Montag, 10.12.2018

Einbruchswelle im Mainviereck

Weibersbrunn
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Fotograf: Foto: Silas Stein/Illustration  | Datum: 19.05.2017
Symbolbild Einbruch Einbrecher
Fotograf: Nicolas Armer (dpa)  | Location: Aufseß | Datum: 27.03.2018

Ob es einen Zusammenhang zwischen den Einbrüchen gibt? An mehreren Orten haben Unbekannte am Freitag und Samstag in unserer Region zugeschlagen. Die Häufung sei »markant«, sagt Kommissar Andy Laacke, Pressesprecher der Polizei Unterfranken, unserem Medienhaus.

Überraschend sei die Zahl der Einbrüche aber nicht. Grauer Herbst, frühe Dunkelheit – es ist die typische Einbruchssaison. Im vergangenen Jahr begannen die Ganoven »drei, vier Wochen früher« damit, verstärkt in Häuser oder Wohnungen einzubrechen, sagt Laacke. In diesem Jahr sind sie später dran. Der Grund dafür sei das heuer lange gute und sonnige Wetter.

Nun jedoch – auch mit der Zeitumstellung weicht das Tageslicht früher – gehen die Einbrecher ans Werk. Die Vorgehensweise: Bis auf eine Ausnahme nutzen die Täter die Abwesenheit der Bewohner. Immer durchwühlen sie auf der Suche nach Beute Schränke, Schubladen, ... Immer entkommen sie unerkannt – zwischen Freitag und Sonntag mehrfach im Mainviereck, zeigen die Meldungen der Polizei:

Kreis Miltenberg:

Dorfprozelten, Einfamilienhaus »Schiestlstraße«, Freitagabend gegen 18 Uhr: Über eine Terrassentür auf der Rückseite des Hauses, gewaltsam geöffnet, kommt der Täter ins Haus: Ein Mann, dunkel gekleidet, schlank und etwa 1,80 Meter groß. Eine Nachbarin sieht ihn kurz während er sich schnell und unerkannt aus dem Staub macht. Wegen dieser Nachbarin bricht er die Durchsuchung der Räume ab, sie hatte zuvor an der Haustür geklingelt.

Erlenbach, Einfamilienhaus »Auf der Höh«, zwischen Donnerstag und Samstag: Ein Zeuge informiert Samstagvormittag die Polizei. An dem Haus stehe ein Fenster offen, die Familie ist jedoch im Urlaub. Einbrecher waren im Haus, stellt die Polizei kurz darauf fest.

Röllbach, Zweifamilienhaus »Am Ammelgraben«, Freitag zwischen 16.45 Uhr und 18 Uhr: Der Täter hebelt die Terrassentür auf. Niemand ist zu Hause. Er durchsucht beide Wohnungen und flieht mit seiner Beute.

Stadt/Kreis Aschaffenburg:

Aschaffenburg, Wohn- und Geschäftsgebäude »Weißenburger Straße«, Freitag gegen 14.40 Uhr: Der Versuch, in das noch nicht bezogene renovierte Haus einzubrechen, misslingt dem Täter. Die Einbruchspuren sind jedoch eindeutig.

Bessenbach-Keilberg, Einfamilienhaus »Ignaz-Klug-Straße«, Samstag zwischen 15 Uhr und 21 Uhr. Ein Unbekannter klettert auf den Balkon und bricht ein Fenster auf. Er durchsucht die Räume im Obergeschoss.

Heigenbrücken, Einfamilienhaus »Marienstraße«, Freitag zwischen 7 Uhr und 21 Uhr: Die Terrassentür auf der Haus-Rückseite hält den Tätern nicht stand, die Bewohner sind nicht da. Die Einbrecher verschwinden mit Wertgegenständen.

Heigenbrücken, Mehrfamilienhaus »Im Hainertal«, Freitag zwischen 11 und 24 Uhr: Hier bricht der Täter ebenfalls eine Terrassentür auf. In der Wohnung im Erdgeschoss entdeckt er wohl unter anderem Schmuck.

Sommerkahl, Einfamilienhaus »Mühlweg«, Freitag zwischen 19.30 Uhr und 24 Uhr: Zuerst versucht sich der Täter an der Terrassentür, dann an einem Fenster im Erdgeschoss. Dort hat er Erfolg. Im Haus nimmt er Bargeld und Schmuck an sich.

Sommerkahl, Einfamilienhaus »Im Gründel«, Freitag zwischen 18.30 Uhr und 24 Uhr: Diesmal bricht der Täter über eine Balkontüre in das Haus ein. Nachdem er sämtliche Räume durchsucht hat, geht er mit einer Play Station.

Weibersbrunn, Einfamilienhaus »Am Eichenwald«, Freitag gegen 17.45 Uhr: Die Alarmanlage löst aus. Ein Unbekannter hat zuvor ein Fenster auf der Rückseite des Hauses aufgebrochen. Niemand ist daheim, Nachbarn rufen die Polizei. Trotz des Alarms steigt der Unbekannte in das Haus, »durchwühlt Schränke und Schubladen« (Polizei) und verschwindet wenige Minuten darauf mit Schmuck und Bargeld. Die Polizei ist zwar schnell, aber zu spät vor Ort.

Kreis Main-Spessart:

Neuhütten, Einfamilienhaus »Schulstraße«, Freitag zwischen 18 und 19 Uhr: Über ein aufgebrochenes Fenster steigt der Unbekannte in das Haus ein. Während die Bewohner im Obergeschoss sind, wühlt sich der Unbekannte im Erdgeschoss durch Schubladen und Schränke. Er flüchtet ohne Beute, die Bewohner bemerken den Einbruch kurz darauf.

Der Wert der Beute ist in den Fällen verschieden, bisweilen ist der angerichtete Schaden durch den gewaltsamen Einbruch weit höher und oft vierstellig. Dazu gesellt sich bei den Opfern nicht selten das Gefühl, in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein. Manche Opfer verarbeiten Einbrüche langsam, wissen Fachleute.

Ob Zusammenhänge zwischen den Einbrüchen bestehen, die selben Täter für mehrere Einbrüche verantwortlich sind, werde geprüft, sagt Laacke.

Unwahrscheinlich ist das nicht. In Sommerkahl liegen die beiden Einbruchsorte nicht weit auseinander, eine Straße mündet in die andere. Ähnlich ist es in Heigenbrücken. Die beiden Straßen liegen nebeneinander, in denen die betroffenen Häuser stehen. Auch liegen manche Orte nicht weit auseinander, etwa Neuhütten und Heigenbrücken.

Sich vor Einbrechern zu schützen, hat viel mit dem Thema Zeit zu tun, denn davon haben Täter aus Angst vor Entdeckung nicht viel. Gelingt es Tätern nicht, schnell in eine Wohnung oder ein Haus zu gelangen, geben die meisten ihren Plan auf, weiß die Polizei. Das heißt: Fenster und Türen sollten so gesichert sein, dass das schnelle Eindringen etwa durch Aufhebeln nicht funktioniert.

Wie die eigenen vier Wände einbruchsicher gemacht werden können? Antworten darauf geben Beratungsstellen der Polizei, in Aschaffenburg etwa unter der Telefonnummer 0 60 21 / 857 - 1830 oder - 1832. Jeder Bürger kann sich an die Beamten wenden. Antworten gibt auch die polizeiliche Webseite www.k-einbruch.de.

Um die Täter festnehmen zu können, hofft die Polizei auch immer auf Zeugenhinweise. Wer etwas verdächtiges gesehen haben sollte, der soll sich bei den Ermittlern melden.

Hinweise an folgende Polizeien unter Tel. 0 60 21 / 857 - 1731 oder - 1732 (für die Kreise Aschaffenburg und Miltenberg) und unter Tel. 0 931 / 457 1732 (für den Kreis Main-Spessart).

Torsten Maier

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