Samstag, 17.11.2018

Nach Doppelmord in Schweinfurt - Zweiter Tatverdächtiger festgenommen

Schweinfurt Dienstag, 29.09.2009 - 16:34 Uhr

Nach dem gewaltsamen Tod eines Mannes und einer Frau in der Nacht vom 10./11. August auf einem Parkplatz im Schweinfurter Stadtteil Hainig haben die Ermittler im Laufe der vergangenen Woche einen zweiten Tatverdächtigen festgenommen. Auch gegen ihn hatte sich der Verdacht erhärtet, an dem Verbrechen beteiligt gewesen zu sein.

Bei dem 17-Jährigen handelt es sich um den Bruder des 29-Jährigen, der bereits in Untersuchungshaft sitzt. Wie bereits mehrfach berichtet, waren die Leichen eines 35-jährigen Mannes und einer fünf Jahre jüngeren Frau in einem Auto von einem US-Angehörigen auf einem Parkplatz hinter dem Eisstadion "Icedome" entdeckt worden. Bei den Toten handelt es sich um Schwager und Schwägerin, beide irakischstämmig und bereits seit Jahren in Schweinfurt wohnhaft. Nach einer Obduktion war klar, dass der Mann und die Frau durch mehrere Kopfschüsse ums Leben gekommen waren.

Am 1. September hatten die Ermittler den 29-Jährigen festgenommen. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Seine Angaben hatten deutliche Widersprüche zu der Spurenauswertung der Soko-Mitarbeiter aufgewiesen. Auch bei dem 17-Jährigen haben die Ermittler Spuren gefunden, die auf eine Tatbeteiligung schließen lassen. Der junge Mann, der im Rahmen seines Asylverfahrens in Hassloch untergebracht ist, hatte sich bereits seit mehreren Wochen vor der Tat in Schweinfurt aufgehalten und lebte zuletzt in der Familie des männlichen Opfers. Die Festnahme erfolgte am Dienstag, dem 22.09.09, in der Asylbewerberunterkunft Hassloch.

Obwohl der Tatverdächtige jede Tatbeteiligung abstreitet, wurde aufgrund der Beweislage durch den Ermittlungsrichter Untersuchungshaft angeordnet. Die Ermittlungen hatten sich für die Beamten in der Vergangenheit auch deshalb kompliziert gestaltet, da die Familienverhältnisse im Umfeld von Tätern und Opfern zunächst nur schwer durchschaubar waren. Wie sich jetzt herausstellte, handelt es sich bei dem männlichen Opfer um den Onkel und nicht - wie bereits mehrfach gemeldet - um den Bruder der beiden Festgenommenen. Seit dem bekannt werden des Verbrechens hatten über 30 Beamte der Sonderkommission "Icedome" in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Schweinfurt fieberhaft an der Aufklärung des Verbrechens gearbeitet. In den letzten Wochen sind knapp 300 Spuren von den Ermittlern überprüft und über 100 Personen verhört worden. Ende vergangener Woche wurde die Sonderkommission personell reduziert.
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