Mittwoch, 21.11.2018

Schwerverbrecher Wolf im Taunus gesehen

mit Bildergalerie

Frankfurt/Main Freitag, 15.05.2009 - 13:11 Uhr

Der seit sieben Wochen mit Hochdruck gesuchte Entführer und Erpresser Thomas Wolf ist vermutlich ins Rhein-Main-Gebiet zurückgekehrt. Ein Spaziergänger habe den 56-Jährigen am Dienstag am Waldrand von Friedrichsdorf-Köppern gesehen, berichtete die Polizei in Frankfurt am Freitag. (Mit Bilderserie von der Suchaktion)

Seither suchen die Ermittler im Taunus und im Rhein-Main-Gebiet wieder verstärkt nach dem Schwerverbrecher. So wurden mehrere Anwohner und Verkäufer befragt. Am Freitag durchkämmte die Bereitschaftspolizei am Rande eines Neubaugebiets von Köppern den angrenzenden Spießwald. Wolf hatte Ende März die Frau eines leitenden Wiesbadener Bankmitarbeiters entführt und 1,8 Millionen Euro Lösegeld erpresst. Auf seiner Flucht hinterließ der Gewaltverbrecher Spuren in München, Berlin, Bremen und dem Kreis Oldenburg.

(Bilder: dpa)

Am 1. Mai war er Hals über Kopf aus einem Waldstück in Niedersachsen geflüchtet. Seither hatte sich seine Spur wieder verloren. Eine 80-köpfige Sonderkommission sucht nach dem Mann, der im Jahr 2000 nach einem Hafturlaub aus einem nordrhein-westfälischen Gefängnis verschwunden war und acht Jahre unter falschem Namen in Frankfurt lebte. Der 49 Jahre alte Spaziergänger aus dem Hochtaunuskreis hatte am vergangenen Dienstag kurz vor 18.00 Uhr am Waldrand in Köppern einen Mann beobachtet, der sich im angrenzenden Spießwald vor einem Hubschrauber versteckte, der über das Gelände flog. Kurz drauf begegnete er dem Mann nochmals, als dieser rannte.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei dem Beobachteten um den gesuchten Schwerverbrecher handelt. Dieser habe einen »gräulich-weißen Dreitagebart« gehabt, einen auffällig roten Fleece-Pullover mit Reißverschluss am Hals, eine Jeans und schwarz-graue Freizeitschuhe getragen. Möglicherweise verhalte sich Wolf ähnlich wie zuletzt im Kreis Oldenburg und verkrieche sich auf Hochsitzen oder in einem Auto im Wald, sagte ein Polizei-Sprecher. Es könne aber auch sein, dass er in Köppern in die Taunusbahn gestiegen ist, die zwischen Neu-Anspach und Frankfurt verkehrt.

Der Serientäter ist dafür bekannt, dass er gerne Fahrrad fährt sowie in Schwimmbäder und Fitnessstudios geht. Wolf gilt auch als gesellig und geht gerne in Gaststätten. Außerdem ist er auf das rezeptpflichtige Schilddrüsen-Medikament »Thyroxin« angewiesen. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täter oder zur Wiederbeschaffung der Beute führen, sind bis zu 100 000 Euro ausgesetzt worden. Die Polizei bittet Zeugen dringend sich zu melden. (dpa)

Hinweise auf den Gesuchten werden unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800/ 110 3333 entgegengenommen oder bei jeder andere Polizeidienststelle. Hinweise können auch vertraulich behandelt werden. Informationen gibt es auch auf der Homepage der Hessischen Polizei www.polizei.hessen.de
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