Dienstag, 22.05.2018

Frau entführt und auf der Flucht Streifenwagen gerammt

Mann nach Verfolgung festgenommen

Mittwoch, 07.03.2018 - 16:45 Uhr

Am Dienstag floh ein 30-jähriger Sprinter-Fahrer im Raum Würzburg vor der Polizei und rammte dabei mehrere Streifenwagen. Der Grund stellte sich heraus, nachdem der Wagen angehalten war: Der Mann hatte offenbar seine Ex-Lebensgefährtin entführt.

Nach derzeitigen Stand der Ermittlungen war ein 30-Jähriger am Dienstagmorgen, gegen 06:45 Uhr, mit einem Mercedes Sprinter auf der Autobahn unterwegs. Das Fahrzeug wurde im Rahmen einer automatischen Kennzeichenerkennung erfasst und sollte auf Grund einer aktuellen Fahndungsnotierung wegen Kennzeichendiebstahls von einer Streife einer Kontrolle unterzogen werden.

Der Fahrer des Mercedes Sprinter missachtete in der Folge sämtliche Anhaltesignale und rammte auf seiner kilometerlangen Flucht insgesamt drei Streifenfahrzeuge. Beamte kamen hierdurch glücklicherweise nicht zu Schaden. Der 30-Jährige verließ schließlich an einer Behelfsausfahrt im Raum Würzburg die Autobahn und kam mit seinem Fahrzeug auf einem Waldweg zum Stehen.

Nach Stillstand des Sprinters flüchtete der Fahrer aus dem Fahrzeug, konnte jedoch kurz darauf durch mehrere Beamte festgehalten werden. Ebenso war eine weibliche Person aus dem Fahrzeug ausgestiegen. Der Grund für die Flucht kristallisierte sich schnell heraus.

Bei der Frau, welche sich nach derzeitigem Stand der Ermittlungen während der Fahrt gefesselt im Fahrzeug befand, handelt es sich um die 27-jährige Ex-Lebensgefährtin des Fahrers. Der 30-Jährige steht in dringendem Verdacht diese trotz eines bestehenden gerichtlichen Kontaktverbots bereits am Sonntag bei Gießen überwältigt und unter Vorhalt einer Schusswaffe in den Mercedes Sprinter verbracht zu haben. Während der vergangenen beiden Tage soll es auch zu sexuellen Übergriffen zum Nachteil der 27-Jährigen gekommen sein.

Der 30-Jährige, der ebenso wie die drei Jahre Jüngere aus dem Raum Gießen stammt, wurde vorläufig festgenommen und an die Kriminalpolizei in Würzburg überstellt. Dort wurden in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg die aufwendigen Ermittlungen zum genauen Geschehensablauf übernommen.

Der 27-jährigen Geschädigten geht es nach polizeilichen Erkenntnissen den Umständen entsprechend. Sie wird familiär betreut.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Würzburg wurde der Mann am Mittwochvormittag dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Würzburg vorgeführt. Dieser ordnete unter anderem wegen des dringenden Tatverdachts des Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Freiheitsberaubung und Vergewaltigung die Untersuchungshaft gegen den Mann an. Der 30-Jährige befindet sich nun in einer Justizvollzugsanstalt.

"Die automatisierte Kennzeichenerkennung kann Menschenleben retten." Das sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nach der Befreiung der Frau - weil man den Täter dank der automatisierten Kennzeichenerkennung durch das Erkennen seiner gestohlenen Kennzeichen verfolgen und fassen konnte.  Hermann: "Hier hat sich wieder einmal gezeigt: Die automatisierte Kennzeichenerkennung ist ein hocheffektives und wichtiges Fahndungsinstrument zur Verhinderung oft schwerster Straftaten. Das Leben der Frau war in höchster Gefahr."

Die Bayerische Polizei verfügt derzeit über insgesamt 21 Anlagen zur automatisierten Kennzeichenerkennung. Davon werden 19 Anlagen stationär auf zwölf Standorte verteilt betrieben. Die beiden mobilen Anlagen werden überwiegend zur Unterstützung der Schleierfahndung eingesetzt. Herrmann: "Bei den Standorten orientieren wir uns besonders an den Kriminalitätsrouten internationaler Straftäter. Im Bereich der Kfz-Verschiebung können unsere Fahnder regelmäßig auch hochwertige Fahrzeuge sicherstellen, die sonst ins Ausland verschoben würden." 2017 haben die Einsatzzentralen der Bayerischen Polizei 9.200 Fahndungstreffer registriert.

vd/Polizei Unterfranken

laden

Die Diskussion wurde geschlossen..