Mittwoch, 21.10.2020
75 Jahre Main-echo Main-Echo Startseite

Aschaffenburger Kripo fasst bundesweit aktive Trick-Betrüger

Polizei Unterfranken
Kommentieren
3 Min.

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Nach umfangreichen und intensiven Ermittlungen ist es der Aschaffenburger Kripo gelungen, einer mutmaßlichen Bande von Wechseltrickbetrügern das Handwerk zu legen.

Aschaffenburger Kripo fasst bundesweit aktive Trick-Betrüger

Unterfranken/Köln. Nach umfangreichen und intensiven Ermittlungen ist es der Aschaffenburger Kripo gelungen, einer mutmaßlichen Bande von Wechseltrickbetrügern das Handwerk zu legen. Bei vier Tatverdächtigen, die auch im gesamten Bundesgebiet mit ihrer Masche aktiv waren, klickten am Mittwoch nach einem weiteren Fall in Köln die Handschellen.
 
Die rumänischen Staatsangehörigen im Alter von 26 bis 37 Jahren stehen in dringendem Verdacht, für bundesweit mehr als 20 Fälle sogenannter Wechseltrickbetrügereien und Diebstählen aus Juweliergeschäften verantwortlich zu sein. In Unterfranken allein sind es derer zehn. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit der Kripo Aschaffenburg mit den Kölner Kollegen, hat das Quartett im Laufe des Donnerstags auf Anordnung der Aschaffenburger Staatsanwaltschaft einen Termin bei der Aschaffenburger Ermittlungsrichterin.
 
Ein Fall der Serie ereignete sich am Donnerstagnachmittag (22.09.2011) in einer Bankfiliale in Ebelsbach im Landkreis Haßberge. Dort wollte ein ca. 30 Jahre alter Mann acht 500-Euro-Scheine in Hunderter gewechselt haben. Nach dem Wechselvorgang verlangte der Mann, das ausgehändigte Geld in Dollarnoten umzutauschen. Bei der Rückgabe der 100-Euro-Scheine fehlten, wie sich später herausstellte, insgesamt 1.500 Euro.
 
Am Freitagvormittag (23.09.2011) war es ein südländisch aussehendes Paar, das in einem Juweliergeschäft in der Marktheidenfelder Innenstadt auftauchte und sich zunächst Goldschmuck zeigen ließ. Die beiden entschieden sich dann für den Kauf zweier Goldketten und eines Armbandes. Nachdem die Täter daraufhin erst bei der Bank Geld wechseln wollten, ließen sie die Ware zurück. Später entdeckte der Verkäufer das Fehlen einer Goldkette im Wert von 1.400 Euro. Der ca. 45-jährige Mann und seine zehn Jahre jüngere Begleiterin waren damals sehr elegant gekleidet.
 
Desweiteren tauchte ein damals Unbekannter kurz darauf in einer Bankfiliale in Triefenstein-Lengfurt (Lkr. Main-Spessart) auf. Als er bei dem Geldwechselvorgang seinen Ausweis vorzeigen sollte, flüchtete er ohne Beute. Eine Dreiviertelstunde später betrat vermutlich derselbe Täter eine Bankfiliale in Hafenlohr. Dort ging er mit exakt derselben Masche wie tags zuvor in Ebelsbach vor. Auch hier sollten Fünfhunderter zunächst in 100-Euro-Scheine und anschließend in Dollar gewechselt werden. Beim Zählen der zurückgegebenen Hunderter wurde ein Fehlbestand von 2.000 Euro festgestellt. Daraufhin machte sich der Betrüger aus dem Staub.
 
In einem weiteren Fall war ebenfalls ein Pärchen unterwegs. Diesmal ließen sich die beiden gegen 12.00 Uhr in einem Lohrer Schmuckgeschäft eine Armbanduhr zeigen. Während eines Ablenkungsmanövers nahm die Frau die Uhr im Wert von mehreren Hundert Euro an sich. Beide verschwanden anschließend. Der Diebstahl wurde erst kurze Zeit später bemerkt.
 
Gegen 14.00 Uhr hatte vermutlich derselbe Täter eine Bankfiliale in Aschaffenburg betreten. Auch dort ließ er acht 500-Euro-Scheine in Hunderter wechseln. Als ihm der Umtausch in Dollar sowie die Rückgabe der Fünfhunderter verweigert wurde, verließ er die Bank ohne Beute.
 
Ebenfalls erfolglos war eine kleine ca. 25-jährige Frau nur zehn Minuten später in einer Bank in der Aschaffenburger Luitpoldstraße. Sie trug ein auffallend geblümtes Kleid und wollte 3.500 Euro in 50-Euro-Scheine gewechselt bekommen. Der Umtausch in Dollarnoten wurde ihr verweigert. Als sie schließlich ihre Hunderter wieder zurückforderte und dafür der Bankangestellten das Bündel mit 50-Euro-Noten zurückgab, fehlten beim Nachzählen zunächst 1.650 Euro. Darauf angesprochen, sagte die mutmaßliche Trickbetrügerin, dass das fehlende Geld noch auf dem Tresen liege. Ein Schaden entstand somit nicht. Zu einem weiteren Fall war es unmittelbar darauf in einer Bank in Hösbach gekommen. Auch hier scheiterten die Täter.
 
Zu weiteren gleichgelagerten Fällen war es u.a. Mitte August in Würzburg sowie im weiteren süddeutschen Raum und Anfang September auch in Norddeutschland gekommen.
 
Die Kripo Aschaffenburg hatte federführend die Ermittlungen übernommen und rasch eine Gruppe möglicher Tatverdächtiger im Visier. Gegen diese wurden in den vergangenen Wochen die Ermittlungen intensiv vorangetrieben bis die Spur der Männer am Mittwoch schließlich nach Nordrhein-Westfalen führte. Einer Fahndungseinheit der Kölner Kripo gelang es in der Folge am Mittwochmittag, die vier Tatverdächtigen nach versuchten Wechseltrickdiebstählen festzunehmen. Einer mutmaßlichen Mittäterin gelang jedoch die Flucht.
 
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg wird das Quartett jetzt nach Aschaffenburg gebracht und dort im Laufe des Donnerstags der Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Aschaffenburg vorgeführt.

Ungeprüfte Meldung der Polizei.
Kommentare

laden


Die Diskussion wurde geschlossen..

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!