Montag, 24.09.2018

Erlenbach: Betrunkene und Rangeleien beim Weinwandertag

Bilanz der Polizei Marktheidenfeld

Erlenbach b. MAR Freitag, 11.05.2018 - 12:38 Uhr

In weiten Teilen friedlich, so beurteilt die Marktheidenfelder Polizei den Weinwandertag in Erlenbach. Das Ende trübt den Gesamteindruck, denn die Beamten mussten sich mit einigen schwer Betrunkenen und einige Gewalttätigkeiten befassen.

Insgesamt verlief die Veranstaltung trotz der ausgelassenen Stimmung in weiten Teilen friedlich. Im Laufe des Tages bewegten sich wieder einige tausend Gäste auf dem Wanderweg in den Weinbergen. Die Besucherzahl lag nach Einschätzung des Stellv. Dienststellenleiters Polizeihauptkommissar Michael Kleinfeller niedriger als in den vergangenen Jahren. Die Polizei lobt ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit dem Organisationsteam und dem eingesetzten Sicherheitsdienst. Michael Kleinfeller führte das vor allem auf mehrere vertrauensvolle Gespräche beim Ordnungsamt der VG Marktheidenfeld im Vorfeld zurück. Wegen der in diesem Jahr geänderten Wegeführung waren Anpassungen beim Sicherheitskonzept notwendig. Alle Maßnahmen wurden in enger Abstimmung untereinander vereinbart und umgesetzt. Viele Besucher, auch jüngere, suchten erfreulicherweise mit den vor Ort befindlichen Beamtinnen und Beamten ein nettes Gespräch. Leider nahm, wie auch in den letzten Jahren, in den Nachmittagsstunden das Aggressionspotential deutlich zu. Nach reichlichem Alkoholgenuss fallen offenbar bei vielen alle Hemmungen, sich mit grenzwertigen Bemerkungen gegenüber den Einsatzkräften daneben zu benehmen. Gegen 16.30 Uhr kam es in der Nähe des Schützenhauses zu einer Rangelei zwischen einem 32jährigen Mann und einer fast gleichaltrigen Frau. Zunächst konnten Einsatzkräfte, die sich zufällig in der Nähe befanden, eine weitere Eskalation verhindern. Der aus dem Raum Wertheim stammende Mann, der knapp über 2,0 Promille Alkohol im Blut hatte, war offenbar darüber so in Rage, dass er auf einen der Beamten losging. Ihm mussten Handfesseln angelegt werden und wurde von der Veranstaltung verwiesen. Gegen ihn wird ein Strafverfahren wegen Tätlichen Angriffs auf einen Vollzugsbeamten eingeleitet. Um 17.45 Uhr stritten sich dann zwei Halbstarke, Alter Anfang 20 und schlugen gegenseitig aufeinander ein. Die beiden Streithähne trugen blaue Augen und Schürfwunden davon. Die Polizei musste hier ebenfalls schlichtend eingreifen. Die vor Ort festgestellten Alkoholwerte bewegten sich bei 1,5 bzw. 2,0 Promille. Gegen die Männer wird wegen wechselseitiger Körperverletzung ermittelt. In einer Ausnüchterungszelle landete letztlich ein bei der Polizei Marktheidenfeld hinlänglich bekannter Mann. Dieser hatte sich im Laufe des Tages beim Weinwandertag einen gewaltigen Rausch angetrunken und ließ sich dann von seiner Mutter abholen. Bereits auf dem Heimweg fing er das Pöbeln an. Zu Hause angekommen ging er auf den Vater los und biss der Mutter letztlich auch noch in den Arm. Eine Streifenbesatzung nahm den 29jährigen in Gewahrsam. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von rund 3,0 Promille. Er wird sich ebenfalls wegen Körperverletzung verantworten müssen. Beunruhigend ist für Einsatzleiter Michael Kleinfeller die weiterhin hohe Zahl an Jugendlichen, die es offenbar nötig hat, sich bereits auf dem Weg zur Veranstaltung mit Alko-Mixgetränken in Stimmung zu bringen. Bei entsprechenden Kontrollen auf den Zugangswegen wurden die eingesetzten Streifen reihenweise fündig, weil die in Flaschen mitgeführten Softdrinks mit hartem Alkohol gemischt waren. Die Getränke mussten die Jugendlichen abgeben. Für eine 16jährige war die Veranstaltung kurz nach 17.00 Uhr vorzeitig zu Ende. Die junge Frau hatte offenbar die Wirkung von Alkohol völlig unterschätzt. Sie war völlig besinnungslos und der Rettungsdienst brachte sie nach Lohr ins Krankenhaus. Die Eltern wurden verständigt. Der Veranstalter und die Polizei werden in nächster Zeit den Ablauf der Veranstaltung zusammen mit dem Ordnungsamt bei der VG Marktheidenfeld in gewohnter Manier noch einmal analysieren und darüber beraten. Aus Sicht der Marktheidenfelder Polizei hat sich das vom Veranstalter aktuell erarbeitete Sicherheitskonzept trotz der störenden Vorfälle bewährt.

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