Freitag, 16.11.2018

Polizeieinsatz in Aschaffenburg: 34-Jähriger starb nicht durch Pfefferspray

Toxikologisches Gutachten liegt vor

Aschaffenburg Donnerstag, 18.10.2018 - 11:11 Uhr

Der Fahrradfahrer, der im Juli nach einem Polizeieinsatz in Aschaffenburg-Damm gestorben ist, hatte Drogen konsumiert. Dies war auch die Ursache für den Tod des 34-Jährigen, das von der Polizei eingesetzte Pfefferspray war nicht verantwortlich. Das ergab die Untersuchung der Rechtsmedizin der Uni Würzburg, wie das bayerische Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstag mitteilte.

Der genaue Wortlaut aus dem Schreiben der Behörde: "Demzufolge wurden im Blut des Verstorbenen verschiedene Betäubungsmittel nachgewiesen. Laut Gutachten ist die Konzentration eines der konsumierten Betäubungsmittel so hoch, dass dieses im engen Zusammenhang mit dem hochgradigen Erregungszustand für den Todeseintritt verantwortlich war. Ein relevanter Wirkungsbeitrag des eingesetzten Pfeffersprays ist nicht zu erkennen."

Der 34-Jährige war am 14. Juli mit seinem Fahrrad in Aschaffenburg-Damm unterwegs. Anrufer meldeten der Polizei, dass der Mann mehrmals vom Fahrrad gestürzt sei und Passanten anschreien würde. Als eine Streife eintraf, lag der 34-Jährige auf dem Boden. Weil sich der Mann laut Polizei aggressiv verhielt, setzte einer der Beamten Pfefferspray ein. Der Fahrradfahrer wurde fixiert und ins Krankenhaus gebracht, wo er später starb.

Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion und eine toxikologische Untersuchung an. Da es sich bei dem Vorfall um einen Todesfall im Zusammenhang mit einem Polizeieinsatz handelte, übernahm die Abteilung "Interne Ermittlungen", angesiedelt beim Landeskriminalamt, die Polizeirecherchen. Laut der Pressemitteilung vom Donnerstag sind die polizeilichen Ermittlungen nun abgeschlossen.

Nicht beantwortet sind bisher die Fragen, die die Polizei betreffen und die unser Medienhaus am Mittwoch schriftlich an das LKA stellte – allen voran die Frage, wie sich die Streife vor Ort gegenüber dem 34-Jährigen verhalten hatte. Im Netz waren nach dem Einsatz Beschwerden laut geworden, die Beamten hätten den Mann "ausgelacht" und sich über ihn "lustig gemacht."

Nina Lenhardt

 

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