Freitag, 16.11.2018

Kleinwallstadt: Rettungshund findet hilflosen Mann

Rettungskräfte suchen stundenlang Vermissten

Symbolbild Rettungshundestaffel (© Petra Reith)
Donnerstag, 01.11.2018 - 16:56 Uhr

Sie vermisst ihren Mann - aufgrund seiner Vorgeschichte braucht er wohl dringend ärztliche Hilfe. Mit dieser Notlage wendet sich eine Frau aus Kleinwallstadt (Kreis Miltenberg) am Mittwochabend an die Polizei. Es folgt eine stundenlange Suche Dutzender Einsatzkräfte. Eine Hundenase sorgt für ein Happyend.

Der Mann, Ende 40, ist zu Fuß unterwegs und nicht nach Hause zurückgekehrt, sagt die besorgte Frau gegen 19.30 Uhr der Polizei. Die Brisanz der Lage vor Augen, startet die sofort mit der Suche. Zuerst telefonieren Beamte Kliniken und mögliche Anlaufstellen des Mannes ab - ohne Erfolg, sagt Michael Zimmer, Pressesprecher der Polizei Unterfranken, im Gespräch mit unserer Redaktion. Kurz darauf beginnen Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehren die Umgebung in Kleinwallstadt abzusuchen, in der sich Mann aufhalten könnte. Die Wasserwacht beteiligt sich an der Suche.

Mittlerweile ist es 22 Uhr. Der Mann, vermutlich längst in einer Notlage, bleibt verschwunden. Die Einsatzleitung entscheidet sich, mit Hunden die Suche fortzusetzen. Die Ehrenamtlichen der Rettungshundestaffeln des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) Aschaffenburg sowie der Feuerwehr Trennfurt sind schnell mit ihren Vierbeinern vor Ort. Sie teilen das abzusuchende Gebiet in Abschnitte ein, gegen 23.45 Uhr beginnt der erste der insgesamt neun Hunde mit der Suche.

Die Tiere, so genannte Flächensuchhunde, sind darauf trainiert, selbstständig und ohne Leine Gebiete abzusuchen. Die Tiere orientieren sich bei ihrer Suche „nicht an bestimmte Geruchsträger“, erklärt Nicola Ullmann, Teamleiterin der BRK-Rettungshundestaffel Aschaffenburg unserem Medienhaus. Die seien darauf trainiert, Menschen in bestimmten Situationen zu erspüren: Zum Beispiel liegende, sitzende, sich versteckende Menschen. Haben sie eine solche Person entdeckt, bellen sie entweder ihr Frauchen oder Herrchen herbei oder laufen zu ihnen hin und führen sie zum Fundort zurück. Andere Personen im Suchgebiet, etwa normale Fußgänger, ignorieren die Tiere.

Den hilflosen Mann nahe eines Gebüsches irgendwo zwischen der Schleuse Kleinwallstadt und der Mainbrücke in Sulzbach ignoriert Cara in dieser Nacht von Mittwoch auf Donnerstag nicht. Es ist etwa 0.30 Uhr, Cara hat den Gesuchten gefunden. Die Hündin bellt ihr Frauchen von der BRK-Staffel Aschaffenburg herbei. Schnell versorgen Notarzt und Sanitäter den bereits unterkühlen, aber ansprechbaren Mann und bringen ihn ins Krankenhaus.

Angehörige und Einsatzkräfte sind überglücklich. Für die Hundestaffel ist es ein großer Erfolg. In solchen Momenten wisse man am besten, dass sich das jahrelange Training mit den Tieren ausgezahlt hat, sagt Ullmann. Ein Mensch ist gerettet worden, den Hunden und ihren Frauchen und Herrchen sei Dank.

Torsten Maier

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