschungsmerkmale hin genau zu untersuchen. In dem vorliegenden Fall war der Stempel der Stadt Freiburg einfach durchgestrichen und völlig unprofessionell mit dem Berliner Wappen überklebt worden. Ein gesundes Misstrauen gilt nicht nur beim Autokauf, sondern bei allen anderen Käufen im Internet, wenn der Preis besonders billig erscheint. Mit dem Anbieten von gestohlenen Waren sind gerade im Internet viele Betrüger unterwegs.


Text und Audiobeitrag: Karl-Heinz Schmitt, Polizei Unterfranken
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