Freitag, 21.09.2018

Lkw-Brand auf A45: Wie man 20 Tonnen Zucker löscht

mit Bildergalerie

Karlstein Donnerstag, 14.08.2008 - 00:52 Uhr

Zwölf Stunden, bis Mittwochmorgen. So lange dauerten die Lösch- und Reinigungsarbeiten nach dem Brand eines mit Zucker beladenen Sattelzugs auf der A 45 nahe der Anschlussstelle Alzenau-Mitte. (Mit Bilderserien von den Löscharbeiten und den Aufräumarbeiten).

Die Löscharbeiten:
(Bilderserie: Ralf Hettler)


Als erste Maßnahme wurden mit einem Dachwerfer die Flammen niedergeschlagen, gleichzeitig wurden drei Schwerschaumrohre vorbereitet, um dann gemeinsam die eigentliche Brandbekämpfung durchführen zu können. Dieser massive Schaumeinsatz zeigte umgehend Erfolg, sehr schnell konnte "Feuer in Gewalt" gemeldet werden, so Emge weiter.

Die Bergung des ausgebrannten Lkw:
(Bilderserie: Ralf Hettler)

Nun begann das sehr zeitaufwendige Nachlöschen der Ladung. Diese bestand aus etwa 20 Tonnen Zucker beziehungsweise Puderzucker in 1000-Kilo-Säcken. Ein Teil der Ladung lief links und rechts vom Anhänger, der Rest wurde später mit einem Bagger abgeladen und auf der Autobahn zum Nachlöschen ausgebreitet.

Immer wieder Verpuffungen Hierbei kam es immer wieder zu Verpuffungen und regelrechten Staubdurchzündungen, die sich in einem großen Feuerball darstellten, berichtet Emge. Die Feuerwehr konnte nur unter schwerem Atemschutz arbeiten. Das benötigte Löschwasser - rund 20 000 Liter - wurde im Pendelverkehr an die Einsatzstelle gebracht.

Um ein gefahrloses Arbeiten möglich zu machen, wurde die BAB 45 an der Anschlussstelle Karlstein (in Richtung Hanau) voll gesperrt und der Verkehr ausgeleitet. Dazu wurden Verkehrssicherungsanhänger der Feuerwehren Dettingen und Großostheim eingesetzt. Die Ausleitung blieb bis gegen 6 Uhr am Mittwochmorgen bestehen.

Mit Einbruch der Dunkelheit am Dienstagabend wurde der Lichtmastanhänger der Feuerwehr Großwelzheim angefordert. Damit, sowie mit Gerätschaften der Hörsteiner Wehr, wurde die Einsatzstelle ausgeleuchtet.

Nach Abschluss der eigentlichen Bergungsarbeiten und der Entfernung des Havariegutes durch eine Fachfirma wurde die Einsatzstelle aus Sicht der Feuerwehr gegen 1.50 Uhr abgeschlossen. Die Reinigung der Fahrbahn und das Ausheben des Randstreifens dauerten dann noch bis gegen 6 Uhr früh.

Auf insgesamt 71 Einsatzkräfte aus sechs Feuerwehren, die mit 15 Fahrzeugen und fünf Anhängern an der Einsatzstelle waren, konnte der Einsatzleiter - der Kreisbrandmeister und Dettinger Feuerwehrkommandant Andreas Emge - zurückgreifen. Unterstützt wurde er durch den zuständigen Kreisbrandinspektor Horst Breunig (Kahl) sowie einem Fachberater der Feuerwehr für ABC-Gefahren.

Der holländische Lastwagen fing vermutlich nach einem Reifenbrand Feuer. Die Polizei vor Ort ging davon aus, dass eine oder mehrere Bremsen des Lastzugs zu heiß gelaufen waren.

Wie ein Polizeisprecher sagte, habe der Fahrer "geistesgegenwärtig" reagiert: Er fuhr auf den Standstreifen, koppelte den Auflieger von der Zugmaschine ab und versuchte, das Feuer selbst zu löschen. Dies misslang jedoch. Um 18.21 Uhr ging der Notruf ein.

Die Feuerwehren aus Dettingen, Alzenau, Hörstein und Kleinostheim waren im Einsatz. Sie verhinderten unter anderem, dass das Feuer auf den nahen Wald übergriff. Zeugenberichte von größeren Explosionen bestätigten sich nicht: Offenbar sorgten durch die Feuerhitze platzende Lastwagen-Reifen für mindestens einen sehr lauten Knall.

Der brennende Sattelzugauflieger hinderte  zahlreiche Pendler, nach Hause zu kommen. Auch Fans des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt verhagelte der Stau einen Fußballabend. Sie waren in einem Kleinbus zur Arena in Frankfurt unterwegs, zurm Freundschaftsspiel Eintracht Frankfurt gegen Real Madrid. Sie verpassten die Partie. Jens Raab/dc/mai/red

Folgeunfall im Stau

Auch im Stau, der sich am Dienstagabend durch den Lkw-Brand gebildet hatte, kam es zu einem Verkehrsunfall. Dabei wechselte gegen 20.20 Uhr die Fahrerin eines Pkw aus dem Landkreis Aschaffenburg kurz vor der Ausfahrt Karlstein den Fahrstreifen von links nach rechts, um die Autobahn an der Ausfahrt zu verlassen, und streifte die Zugmaschine eines rechts fahrenden Sattelzuges aus Waiblingen. Der entstandene Sachschaden schlägt mit etwa 700 Euro zu Buche. VPI Aschaffenburg-Hösbach

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