Samstag, 23.02.2019

Vermisste 16-Jährige: Freund lebensbedrohlich verletzt – Fahndung nach Vater

Aschaffenburg
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Foto: Polizei Unterfranken
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Hashem Nassan
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Hasher Nassan, Vater der getöteten Mezgin aus Goldbach wird wegen mehrerer Gewaltdelikte mit internationalem Haftbefehl gesucht.
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Hasher Nassan, Vater der getöteten Mezgin aus Goldbach wird wegen mehrerer Gewaltdelikte mit internationalem Haftbefehl gesucht.
Foto: Polizei Unterfranken

Der 42 Jahre alte Vater von Mezgin Nassan aus Goldbach (Kreis Aschaffenburg) wird im Zusammenhang mit einer Stecherei in der Nacht in Aschaffenburg gesucht. Dabei wurde der Freund der Vermissten lebensbedrohlich verletzt. Die Polizei hat eine Ermittlungskommission eingerichtet.

Polizei und Staatsanwaltschaft suchen derzeit nach dem 42-jährigen Hashem Nassan. Er ist der Vater der verschwundenen Mezgin Nassan, wie die Polizei auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte. Hintergrund ist eine Tat, die wohl als versuchtes Tötungsdelikt einzuordnen sein wird: Der Mann soll dem 23-jährigen Lebensgefährten der Vermissten in der Nacht zum Freitag Verletzungen am Hals zugefügt haben.

Anwohner der Straße Am Floßhafen in Aschaffenburg alarmierten gegen 1.40 Uhr per Notruf die Polizei, weil sie einen schwer verletzten jungen Mann entdeckt hatten: Jemand hatte dem 23-Jähirigen eine Stichwaffe in den Hals gerammt – es bestand Lebensgefahr. Nach einer Erstversorgung wurde der Verletzte ins Krankenhaus eingeliefert.
Bei dem 23-Jährigen handelt es sich um den Freund der Vermissten Mezgin Nassan aus Goldbach (Kreis Aschaffenburg), wie die Polizei unserer Redaktion mitteilte. Der Vater der Jugendlichen steht laut den Ermittlungsbehörden im Verdacht, die Tat verübt zu haben und vom Tatort geflüchtet zu sein. Offenbar hatten sich die beiden Männer an dem Tatort getroffen.

Fahndung nach Hashem Nassan
Quelle: Michael Zimmer, Polizei Unterfranken

Wie Polizeisprecher Michael Zimmer unserem Medienhaus sagte, sei es naheliegend, dass die Tat mit dem Verschwinden von Mezgin Nassan zu tun haben könnte: „Ob das der Fall ist, können wir derzeit noch nicht sagen.“ Die 16 Jahre alte Berufsschülerin wird seit 4. Mai vermisst. Von ihr gibt es bis heute keine Spur (wir berichteten). Die Hintergründe der Stecherei seien noch unklar, sagte Zimmer, es gebe aber keine Hinweise darauf, dass weitere Personen beteiligt gewesen waren. Zur Art der Stichwaffe machte der Sprecher aufgrund des laufenden Verfahrens keine Angaben.

Eine Fahndung nach Hashem Nassan, bei dem in der Nacht auch ein Hubschrauber eingesetzt wurde, verlief bis jetzt ohne Erfolg. Das Amtsgericht Aschaffenburg erließ Haftbefehl gegen den 42-Jährigen und ordnete die Öffentlichkeitsfahndung nach dem Tatverdächtigen an. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) war laut Polizei im Kreis Aschaffenburg im Einsatz. Nach Informationen unserer Redaktion stand dabei die Wohnung der Familie Nassan im Fokus, die in Goldbach wohnt. Am Freitag richtete die Kripo eine Ermittlungskommission mit dem Namen "Floßhafen" ein.

Sowohl die Familie Nassan als auch der 23-Jährige stammen nach Angaben der Polizei aus Syrien. Ob das Verschwinden der 16-Jährigen – und auch die Tat am Floßhafen – im Kontext mit der Kultur der Betroffenen und Beteiligten steht, und ob die Beziehung zwischen der 16-Jährigen und dem 23-Jährigen eine Rolle spielt, ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht geklärt. Die Polizei äußerte sich auf Nachfrage zunächst nicht zu diesem Themenkomplex, da die Ermittlungen noch laufen. Nina Lenhardt




Originalmeldung von Polizei und Staatsanwaltschaft:

Verdacht des versuchten Totschlags - Öffentlichkeitsfahndung nach Hashem NASSAN - Ermittlungskommission eingerichtet

ASCHAFFENBURG. Polizei und Staatsanwaltschaft fahnden nach dem 42-jährigen Hashem NASSAN. Der syrische Staatsangehörige steht im dringenden Tatverdacht in der Nacht zum Freitag einen 23-jährigen Landsmann schwer verletzt zu haben. Hinweise nimmt die Ermittlungskommission „Floßhafen“ der Aschaffenburger Kripo entgegen.

In der Nacht zum Freitag gegen 01.40 Uhr erreichte die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken der Notruf aus der Straße Am Floßhafen. Anwohner waren auf einen schwer verletzten Mann aufmerksam geworden. Unverzüglich waren in der Folge Streifen der Aschaffenburger Polizei und der Rettungsdienst vor Ort. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei dem Schwerverletzten um einen 23-jährigen syrischen Staatsangehörigen. Dieser wurde nach seiner Erstversorgung in eine Klinik eingeliefert.

Im Zuge der ersten Ermittlungen ergaben sich noch am Einsatzort Hinweise darauf, dass es sich bei dem Tatverdächtigen um den 42-jährigen Hashem NASSAN handelt. Dieser war vom Tatort geflüchtet. Eine unverzüglich eingeleitete Fahndung mit mehreren Streifenwagen und u.a. einem Polizeihubschrauber war ergebnislos verlaufen.

Neben umfangreichen Fahndungsmaßnahmen liefen noch in der Nacht intensive Ermittlungen der Kripo Aschaffenburg an. Diesen zufolge hatten sich die beiden Männer in der Nacht getroffen.

Gegen 01.40 Uhr soll Hashem NASSAN dem 23-Jährigen im Bereich des Floßhafens mit einer Stichwaffe im Halsbereich schwer verletzt haben. Die Hintergründe der Tat sind Gegenstand der in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg geführten Ermittlungen.

Die polizeilichen Fahndungsmaßnahmen, bei denen auch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) im Einsatz war, und die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Bei der Kriminalpolizei wurde eigens eine Ermittlungskommission „Floßhafen“ eingerichtet. Auf Antrag der Aschaffenburger Staatsanwaltschaft hat der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Aschaffenburger Haftbefehl gegen den 42-Jährigen erlassen und die Öffentlichkeitsfahndung angeordnet.

Von dem Flüchtigen liegt folgende Beschreibung vor:

Circa 180 Zentimeter groß, kräftige Figur, dunkelbraune Haare, Geheimratsecken. Zur Bekleidung liegen keine Erkenntnisse vor.

Polizei und Staatsanwaltschaft bitten um Hinweise aus der Bevölkerung unter Tel. 06021/857-1732 und fragen:

  • Wer kann Hinweise zum derzeitigen Aufenthaltsort des Tatverdächtigen machen?

  • Wer hat Hashem NASSAN seit Donnerstagabend gesehen?

  • Wer wurde Zeuge der Tat im Bereich des Floßhafens oder hat sonstige verdächtige Beobachtungen im Laufe der Nacht dort gemacht?


Michael Zimmer (Polizeihauptkommissar), Burkhard Pöpperl (Leitender Oberstaatsanwalt)









 

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