Samstag, 17.11.2018

Dackel, du hast den Fuchs gestohlen!

Hörstein Freitag, 07.11.2008 - 15:35 Uhr

Ein Dackel und zwei Füchse haben am Donnerstag die Beamten der Polizei Alzenau und der Feuerwehr Hörstein mehrere Stunden beschäftigt. Eine Frau hatte aus einem Abflussrohr Hundegebell gehört. Die Beamten fanden einen Hund und zwei Füchse im Rohr, die aber so beschäftigt waren, dass sie von Rettung nichts wissen wollten.

„Fuchs du hast den Hund gestohlen!“, oder wie hieß das Lied gleich noch mal? Bei einem ungewöhnlichen Einsatz im Neubaugebiet „Am neuen Berg“ waren eine Streife hiesiger Inspektion sowie drei Einsatzkräfte der Feuerwehr Hörstein samt Löschfahrzeug mehrere Stunden zugange. Gegen 10.40 Uhr hörte eine Anwohnerin aus einem Abflussrohr heraus Hundegebell und verständigte die Polizei, welche mit zwei gestandenen Beamten samt eines Praktikanten, der sogleich einmal die wirkliche Polizeiarbeit kennen lernen konnte, anrückte. Auch die Polizisten hörten das Hundegebell und öffneten den Betondeckel des Wassereinlaufes des dazugehörigen Rohres. Hier war aber nichts zu erkennen.

Nur Gebell, kein Hund

Nach längerer Suche fanden sie den Ausgang des Rohres, aber auch hier war nur das Gebell zu hören, aber kein Hund zu sehen. Nun musste die Feuerwehr ran. Diese legten nun den Rohrausgang etwas frei und man konnte zur Überraschung aller im Schein der Taschenlampe sowohl einen Hund als auch einen Fuchs erkennen. Diese trugen ca. drei Meter tief im Rohr einen Kampf aus und waren so darin vertieft, dass sie ihre „Retter“ zunächst gar nicht wahrnahmen. Da an die beiden Tiere von außen nicht ranzukommen war, entschloss sich die Feuerwehr zu einer eher ungewöhnlichen Methode und spülte das Rohr mit reichlich Wasser durch. Zeigten die ersten beiden Versuche dieser Art keinerlei Wirkung, so nahm der Fuchs beim dritten Vollbad unvermittelt reiß aus. Mit hochgestelltem Schweif, der jeden Opel-Manta-Fahrer in Entzücken versetzt hätte, suchte er das Weite. Aber wo war der Hund?

Zweiten Fuchs entdeckt

Bei einem erneuten Blick in das Rohr, konnte nun, man glaubt es kaum, ein zweiter Fuchs entdeckt werden. Während die Einsatzkräfte darüber noch ihr Erstaunen zum Ausdruck brachten, konnte unter dem Feuerwehrauto plötzlich der vermisste Hund, ein kleiner Dackel, entdeckt werden. Dieser saß dort ganz friedlich und keiner wusste, wie er dorthin gekommen war. Der Jubel der nun allenthalben ausbrach war auch nur von kurzer Dauer, ließ sich doch der quirlige Vierbeiner, der offensichtlich nur zum Luftholen aus seinem Versteck gekommen war, nicht einfangen. Vielmehr rannte er schnurstracks wieder ins Rohr zurück und verschwand erneut darin. Da der 1.200 Liter fassende Wassertank des Löschfahrzeuges mittlerweile leer war, musste die Feuerwehr erst zum Nachtanken fahren. Anschließend erfolgte die gleiche Prozedur wie zuvor, auch wieder ohne Erfolg. Nach ca. zwei Stunden konnte schließlich die Hundehalterin ermittelt werden und eilte zur Einsatzstelle. Aber weder sie alleine noch mit der Hilfe ihres zweiten Hundes konnte den störrischen Vierbeiner zum Verlassen des Rohres bewegen.

Verlockendes Quietschen

Als beinahe schon alle aufgeben wollten, hatte einer der mittlerweile herumstehenden und das Geschehen interessiert verfolgenden Passanten die rettende Idee. Dem verlockenden Quietschen eines Gummientchens konnte der Dackel offenbar nicht widerstehen und kam freiwillig ans Tageslicht. Er hatte nur oberflächliche Bisswunden an der Schnauze erlitten und konnte von seinem Frauchen freudestrahlend mit nach Hause genommen werden. Das Schicksal des zweiten Fuchses blieb ungeklärt. Vermutlich wartete er in aller Gelassenheit den Ende des Rummels ab und ging dann nach eingekehrter Ruhe wieder seinen üblichen Geschäften nach.
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