Sonntag, 23.09.2018

Leitung gerissen, Reisende evakuiert

Zugverkehr:auf der Strecke Frankfurt - Würzburg am Donnerstagabend viele Verspätungen und Böschungsbrand

Neuendorf Freitag, 17.08.2018 - 16:43 Uhr

Zu ei­ner Ket­ten­re­ak­ti­on ist es am Don­ners­ta­g­a­bend kurz vor 18 Uhr ge­kom­men, weil ein Gü­ter­zug auf der St­re­cke Frank­furt - Würz­burg bei Neu­en­dorf-Nan­ten­bach die Ober­lei­tung be­schä­d­igt hat.

Ein nachfolgender Zug aus Richtung Aschaffenburg, der um 17.42 Uhr in Lohr abgefahren war, ist laut Bundespolizei Würzburg in die beschädigte Oberleitung hineingefahren und stoppte. 96 Reisende mussten aus dem Regionalexpress evakuiert werden, wozu die Bundesstraße zwischen Gemünden und Neuendorf zwischen 19.45 und 20.15 Uhr voll gesperrt worden ist. Für viele Bahnreisende bedeutete der Zwischenfall deutliche Verspätungen.

Wie Polizei und Bundespolizei mitteilten, hatte eine Lok auf der Strecke bei Neuendorf eine Oberleitung beschädigt, wodurch es zu starken Stromschwankungen kam. Der Regionalexpress 4623, der auf der Strecke Frankfurt - Würzburg unterwegs war, blieb wegen des fehlenden Stromes liegen, die beschädigte Oberleitung riss ab und löste einen Böschungsbrand aus.

Für die Reisenden habe dadurch keine Gefahr bestanden, so die Bahn. Allerdings fiel nach Informationen unserer Redaktion durch den fehlenden Strom auch die Klimaanlage im Zug aus.

Die Reisenden durften den Zug zunächst nicht verlassen: Techniker mussten erst die Leitung erden. »Bei einem Stromfluss von 15 000 Volt besteht sonst Lebensgefahr«, erläuterte ein Sprecher der Bundespolizei. Seine Behörde sei gegen 19 Uhr von der Deutschen Bahn über den Vorfall auf der Bahnstrecke informiert worden. Bundespolizei, Polizei und die Feuerwehr Neuendorf übernahmen nach dem Erden das Evakuieren. Der Zugverkehr wurde gestoppt, die B 26 gesperrt. Drei Busse transportierten die gestrandeten Fahrgäste ab.

Notbremse gezogen?

Dementiert hat ein Sprecher der Bundespolizei die Version eines Bahnsprechers. Der Unternehmenssprecher geht, wie er der Redaktion mitteilte, davon aus, dass eine offensichtlich grundlos gezogene Notbremse die Kettenreaktion in Gang gebracht habe. Der Bahnsprecher sagt, dass das normalerweise nicht zu Kurzschlüssen und Oberleitungsschäden führe. Wie es genau dazu gekommen sei, müssten weitere Untersuchungen zeigen.

Durch den Kurzschluss sei die Oberleitung auf einer Länge von rund 150 Meter beschädigt worden.

Nachdem die Oberleitung abgeschaltet und geerdet war, wurden die laut Bahnsprecher 60 Reisenden evakuiert und mit Bussen weitergefahren. Zwischen Partenstein/Lohr und Gemünden sei ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet worden.

Ab circa 3 Uhr am Freitagmorgen war nach Bahninformation ein Gleis für den Zugverkehr wieder frei und ab 6.30 Uhr stand der Abschnitt zweigleisig wieder für den Zugverkehr zur Verfügung.

Während der Streckensperrung waren sowohl im Regional- wie im Fernverkehr jeweils rund 20 Züge durch Verspätungen betroffen. Sieben Regionalzüge wurden zwischen Partenstein/Lohr und Gemünden durch Busse ersetzt.

MONIKA BÜDEL UND KATRIN FILTHAUS

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